Die bei der Oscon 2008 gegründete Standardisierungsorganisation Open Web Foundation hat neue freiheitliche Patent-Vereinbarungen im Draft-Stadium veröffentlicht und sammelt Kommentare.
Im Einzelnen handelt es sich um die CLA “Copyright & Patent” (CLA = Contributor License Agreement), die jeweils auch nur für Patent- beziehungsweise Nutzerrecht vorliegt. Außerdem steht das “Web Foundation Agreement”, das erstmals Ende 2009 vorlag, in Version 1.0 zum Review bereit. Die Open Web Foundation arbeitet über Mailinglisten und nimmt bis zum 8. Oktober Kommentare zu den Entwürfen entgegen.
Gegenstand der Patent- und Nutzungsrechtevereinbarung sind Beiträge zu Web-Spezifikationen aller Art. Die Vereinbarung regelt die die kostenfreie und unbeschränkte Übertragung der Rechte von denen, die an Spezifikationen mitwirken oder die sie schon geschrieben haben, und sie der Web-Community zur Verfügung stellen wollen. Sinn der Sache ist, Individuen und Unternehmen eine leicht zugängliche und freie Lizenzvereinbarung zur Verfügung zu stellen.
Die Open Web Foundation (OWF) entstand auf der Oscon 2008, damals mit nicht näher genannten Gründern. Derzeit sind Leute von Google und Microsoft im Vorstand der Organisation – also Schöpfer und Nutznießer freier Webstandards, aber auch Individuen wie der Jurist Lawrence Rosen oder der Gründer Brady Brim-DeForest (Stand: 2008). Die nicht-gewinnorientierte Organisation finanziert sich nach eigenen Angaben durch Sponsorenunternehmen, die Mitgliedschaft ist frei, derzeit gibt die Foundation selbst rund 100 Mitglieder an. Sie versteht sich nicht als Konkurrenz zu etablierten Standardisierungsgremien wie dem W3C, sondern eher als deren Zulieferer, und orientiert sich an der Apache Software Foundation.





