Es existiert wirklich: Eines der Highlights des LinuxTag 2010 war die Präsentation eines voll funktionsfähigen WeTab-Exemplars.
Das in Deutschland entworfene, Linux-basierte Tablet WeTab behebt viele der Kritikpunkte an Apples iPad. Neofonie-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen traf sich nach der Präsentation mit uns zum Spontan-Interview und beantwortete brennende Fragen zu dem bald erhältlichen Gerät.
Hardware
Zuallererst sind die Spezifikationen des 800 Gramm leichten Flachmanns interessant: Ein Dualcore 1,66 Ghz Atom verspricht mehr Leistung als Netbooks, 1 GByte RAM reichen auch für speicheraufwändige Anwendungen. Zwei USB-Ports, 3,5-mm-Audio-Klinke und SDHC-Slot erlauben den Anschluss vierlerlei Peripherie, ein HDMI-Ausgang den Anschluss an den Fernseher (dank integriertem Videobeschleuniger spielt das WeTab Video in Auflösungen bis zu 1080p H.264).
Das WeTab hat ein 11,6-Zoll-16:9 Multitouch-Display (iPad: 4:3) mit HD-ready-Auflösung (1366×768), das im Gegensatz zum iPad ohne Beschnitt zwei A4-Seiten darstellt. Das Gehäuse des 295x195x15mm großen Geräts ist aus Magnesium und Aluminium, es integriert eine 1.3 Mpixel Webcam, einen Umgebungslicht- und Beschleunigungs-Sensor, Stereolautsprecher und ein internes Mikrofon. Intern gibt es neben WLAN nach N-Draft auch Bluetooth EDR 2.1, eine passende Tastatur bietet Neofonie genauso an wie ein Dock, das das Gerät lädt und dabei aufrecht hält.
3D-Grafik ist aufgrund der integrierten Intel-Chipsatzgrafik Neofonie zufolge nicht so gut wie bei Apples iPad, funktioniert aber immerhin: Ein normales Android bietet gar keine 3D-Beschleunigung. Laut dem Neofonie-Geschäftsführer hält der integrierte und nicht wechselbare Akku bei durchschnittlicher Nutzung (Online-Verbindung, Surfen, Fotos anschauen und Musik hören) rund sechs Stunden durch.
Das vorbestellbare Gerät ist im freien Handel ab August in zwei Versionen erhältlich, mit 3G/UMTS, GPS und 32 GByte integriertem Flash-Speicher für 569 Euro, ohne 3G, GPS und mit 16 GByte für 449 Euro.
Die Missglückte Präsentation damals, in der ein Prototyp durch eine Windows-Fehlermeldung verriet, dass nur ein Demovideo unter Windows 7 lief, war Hoffer von Ankershoffen zufolge Verzögerungen im Zoll zuzuschreiben: Man wollte der Presse das Gerät des gerade eingetroffenen Prototypen im finalen Design zeigen. Der nur hinter verschlossenen Türen demonstrierte und deutlich weniger schicke frühere Prototyp hatte jedoch das angepasste Linux installiert und war voll funktionsfähig.
Softwarefragen
Unser Interesse gilt natürlich auch stark der Software-Seite. Neofonie setzt fürs WeTab OS auf einen Standard-Linux-Kernel, auf dem Android läuft (momentan noch 2.0, bald das deutlich schnellere 2.2). Anwendungen arbeiten darauf ganz normal, zum verwendeten Paketmanager wollte Neofonie noch keine Angaben machen. Wer dynamische Widgets für seine Anwendungen entwickeln will, kann dies mit dem Ende Juli herauskommenden SDK tun, welches auf Javascript, DHTML und CSS basiert.
Das Gerät beherrscht Flash und hat die Adobe Air Runtime, einen flotten Webkit-basierten Browser sowie Microsofts Silverlight installiert. Es unterstützt die meisten unter Linux lauffähigen USB-Geräte, neben USB-Massenspeichern erlaubt es dank CUPS auch den Anschluß von Druckern. Auch das Nutzen von TV-Sticks, Foto/Videokameras oder sonstiger Peripherie beherrscht das WeTab. Neofonie veröffentlicht zum Release-Termin eine Liste empfohlener Geräte, die sich zum Anschluß an das Tablet eignen. Den Verkauf eigener Zubehörhardware sieht das Unternehmen derzeit nicht vor.
Softwarequellen
Es wird neben dem WeTab App-Store, in dem Neofonie eigene Apps zum Download anbietet auch den WeTab Kiosk geben, in dem der Anwender eBooks und Magazine kaufen kann. Der deutsche Hersteller orientiert sich bei seinem Store-Konzept am Android-Modell, es gibt keine inhaltliche Selektion und keinen Screening-Prozess — nur illegale Inhalte werden natürlich nicht zugelassen.
Der Anwender kann im Experten-Modus mit Rootshell auch ohne Store beliebige Pakete direkt installieren, verliert dabei allerdings die Software-Garantie. Sollte das System mal durch zuviel Herumspielen zerschossen sein, lässt es sich ohne Computer direkt aus der WeTab-Cloud wiederherstellen, in der der User auf Wunsch auch seine persönlichen Dateien und Daten sichern kann. Die Macher betonen immer wieder, dass das Gerät so entwickelt wurde, dass es auch ohne Computer vollständig nutzbar ist — dies ist ein Vorteil gegenüber dem iPad, das zur Synchronisation oder auch nur zum Medien-Upload an einen Computer angeschlossen werden muss. Für Verlage bietet Neofonie das WeMagazine an, eine eigene ePublishing-Toolchain, die Druckwerke direkt ins WePad-kompatible offene WMXML-Format übersetzt und das über sein Backend auch Schnittstellen für Abo-Management etc. bereitstellt.
Userinterface
Das Userinterface wirkt nicht so aufgeräumt wie bei Apple, kann aber durchaus durch einige Innovationen überzeugen. Sehr gut gefallen hat uns die Bedienung über die Daumen links und rechts im Breitbild-Modus, so wählt man beispielsweise mit dem linken Daumen in einem Dock die aktiven Anwendungen aus (das WeTab ist voll Multitasking-fähig), während der rechte Daumen-Bereich als Scrollwerkzeug fungiert. Im Gegensatz zu Android skalieren dank 3D-Beschleunigung die Fenster flüssig und ruckelfrei, die zähe Bedienung, die sich bei normalen Android-Installationen auf so großen Displays normalerweise zeigt, kennt das WeTab nicht.









Hab’ schon eins bestellt, viel kann man do wohl nicht falsch machen!
Peinlicher Bericht. Peinliches Statement.
EIn stromfressender Prozessor, ein mieses Display ein Gewusel von Widgets. Das wird nix!
Hartmut
Außer das man ein unfertiges Gerät ohne Touchanpassung kriegt, mit WERBUNG DIE MAN NICHT ENTFERNEN KANN.
;)
Werbung, die man nicht enfernen kann hat sich doch unlängst Apple patentieren lassen, oder täusche ich mich da?
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,692655,00.html
War ihr auf einer anderen Veranstaltung? Keines der Programme, die gezeigt wurden, sind nicht im entferntesten an eine Fingerbedienung angepasst. Für ein Gerät, welches mit den Fingern bedient werden soll, ziemlich schwach. Und darauf zu hoffen, daß die Programme angapsst werden kann ja nicht die Lösung sein.
Es wurde nicht mehr gezeigt, als in den ganzen anderen “Hand-Ons”. Und es scheinen noch reichlich grobe Bugs enthalten zu sein, was ziemlich merkwürdig ist, wenn es ja in kürze Verkauft werden soll.
Ach: das iPad hat einen 4:3-Bildschirm und “beschnitten” wird da gar nix. Weder im Hochkant- noch im Breitbild-Format
Mein Tip:
Auf die zweite Generation warten, dann steht das Management nicht mehr so unter Druck und die Angestellten haben mehr Zeit was stabiles zu produzieren. – Kennen wir ja von anderen Unternehmern (siehe die erste Generation iPhone) ;-)
Daniel Kottmair – du bist dir aber sicher auf der selben Veranstaltung wie wir gewesen zu sein? Nichts wurde in ausgereifter und flüssiger Form präsentiert. Nichts!!!! Ist das hier gekaufte PR oder Wunschkonzert? Das wetab ist momentan Elektronikschrott mit Restleben!
Für welche Schwindler ihr euch mittlerweile hergebt!!!!
Ich wollte es nicht ganz so extrem ausdrücken. Aber Du hast recht. Ich kann nicht verstehen, wie jemand bei Twitter schreibt “flüssig trotz Multitasking”. Erstens, hat das eine mit dem anderen nur bedingt zu tun, und zweitens war da überhaupt nichts flüssig. Praktisch jeder “klick” (ich will hier nicht von Multitouch reden, das wurde nämlich auch nicht gezeigt) war mit Verzögerungen und Wartezeiten verbunden. Von dem restlichen Geruckel fange ich gar nicht erst an. Auch wenn es hier einige nicht gern lesen möchten: wer wirklich flüssige Fingerbedienung sehen will, sollte sich dringend mal das iPad anschauen. Da starten die Programme… Mehr »
Das WeTab unterstützt Flash und es ist ein Linux-System. Das iPad ist kein Linux-System und unterstützt kein Flash. Da brauchen wir doch über den Rest gar nicht erst zu diskutieren…
Schön, dass sich der allseits beliebte Apple-Onlineschlägertrupp sich hier auch mal auf der LC einfindet! ;-) Zum Thema “ausgereift”: Steht nirgendwo im Artikel. Wir konnten das WeTab nicht selbst ausprobieren; nicht weil wir nicht durften, sondern weil schlichtweg keine Zeit war. Dafür gibt’s dann einen ausführtlichen Test später, wenn wir ein Testgerät kriegen. Zum iPad-Display: Stimmt, das ist wirklich 4:3, wird korrigiert. Sorry, ich habe dummerweise Apple geglaubt, da steht nämlich “9.7-inch (diagonal) LED-backlit glossy *widescreen* Multi-Touch display with IPS technology” bei den Techspecs auf deren iPad-Seite! ;-) Ich ging also davon aus, dass Apples Display anamorphe Pixel hat, was… Mehr »
Kann man mir mal erklären, wie man IRGENDETWAS lesen können soll, wenn man 2 A4-Seiten auf einem Tablet-Display betrachtet? das ist doch totaler Dünnpfiff. Das ist mal wieder der Versuch, einen eigentlichen Nachteil (das Ding geht nicht im zum Lesen essentiell wichtigen Portrait-Mode) euphemistisch als Vorteil zu verkaufen. Und die unangenehme Abwärme wird demnächst als Handheizung für den Betrieb im Winter propagiert.
P. S.: Und immer schön die Leser beschimpfen.
Gute Sache das WebTab. Eine vernünftige Auflösung gegenüber einem Netbook. Für vernünftiges Lesen von A4 werden mindestens 1024 Zeilen benötigt, aber lesen von Büchern (Romane, etc) A5 können zwei Seiten bei 768 Zeilen akzeptabel gelesen werden. Gedreht kann einen A4 Seite komplett gut dargestellt werden. Was mir nicht so gut gefällt, ist dass der Akku integriert wurde. Vielnutzer würden sich doch öfters einen zweiten Akku leisten und da ist es unpraktisch das Gehäuse (Servicetechniker) öffnen zu müssen. Da es Standard-PC kompatibel ist, kann das Gerät in vielen Jahren mit xubuntu oder ähnlicher Betriebssystemen für andere Zwecke weiter verwendet werden. Der… Mehr »
Es wurden bei der Presentation viele Fehler gemacht. Das liegt offensichtlich daran, dass ein Herr Hoffer kein Marketting Experte ist. Man kann nicht Äpfel mit Computern vergleichen, beide haben ihre Vor- und Nachteile. Das iPad wurde entwickelt für user die keine Ahnung vom Computer haben und es hat auch wirklich nichts mit Betriebssystem, Anwendersoftware, Programmierung oder ähnlichen Dingen die man mit einem “normalen” PC macht zu tun. Ein einfach zu bedienendes System steht im Vordergrund welches auch von tressierten Affen bedient werden kann. Das WeTap hingegen ist für Profis gemacht die Spas am Experimentieren, Programmieren und Entwickeln haben. Das System… Mehr »
Hallo Günther. Gut geschrieben. Als ich mir damals ein iPhone kaufte, war das einzige Argument, dass ich es jailbreaken konnte und mich damit von Apples Fesseln befreien kann. Inzwischen geht mir der Jobs mit seien Altherren-Eitelkeiten gegen Adbobe (obwohl Apple durch Adobe-Photo-Shop erst gross wurde) so auf den Sender, dass ich mir sicher kein iPhone mehr – geschweige denn ein iPad – kaufen werde. Das Getue um den Flash-Player ist so albern, dass wirklich nur noch “militante” Apple-Fans (Jobs forever) darin etwas Gutes sehen können. Das Theater mit der Micro-Sim ist noch schlimmer. Peinlich … echt peinlich. Und als Early… Mehr »
Was schreibt ihr hier für einen Käse?