Kaum hat Sun Microsystems die Prozessorarchitektur des UltraSPARC T1 unter der GPL zur Einsicht veröffentlicht, ist es gelungen, einen Linux-Kernel auf dem Multithread-fähigen Prozessor zum Booten zu bewegen. Eine Dokumentation des Boot-Vorgangs liegt unter [1] zur Einsicht. Geklappt hat das Bravourstück mit einer Vorabversion von Ubuntu 6.04 (Codename Dapper Drake).
Sowohl Sun als auch die Linux-Gemeinde sind damit ihren Zielen ein Stück näher gekommen. Seitens des Herstellers ist eine Akzeptanz der Prozessorarchitektur unter Entwicklern erwünscht – für die Community stellt der UltraSPARC T1 ein gleichfalls interessantes Feld dar. Er [2] gilt mit einer Leistungsaufnahme zwischen 70 und 79 Watt als energiesparend. Im Server-Bereich ist dieser Energieaspekt, nebst der Fähigkeit, Threads parallel abarbeiten zu können, ein nicht zu unterschätzendes Kaufkriterium.
Der UltraSPARC T1 ist in Versionen mit vier, sechs oder acht Cores zu haben. Die einzelnen Cores können bis zu vier Threads bewältigen, was zu einem Maximum von 32 simultanen Threads führt. Jeder Prozessorkern verfügt zudem über einen Co-Prozessor für die Verschlüsselung (RSA). Gefertigt wird der UltraSPARC T1 von Texas Instruments. Sun bietet bislang zwei Server mit dem Prozessor an, die Sun Fire T1000 und die Sun Fire T2000. Letzterer stand beim Boot-Vorgang mit Linux Pate.
[1] http://vger.kernel.org/~davem/niagara_ubuntu_boot.txt
[2] http://www.sun.com/processors/UltraSPARC-T1/index.xml




