Lennart Poettering kritisiert die Linux-Community

Lennart Poettering kritisiert die Linux-Community

„Ein kranker Ort“

Der Systemd-Entwickler und PulseAudio-Erfinder Lennart Poettering greift in einem Post auf Google+ die Linux-Community scharf an. Seiner Meinung nach sei die Community „voll von Arschlöchern“.

Er selbst sei dabei ein bevorzugtes Ziel. So habe er Hass-E-Mails erhalten, nur weil er an Open-Source-Projekten arbeiten würde. Personen hätten mehrere Petitionen gestartet, die eine Einstellung seiner Arbeit forderten. Es hätte sogar eine Sammlung von Bitcoins gegeben, um damit einen Auftragskiller zu engagieren.

Zwar hätte er sich früher auch an rauhen Diskussionen und Flamewars auf Mailinglisten beteiligt. Mittlerweile würde er aber nicht mehr persönlich. Er hätte zudem ein dickes Fell entwickelt. Aber von Zeit zu Zeit müsse er einfach feststellen, was für eine „schreckliche Community“ Linux habe.

Aus Sicht von Lennart Poettering gäbe es sogar Communities, die das Ablassen von Hass akzeptieren würden und eine ganz bestimmte Art von Personen anziehen würden – Poettering nennt hier explizit Gentoo.

Weiter führt er aus, dass Linus Torvalds ein schlechtes Vorbild sei. So würde er seine recht drastischen Worte (wie etwa die „rückwirkende Abtreibung“) auch noch als effizienten Weg bezeichnen, die Community zu leiten. Dies sei es natürlich nicht. Wenn Linux Erfolg hätte, dann trotz seines Verhaltens.

Wer Linux neu kennenlernen würde, solle sich entweder ein dickes Fell wachsen lassen oder aber weglaufen – es sei kein freundlicher Ort. Die Linux-Community würden westliche, weiße, heterosexuelle Männer in den 30er oder 40ern dominieren. Er gehöre auch zu dieser Gruppe, wobei der Müll, der über ihm ausgeschüttet würde, fürchterlich sei. Er könne sich lediglich vorstellen, wie dies für Mitglieder von Minderheiten sein würde.

Mit seinem Post auf Google+ möchte Lennart Poettering nicht um Sympathie werben, sondern ein paar Dinge über die Communities und wie diese wahrgenommen werden korrigieren. Open Source sei kein Kindergarten. Open Source sei in vielen Dingen schrecklich und man sollte sich dessen bewusst sein.

Doch nicht jeder in der Community sei so. Eine Lösung für die Probleme kann Lennart Poettering nicht anbieten. Er möchte auch nicht in eine Lösung involviert sein. Er sei nur ein Techniker, der technische Dinge tun wolle. Für sich persönlich zieht er den Schluss, dass er mit den schlimmsten Angreifern nicht mehr zusammenarbeiten möchte. Die Systemd-Community sei fantastisch, für die Mailingliste gebe es Richtlinien.

Er schließt damit, dass er sich nie wieder zu diesem Thema in öffentlicher Form äußern werde.

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