Etwas weniger Beachtung als Ubuntu findet meist die KDE-Variante der Distribution, deren Name an ein überregionales Nutztier erinnert. Doch die Entwickler von Kubuntu 9.04 waren nicht untätig und beschreiben in ihrer Ankündigung die neuen Features, die in dem Release stecken.
Zunächst wäre da die aktuelle KDE-4-Variante: Der Desktop bringt Version 4.2.2 mit, die stabiler arbeitet als vorangegangene Versionen und die nun auf Qt 4.5 basiert. Wo es nötig und angebracht ist, verwendet KDE QtCurve, um GTK-Widgets darzustellen, etwa für Gnome-Anwendungen. Vor allem Plasma wirkt in sich runder und performanter (auch mit einer Nvidia-Karte) und bringt zudem ein paar neue Spielereien mit. Einzelne Anwendungen bewegen sich ohne 3D-Beschleunigung allerdings recht träge.
Die Fortschritte der mit Ktorrent 3.2 heruntergeladenen Dateien kann der Anwender nun in Form von Plasmoiden auf dem Desktop verfolgen. Mit Amarok 2.0.2 ist die neueste Variante des Audioplayers an Bord, die zahlreiche Webmusik-Dienste integriert, darunter Last.fm, Jamendo und Magnatune. Die Software, die in ihrer jetzigen Version sämtliche Features des alten Amarok beherrscht, startet nun auch automatisch, wenn man in Dolphin eine OGG-Datei anklickt. Im kurzen Test gab es allerdings Probleme mit dem Cover-Download. Der Knetworkmanager verfügt über ein neues, recht elegantes Plasma-Widget – optisch kann man über KDE 4 also wirklich nicht meckern. Softwareinstallationen übernimmt PackageKit und löst damit das ohnehin in seiner Funktionalität recht beschränkte Adept ab.
Mit an Bord ist auch Digikam 0.10, das sich um den Fotoimport kümmert. Die niedrige Versionsnummer deutet bereits an, das Digikam das Ende seiner Entwicklung noch nicht erreicht hat. Tatsächlich handelt es sich noch nicht um eine komplette Portierung nach KDE 4, Solid- und Phonon-Support fehlen etwa, aber die Software beherrscht bereits eine Reihe von Features. Orte lassen sich dank Marble lokalisieren, Digikam unterstützt parallel mehrere Alben und das Such-Interface funktioniert besser. Mit dem neuen Digikam kommen auch erstmals die KIPI-Plugins für KDE 4 in Version 0.2, welche Import/Export-Plugins für Web-2.0-Dienste wie Facebook beinhalten. Bilder lassen sich indes am besten mit dem schon recht entwickelten Gwenview anschauen.
Bei der Installation fällt auf, dass das integrierte Partitionierungstool zwar die Partitionen (/dev/sda1 usw.) anzeigt, nicht aber – wie Ubuntu es tut – die darauf installierten Systeme namentlich nennt. Gerade bei Rechnern, auf denen mehrere Systeme laufen, würde hier eine Nachbesserung helfen. Der Bootloader trägt dann aber benachbarten Systeme korrekt ein – auch wenn er statt Kubuntu noch immer Ubuntu schreibt. Insgesamt ähnelt die Installation sehr stark der von Ubuntu 9.04, ist einfach aufgebaut und auch für Laien in recht kurzer Zeit machbar.
Beim ersten Start dauert es ein paar Sekunden, bis der komplette Desktop steht. Beim Einlegen einer Audio-CD will Kubuntu gleich die passenden Codecs installieren und bietet dann als Aktion an, die CD mit K3b auszulesen — allerdings schlägt die Umwandlung ins MP3-Format trotz installierter Codecs fehl. Jockey erkennt die Nvidia-Karte und bietet Treiber zur Installation an, stürzte dann aber beim Schließen des Fensters quasi nachträglich ab. Es gibt also noch ein paar Dinge zu tun, auch wenn der Desktop insgesamt schon einen recht ausgefeilten Eindruck macht.
Wer Kubuntu herunterladen will, findet auf den Webseiten CD-Images für 32- und 64-Bit-Rechner. Schneller gehts aber vermutlich via Bitorrent, entsprechende Links findet man ebenfalls hier, darunter auch die DVD-Variante von Kubuntu, die im wesentlichen sämtliche Sprachpakete mitbringt.











