HDCP Master-Key geleakt

HDCP Master-Key geleakt

HD-Verschlüsselung hinfällig

Die strengen Kopierschutzmaßnahmen im HD-Zeitalter und die damit verbundenen Einschränkungen (DRM) nerven primär die legalen Kunden. Das könnte nun teilweise vorbei sein, denn Intels HDCP-Verschüsselung ist dank eines angeblich geleakten Master-Keys komplett geknackt.

HDCP (High-Bandwidth Digital Content Protection) ist die auf HDMI-Kabeln verwendete Content-Verschlüsselung, die verhindern soll, dass jemand das digitale Videosignal am Videoausgang abgreift und abspieichert. Das erlaubt der Medienindustrie die volle Kontrolle über die Endgeräte, das heisst Konsumenten mit nicht-HDCP-fähigen Geräten wie Surround-Receivern, frühe Flachbildschirmen, DVI-Monitoren oder Projektoren schauen (schon heute oder in wenigen Jahren) buchstäblich (wieder) in die Röhre, denn der teure Flachbildschirm wird nutzlos. Nur zertifizierte Endgeräte mit eigenem Schlüssel werden akzeptiert, und da Keys nachträglich zurückgezogen werden können (Revocation List), was zurfolge hat, dass sämtliche Endgeräte, die diesen Geräte-Key verwenden unbrauchbar werden, ist bisher noch kein Key an die Öffentlichkeit gelangt.

Dafür gibt es nun, wie Engadget berichtet, etwas viel besseres: Den angeblichen HDCP Master Key, den ein Unbekannter auf Pastebin.com veröffentlicht und über Twitter verbreitet hat. Mit dem Master Key wäre es möglich, dass man sich selbst beliebige eigene gültige Schlüssel generiert, die somit unmöglich zu sperren sind.

Die Echtheit des angeblichen Master-Keys ist bisher noch nicht bestätigt, auch dass dieser geleakt wurde muss nicht notwendigerweise sein: Wie Scott Crosby, Ian Goldberg, Robert Johnson, Dawn Song, und David Wagner in ihrem Paper zur Analyse von HDCP feststellen, wäre auch eine Rekonstruktion des Master-Keys aus mindestens 39 Endgeräten mit eigenen Schlüsseln möglich.

Den auf AACS basierenden Kopierschutz von Blurays betrifft das zwar nicht direkt, aber ein Glied der bislang vollständig verschlüsselten HD-Kette wäre damit komplett ausgehebelt. Was durch das Entfernen der HDCP-Verschlüsselung möglich wäre sind beispielsweise digitale Videorekorder, die das digitale Bildsignal direkt in voller HD-Auflösung ohne das von der Industrie vorgesehene Herunterskalieren in SD-Auflösung aufzeichnen können, auch Framegrabber für Screenshots (z.B. PS3 oder Xbox 360) sollten nun problemlos möglich sein. Da HDCP von der Quelle unabhängig ist, könnte man nun digitale und DRM-freie Aufzeichungen aller Inhalte machen, die sonst an den HD-Fernseher geschickt werden – egal ob digitaler DRM-geschützter Download, Digitales HD-(Pay-)-Fernsehen mit “HD+“, HD-DVD oder Bluray mit AACS.

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