Während die Browser Chrome und Chromium unter vielen Betriebssystemen die Grafikkarte bei der Wiedergabe von Videos einspannen, ist dies unter Linux bislang nicht der Fall. An dieser Situation wird sich auch in der nächsten Zeit nichts ändern – obwohl ein passender Patch schon bereitsteht.
Die meisten Grafikkarten helfen mittlerweile auch bei der Dekodierung von Videos. Diese Hilfe entlastet den Hauptprozessor und schont so auf Notebooks den Akku. Anders als auf anderen Systemen dekodieren Chrome und Chromium unter Linux die Videos allerdings auf dem Hauptprozessor.
Schon seit einigen Monaten steht ein Patch bereit, der die Hardwarebeschleunigung in Chrome und Chromium auch unter Linux aktiviert. Der Patch nutzt dabei die VA-API-Schnittstelle. Allerdings haben die Chromium- und Chrome-Entwickler diesen Patch noch nicht integriert. Laut Entwickler Antoine Labour wird dies auch erst einmal so bleiben: Demnach habe man keine Absicht, den Patch in den Browser zu integrieren.
Der Grund seien Stabilitäts- und Sicherheitsbedenken: Das Ziel bei der Entwicklung sei in erster Linie ein stabiler und sicherer Browser, die GPU-Beschleunigung stehe an zweiter Stelle – sofern dies überhaupt möglich sei. Die GPU-Beschleunigung würde den Wartungsaufwand erhöhen, insbesondere im Hinblick auf die zahlreichen verschiedenen Systemkonfigurationen der Benutzer, der fehlenden Qualität bei den Treibern (dies gelte insbesondere unter Linux) und dem konstanten Auftreten von Problemen bei neuer Hardware, Treibern oder Distributionen. Die Entwickler hätten derzeit keine Ressourcen, um die auftauchenden neuen Probleme zu bearbeiten.





