Gnome will in Buttons und Menüs auf Symbole weitgehend verzichten

Gnome will in Buttons und Menüs auf Symbole weitgehend verzichten

Weniger Icons

Das Gnome-Projekt möchte in der nächsten Version 2.28 an zahlreichen Stellen auf Symbole verzichten und stattdessen nur noch Texteinträge benutzen.

Zu unübersichtlich und überflüssig sind laut einigen Entwicklern die zahlreichen Symbole in den Gnome-Menüs und auf diversen Buttons. Das Gnome-Projekt will deshalb für Version 2.28 die Symbole so weit wie möglich reduzieren und nur für Anwendungen, Dateien, Lesezeichen und Geräte beibehalten, wie Osnews.com berichtet.

Die Entwickler versprechend sich davon mehr Ordnung und eine leichtere und schnellere Bedienung. Gerade bei letzterem Punkt gibt es aber auch einige Kritik, da es laut Untersuchungen des Mozilla-Projekts deutlich einfacher ist, ein farbiges Symbol zu erkennen, als zum Beispiel aus zehn Texteinträgen den passenden zu finden.

Die vielen Symbole in den Menüs sollen verschwinden, nur die wichtigsten bleiben.

Die vielen Symbole in den Menüs sollen verschwinden, nur die wichtigsten bleiben.

Angeblich ist die Änderung bereits beschlossen, lediglich die Frage, ob es eine Checkbox geben werde, um zum alten Verhalten zurückzukehren, steht noch offen. Sonst bleibt nur der Umweg über den Gconf-Editor. Entwickler, die auf ein Symbol bestehen, müssen dazu die Gtk-Funktion gtk_image_menu_item_set_always_show_image () nutzen und ihre Anwendung entsprechend abändern.

Überrascht von der Neuerung waren unter anderem auch die Ubuntu-Entwickler und Nutzer, die an der Diskussion nicht beteiligt waren und so quasi für 9.10 vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Zurzeit hält die Diskussion noch an, in welchen Programmen man die Symbole für die nächste Ubuntu-Version noch belassen soll.

Unter KDE lassen sich die Symbole auf Buttons traditionell über eine Checkbox im KDE-Kontrollzentrum ein- und ausschalten.

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Benjamin Quest
16 Jahre her

Da haben sie wohl in Usability nicht aufgepasst. Bilder nimmt der Mensch schneller war und deutet sie (wenn sie nur halbwegs gut gemacht sind) auch intuitiv zu. Das ist bei reinem Text nicht der Fall. Das hat sich im Übrigen evolutionär auch einfach ergeben, denn der Mensch ist ein Augentier und hat bislang nur den kleinsten Teil seiner evolutionären Reise mit dem Erkennen und Zuordnen von Text zugebracht. Der größere Teil fand in Umgebungen statt, die eine schnelle Muster-(Icon)-Erkennung erforderten. Das sollte eigentlich jedem klar sein, der einmal die Menüs von bspw. OpenOffice bedient hat. Ein Icon erleichtert das Finden… Mehr »

computerversteher
16 Jahre her
Reply to  Benjamin Quest

Ich finde Text ist uebersichtlicher und einfacher erkennbar. Solange man auf einer einheitlichen Umgebung mit einheitlichen Iconsaetzen arbeitet, geht es ja noch, wenn man aber mit wechselnden Systemen oder anderen Designs zu tun hat, geht das grosse Raetselraten immer wieder los. Den Icons ist teilweise nicht anzusehen, wofuer sie stehen, intuitiv ist was anderes. Ausserdem nehmen sie viel Platz weg, ich brauche den Platz auf dem Desktop nicht fuer bunte Bilder, sondern fuer die Arbeit.

Marco
16 Jahre her

Das ist aber kein wirkliches Argument gegen Icons und schon gar nicht gegen die menschliche Natur Bilder schneller zu verarbeiten als Text. Dieses ist definitiv bewiesen.

Deine Ausführungen deuten vielmehr auf das eigentliche Problem beim Gnome-Desktop hin. Es gibt einfach kein wirklich 100%ig stringentes Icon-Theme.

Also liebe Gnome-Entwickler: Ich verstehe eure Entscheidung eher so, dass ihr einfach keine vernünftgen Icon-Designer findet, es leid seit danach zu suchen. Das wäre aber die Lösung eures Problems.

computerversteher
16 Jahre her
Reply to  Marco

“Deine Ausführungen deuten vielmehr auf das eigentliche Problem beim Gnome-Desktop hin.” Nein, das Problem gibt es auch bei anderen DE, anderer Software und auch bei Windowsanwendungen. Die Designer bekommen keine eindeutigen Designs hin. Man muss die Bedeutung der Icons in den meisten Faellen immer erst erlernen. Wenn man die Icons erst einmal kennt, ist es einfach, die Software zu bedienen. Nur, wenn man die Software und die Icons das erste mal sieht, sitzt man ziemlich dumm davor. Wenn man dann noch auf einer Installation z.B. drei verschiedene Icons fuer loeschen hat, ist das zuviel. Da kann man besser gleich “loeschen”… Mehr »

Peter
16 Jahre her

Das spricht doch aber eher dafür auf ein konsistentes Icon-Set hinzuarbeiten (oder ein konsistentes Icon-Set zu benutzen, es gibt durchaus welche). Fakt ist aber, daß ein Mensch die Bedienoberfläche MIT Icons schneller und flüssiger bedient, als eine ohne Icons. Gute Icons sind intuitiv und ersparen einem die Lernphase. Schlechte Icons, aka solche deren Bild sich nicht schnell und eindeutig der Funktion zuordnen lässt, brauchen eine Lernphase. Aber sogar schlechte Icons geben nach der Lernphase den Benutzern mehr Orientierung als gar keine. Wobei man sicherlich auch ein Menü überfrachten kann mit (schlechten) Icons. Aber das ist schon jetzt kein Problem bei… Mehr »

Ulf B.
16 Jahre her
Reply to  Peter

Kann mich hier nur 100%-ig meinen Vorrednern anschließen. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Eher sollten die Bilder / Symbole / Icons bei allen Programmen / Desktops vereinheitlicht werden. Außerdem ist es eine Todsünde Inhalte an anderer Stelle zu platzieren oder die Zuordnung zwischen Bild und Aktion zu ändern. Hier ist insbesondere M$ meist das negative Beispiel einiger Ergonomielehrender. Hier ist KDE wirklich weiter und auch meist besser an die eigene Arbeitsweise anpassbar. Ein Grund weswegen ich meist mit GNOME nicht klar gekommen bin. Also liebe GNOME Ergonomen. Überlegt Euch das noch mal genau ob Ihr die Bilder weglassen… Mehr »

Steffen
16 Jahre her

Kann wirklich nur beipflichten. Icons kann man einfach besser erkennen. Also sollte man die Icons wenigstens per Einstellung wiederbekommen können.

Ich finde den Gnome-Desktop gerade auch deswegen sehr gut, weil sie heute schon aufgeräumt ist. Trotzdem oder gerade deswegen kann man sehr produktiv damit arbeiten. Beispielsweise nutzte ich Expose sehr oft. Den KDE Desktop finde ich sehr überladen und deswegen unübersichtlich. Das ändert sich für mich auch nach längerer Gewöhnung nicht.

Auf alle Fälle sollte man mit dem Ubuntu Team zusammenarbeiten, denn die haben ja auch gerade eine Initiative in Sachen usability.

Peter
16 Jahre her
Reply to  Steffen

… dann hast Du noch nie versucht KDE 4 zu benutzen. Das ist soo aufgeräumt, dagegen ist GNOME überladen. Probier mal Linux Mint 7 KDE (gerade frisch rausgekommen). Wenn man KDE 3.5.10 gewohnt ist dann fühlt man sich um Dutzende Optionen “beraubt”. Wenn man länger mit KDE4 arbeitet merkt man, daß die Aufräumaktion doch durchaus gelungen ist. Klar, einige liebgewonnenne nicht implementierte Kleinigkeiten fehlen mir noch (und kommen hoffentlich mit KDE4.3), aber wenn man GNOME mag, dann kann man bezüglich der Aufgeräumtheit bei KDE4 absolut nicht meckern.

Armin
16 Jahre her

…das letzte worüber ich mich köstlich hätte aufregen können, war, als ihr das Cursor-blinking in Gnome globalisiert habt. Damals konnte man den Blinking Cursor abschalten, leider hatte dann auch der Cursor in Text-zeilen, wie bspw. der URL-Zeile im Firefox, kein Blinking mehr. Das ist natürlich bestenfalls grober Unsinn. Nun schockiert ihr mich erneut, indem ihr Menu-icons entfernen wollt. Was kommt als nächstes? Wird alles schwarzweiß und 2D? Wozu eigentlich Compiz? Wenn Ihr euch wirklich so um die Ergonomie sorgt, was wollt ihr dann mit wabbernden Fenstern und Schatten unter Fenstern? Eine der sinnvollsten Firefox-extensions überhaupt ist übrigens “CuteMenus”, welche für… Mehr »

Werner
16 Jahre her

Für mich haben Symbole nur einen Nachteil, nämlich dass ich sie einmal erlernen muss. (Manchmal) Aber: Symbole sind oft wesentlich kleiner als Schrift. Symbole können von Menschen mit unterschiedlicher Sprache gedeutet werden. Symbole helfen mir, meine Bedienoberfläche persönlich zu gestallten. Wenn ich nur Schrift haben will, soll das gehen, und umgekehrt auch. Vielleicht ist das nur eine Spielerei, aber mir ist bei einem Betriebssystem wichtig, dass ich es meinen Wünschen anpassen kann. Auch optisch. Auf meinen Rechner muss nicht jeder gleich Erkennen wofür was steht. Wenns notwendig ist soll er mit meiner Einverständnis Umschalten können. Ich will sogar unbedingt umschalten… Mehr »

Nepa
16 Jahre her

Unter Gnome kann man im Moment auch die Icons ausblenden lassen. Ich finde das viel angenehmer und vor allem platzsparender bei kleinen Displays wie z.B. beim Netbook.

Wenn das die Voreinstellung wäre hätte ich damit auch keine Probleme aber “erzwingen” finde ich nicht gut.

Das die Ubuntu-Community damit ein Problem hat kann ich gut verstehen, wobei das wohl eher eine Sorge um die Icon-verwöhnten OS-Wechsler ist.

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