Nach längerem Hin-und-Her hat Oracle Vice President Wim Coekaerts die Erlaubnis erteilt, die Lizenz des Codes von Sun RPC zu ändern. Damit sind unter anderem Glibc und Portmap nicht länger in Gefahr, Urheberrechte zu verletzen
Der ehemalige Open-Source-Beauftragte von Sun Microsystems, Simon Phipps, beschreibt in seinem Blog die Geschichte des alten RPC-Codes ((Remote Procedure Call)), der in Teilen in der für Linux existenziellen Glibc auftauchte. Wann der ursprüngliche RPC-Code entstanden ist, lässt sich laut Phipps nicht mehr genau nachvollziehen, es dürfte in den frühen 80er Jahren gewesen sein, zumindest aber vor es die GPL überhaupt gab, berichtet er. Obwohl Sun schon damals eine großzügige Verwendung des Codes erlaubte, in jedem Programm und für jeden Zweck, habe eine Passage der Lizenzierung aus Sicht der GPL einen Fallstrick beinhaltet, es war nicht erlaubt, das Modul zu kommerzialisieren, ohne es in den Zusammenhang eines größeren Werkes zu stellen.
Schon zu seiner aktiven zeit bei Sun zählte es zu den Projekten von Phipps, die Lizenzänderung in eine GPL-konforme zu erreichen. Im Jahr 2009 erhielt er das Einverständnis von Sun und verkündete den Erfolg bei der Fosdem. Dann aber, so berichtet Phipps, gab es Probleme: Red Hat, das die Lizenzänderungen in den betreffenden Dateien der Glibc vornehmen wollte, hatte kein schriftliches Einverständnis von Sun in Händen. Anschließend verschlang die Übernahme durch Oracle weitere Zeit. Jetzt allerdings könne der Vollzug gemeldet werden, schreibt Phipps. Die Dateien von Glibc seien bereits geändert. Eine BSD-Lizenz kommt zum Einsatz. Phipps hebt den Einsatz von Red-Hat-Entwickler Tom “Spot” Callaway hervor, der hartnäckig bei Oracle angefragt habe.Callaway blogt ebenfalls zum RPC-Thema.





