Die mitgelieferten Werkzeuge in der quelloffenen MS-DOS-Alternative FreeDOS laufen jetzt stabiler, obendrein haben die Entwickler einige Fehler eliminiert. Der Kernel stammt allerdings noch aus der Vorversion FreeDOS 1.3.
Laut FreeDOS-Team sei der bereits in Arbeit befindliche neue Kernel noch nicht einsatzbereit. In der Folge läuft zwar Windows 3.1 unter FreeDOS 1.4 im Standard-Modus, Windows for Workgroups lässt sich aber weiterhin nicht starten. Sobald der neue Kernel verfügbar sei, würden ihn die Entwickler zunächst im Rahmen der monatlich erscheinenden Vorab-Releases integrieren und dort ausführlich testen. Einen genauen Zeitplan nennt das FreeDOS-Team jedoch noch nicht.
Verbesserte Tools
Die meisten Änderungen in FreeDOS 1.4 betreffen die enthaltenen Tools. Die Arbeiten fanden dabei durchweg unter der Haube statt, sorgen aber für ein stabileres System. So verliert etwa das Partitionierungswerkzeug Fdisk keine Daten mehr, wenn es viele Partitionen gleichzeitig jonglieren muss.
Xcopy kopiert komplette Verzeichnisse mit einem verbesserten rekursiven Verfahren. Das Tool Move darf einen größeren Stack und somit mehr Speicher für Verwaltungsdaten verwenden, was wiederum beim rekursiven Verschieben von Dateien einen Absturz (in Form eines Stack Overflows) verhindert. Der command.com-Ersatz FreeCOM verbessert die Kompatibilität zum Vorbild aus MS-DOS, die TCP/IP-Tools laufen stabiler, während die Entwickler das Hilfesystem FDHelp sogar von Grund auf neu implementiert haben.
Einige weitere Anwendungen liegen zwar ebenfalls in neuen Versionen vor, sie erschienen aber zu spät, um noch in FreeDOS 1.4 aufgenommen werden zu können. Hierzu zählt beispielsweise der Blocek Texteditor. Diese Programme finden sich jedoch in den monatlich erscheinenden Test-Releases und sollten somit auch in die nächste FreeDOS-Version einfließen.
Schrumpfkur
Änderungen gab es schließlich noch bei der Paketauswahl auf den bereitgestellten Startmedien: Die Live-CD und die Bonus-CD von FreeDOS 1.3 enthielten teilweise die gleichen Werkzeuge. So fand sich etwa der Open Watcom C-Compiler auf beiden Scheiben. Laut den FreeDOS-Entwicklern war damit jedoch einigen Anwendern nicht klar, dass auf der Bonus-CD tatsächlich noch weitere zusätzliche Programme lagen.
Das FreeDOS-Team hat deshalb auf den Medien aufgeräumt: Mit FreeDOS 1.4 liegt jedes Softwarepaket nur noch auf einer der beiden CDs. Als angenehmer Nebeneffekt schrumpfen die Medien. So nimmt die Live-CD nur noch rund 300 MByte ein, die Bonus-CD verliert sogar rund 150 MByte und wiegt jetzt lediglich 400 MByte.





