Facebook und Google+: Nein Danke!

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Boykott

Der Free-Software-Aktivist Bradley M. Kuhn boykottiert proprietäre Social-Networking-Dienste, obwohl er dadurch Diskussionen verpasst.

“Facebook ist proprietäre Software.” So bringt Kuhn seine Position auf den Punkt. Den Quelltext der serverseitigen Anwendung bekämen nur die Mitarbeiter der Internetfirma zu sehen, selbst der Client-Teil sei proprietäres Javascript im Obfuscated-Stil. “Würde ich Facebook benutzen, könnte ich auch gleich ein proprietäres Binärprogramm auf meinen GNU/Linux-System installieren,” schlussfolgert der Verfechter freier Software.

Google+ ist seiner Ansicht nach nicht viel besser, auch wenn Google bessere Sympathiewerte bei der Open-Source-Community habe. Der Suchmaschinenkonzern dürfte die Daten der Anwender genauso wie die Konkurrenz zu Werbezwecken auswerten, mutmaßt Kuhn. Er bedauert, dass viele Diskussionen im Open-Source-Bereich in den letzten Monaten von Blogs und Mailinglisten nach Google+ umgezogen sind. Wer wie er sich dort nicht anmelde, sei praktisch ausgeschlossen. Der soziale Druck sei groß, mitzumachen – in diesmal komme er nicht von außerhalb, sondern von innerhalb der Community.

Das hält Bradley M. Kuhn für eine neue Herausforderung für überzeugte Free-Software-Enthusiasten. Sie hätten schon immer freie Alternativen gesucht, geschaffen und benutzt. Daher wirbt er für Standards wie IRC und XMPP sowie den frei lizenzierten Microblogging-Dienst Identi.ca.

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2 Kommentare
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GoaSkin
14 Jahre her

Mit Mitte 30 gehöre ich zwar nicht zur alten Schule, aber schon zur Generation, die das Internet schon kurz nach dem Zeitpunkt nutzte, als es nicht mehr militärischen und wissenschaftlichen Einrichtungen vorbehalten war. Der frühe Internet-Nutzer gewöhnte sich daran, dass der Browser dem reinen Abrufen von normalen Webseiten dient, während es für alle anderen Anwendungsbereiche gesunderte Dienste sammt Client und individuellem Netzwerkprotokoll gibt: IRC zum chatten, NNTP für Diskussionen etc. Nachdem Journalisten später Begriffe wie Web2.0 in den Mund nahmen, konnte ich darüber nur den Kopf schütteln – ein Begriffsfindungsversuch für eine Sache, die eigentlich garnicht definierbar ist. Das Web2.0… Mehr »

Rabastel
14 Jahre her
Reply to  GoaSkin

Die freie Meinungsäußerung beginnt damit, dass nicht Leute abgetan werden, die schlicht weg einen anderen Geschmack haben, wie zum Beispiel Bild lesen und Privatfernsehen sehen. Damit beginnt ja schon das “Auschliessen”. Eigentlich macht doch Tolereanz das Dazugehören aus.

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