Die stabile openSUSE-Variante frischt in ihrer neuen Version die verfügbaren Programmpakete auf. Gleichzeitig rückt die Distribuition noch näher an SUSE Linux Enterprise heran.
So entsteht openSUSE Leap 15.3 nicht mehr nur aus dem Quellcode des Enterprise-Linux, sondern nutzt ab sofort sogar die gleichen Binaries. Dies verbessert noch einmal die Kompatibilität zwischen den beiden Systemen. Die openSUSE-Entwickler unterstützen Leap 15.3 zudem mindestens 18 Monate. Wer den Support für Suse Linux Enterprise (SLE) nicht benötigt, bekommt so eine kostenlose Alternative. Das Entwickler-Team sieht den Einsatz der Distribution vor allem bei der Migration auf SLE sowie bei Akzeptanztests. Des Weiteren soll Leap als System für Entwickler dienen, die später ihre Software auf SLE betreiben. Eine Migration zu SLE soll mit wenigen Handgriffen vollzogen sein.
Die Verwandtschaft zu SLE betrifft allerdings nur das Basissystem. Dieses haben die Entwickler um weitere Pakete aus der Community ergänzt. Diese Pakete stehen gleichzeitig im SUSE Package Hub für SLE-Anwender bereit.
Neues an der Basis
Zu den größten Neuerungen in openSUSE Leap 15.3 zählt der Paketmanager DNF in Version 4.7.0. Seine Python-API gilt ab sofort als stabil. Mit an Bord ist zudem eine in C implementierte, leichtgewichtige DNF-Variante namens „Micro DNF“. Gedacht ist das Tool vor allem für den Einsatz in schwachbrüstigen oder kleinen Systemen, wie etwa Containern.
Bei den Desktop-Umgebungen steht unter anderem Xfce 4.16 zur Wahl. Dessen Anwender erhalten einen neuen Satz Symbole und eine überarbeitete Farbpalette. Überarbeitet haben die Xfce-Entwickler auch die Systemeinstellungen. Die weiteren Desktop-Umgebungen liegen in stabilen Fassungen vor: KDE Plasma meldet sich in der LTS-Version 5.18, Gnome kommt in Version 3.34 zum Einsatz. Das Installationsschema (Pattern) für Cinnamon haben die Entwickler überarbeitet. Insgesamt stehen acht Desktop-Umgebungen zur Auswahl.
Neues für Anwender
Neben GNU Health in Version 3.8 offerieren die Repositories erstmals auch den persönlichen Gesundheitsmanager MyGNUHealth. Die Container-Tools Containerd, Podman, Kubeadm und CRI-O bringen gegenüber den Versionen in openSUSE Leap 15.2 nur sicherheitskritische Fehlerkorrekturen mit. Entwickler freuen sich über die Machine Learning Frameworks Tensorflow, PyTorch und ONNX. Die Auswertung und Visualisierung von (Log-)Daten übernehmen Grafana und Prometheus.
openSUSE Leap 15.3 unterstützt erstmals offiziell IBM Z- und LinuxONE-Systeme (mit s390x-Architektur). Da openSUSE Leap jetzt auf den Binaries von SLE basiert, gibt es zudem auch offizielle Installationsmedien für PowerPC- und Aarch64-Plattformen.
Sämtliche Neuerungen stellt die offizielle Ankündigung vor, weitere Informationen liefern die Versionshinweise.





