Gerüchte gab es schon länger, jetzt bestätigt es Sones-CEO Richard Doll im Interview mit Linux-Magazin Online erstmals: Der Datenbankspezialist Sones, die Kernentwickler von Mono um Miguel de Icaza und dessen neue Firma Xamarin arbeiten an einer Stiftung für das freie .NET-Projekt. Diese soll den Namen Mono Foundation tragen und sich vor allem um die Entwickler und die Konferenzen kümmern.
“Ja, die Planungen laufen, wir hoffen, eine ‘Mono Foundation’ in den nächsten Monaten auf die Beine zu stellen,” sagt Richard Doll, CEO des deutschen Datenbankherstellers Sones, dem Hersteller der NoSQL-Datenbank Graph DB. Einige Sachen seien zwar noch zu klären, doch die Zeichen stünden gut.
Parallel zu dem Bestreben der Mono-Entwickler Icaza und Friedman, die mit ihrer frisch gegründeten Mono-Firma Xamarin (Linux Magazin Online berichtete) verstärkt den mobilen Markt angreifen wollen, soll für die Developer und zur Unterstützung der Monospace Conference eine Stiftung ins Leben gerufen werden. Als Vorstände für die neue Foundation stünden einige Entwickler sowie Doll selbst zur Verfügung, dem auch eine “Monospace Europe” nach amerikanischen Vorbild vorschwebt, für die sich Sones stark macht. Ob die Gründung bis zur Monospace Conference (Ende Juli in Boston) klappt, ist noch offen: “Da müssen wir noch einiges klären,” sagt Doll, und verweist auf die Beteiligung der Mono-Entwickler und laufende Diskussionen.
Sones: Schneller dank Monos Garbage Collector
Doll sieht seine Firma selbst als Mono-Vorzeigeobjekt. Sones hatte die Graphen-Datenbank in .NET und C# entwickelt. “Mit Mono konnten wir Graph DB ohne große Aufwände auch gleich auf Linux und Mac OS zum Laufen kriegen. Wir sind quasi ein Beweis dafür, wie weit Mono mittlerweile ist, und dass auch eine Middleware-Firma das sinnvoll einsetzen kann”, erklärt er.
Vor einem Jahr veröffentlichten die Leipziger die Datenbank als Open-Source-Projekt, Mono ist dabei von zentraler Bedeutung für die Multi-Plattform-Strategie und braucht sich nach Herstellerangaben auch bei der Performance nicht hinter .NET verstecken. “Vor allem der mit Mono 2.8 eingeführte neue Garbage Collector [SG-Gen, d. Red.] war da ein großer Sprung nach vorne, der deutlich mehr Performance gebracht hat”, schwärmt der CEO. Einen Vergleich von Performancedaten von Graph DB auf Mono und .NET findet sich im Entwicklerblog von Sones.
Sones Graph DB ist eine Datenbank auf der Grundlage der Graphentheorie. Graphen bestehen hierbei aus Knoten (Informationen) und Kanten (Beziehung zwischen Informationen) und haben eine atomare Struktur. “Alle Informationen und Beziehungen untereinander werden auch genauso gespeichert. Der große Gewinn dabei ist, dass unvorteilhafte, performance-fressende Joins und Lookups wie bei relationalen Modellen entfallen. Graph-Datenbanken glänzen vor allem bei bei semi-strukturierten und unstrukturierten Daten. Für Anwender ist also die Kombination aus SQL und Graph-Datenbanken sinnvoll – je nach Einsatzgebiet.”, so Doll zu Linux-Magazin Online. Die aktuelle Version 2.0 von Sones Graph DB findet sich als virtuelles Image mit Beispieldaten auf der DELUG-DVD des in den nächsten Tagen erhältlichen Linux-Magazins 07/11.






