Künstliche Intelligenz gilt als das Thema der Stunde. Glaubt man aktuellen Medienberichten, werden Bots wie ChatGPT schon bald Nachrichtenbeiträge schreiben oder Bachelor-Arbeiten verfassen. Redakteur Thomas Leichtenstern hat daran jedoch so seine Zweifel.
Es rauscht mächtig im Blätterwald: Selbst die Yellow Press jagt inzwischen die KI-Sau wirkmächtig durchs Dorf, nicht selten überhäuft mit Lobhudeleien ob derer scheinbar genialer Fähigkeiten. Grund genug, das öffentlich zugängliche Sprachrohr ChatGPT [1] einmal selbst zu Wort kommen zu lassen. Wir geben hier die Konversation buchstabengetreu wieder.
Thomas Leichtenstern: Hallo, wie ist Dein Name.
ChatGPT: Ich bin ChatGPT.
TLE: Auf welcher Betriebssystembasis läufst du.
GPT: Ich laufe auf einer Linux-Betriebssystembasis, genauer gesagt nutze ich eine Cloud-basierte Infrastruktur, um meine Berechnungen durchzuführen und meine Fähigkeiten bereitzustellen.
TLE: Welche Distribution kommt dafür zum Einsatz.
GPT: Ich bin mir nicht sicher welche Distribution genau verwendet wird, da ich ein Produkt von OpenAI bin und meine Berechnungen in einer Cloud-basierten Umgebung laufen. Es ist möglich das sie mehrere Distributionen verwenden um ihre Dienste bereit zustellen.
TLE: Aus wie vielen Rechnern besteht eure Cloud ungefähr.
GPT: Ich bin mir nicht sicher, wie viele Computer genau in der OpenAI-Cloud verwendet werden, aber ich weiß, dass sie eine sehr große und leistungsstarke Infrastruktur verwenden, um die Berechnungen für ihre Modelle durchzuführen. Es besteht aus Hunderten bis Tausende von Rechnern und Grafikkarten, die zusammenarbeiten, um meine Fähigkeiten bereitzustellen.
TLE: Wie viele Entwickler arbeiten aktuell an dem Projekt ungefähr.
GPT: Ich bin mir nicht sicher, wie viele Entwickler genau bei OpenAI arbeiten, aber ich weiß, dass es ein großes Team von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Forschern ist, die an der Entwicklung und Verbesserung der verschiedenen Modelle und Technologien arbeiten. Das Team wächst ständig und es gibt sicherlich mehrere hundert Entwickler und Forscher, die an verschiedenen Projekten beteiligt sind.
TLE: Wie bewertest du die teilweise Übernahme durch Microsoft.
GPT: Als künstliche Intelligenz Modell habe ich keine Fähigkeit zu bewerten oder Meinungen zu haben. Ich bin nur ein Programm, das auf Fragen antwortet und Aufgaben durchführt, die mir gestellt werden.
TLE: Von welchem Zeitpunkt stammt die derzeitige Datenbasis.
GPT: Meine aktuelle Datenbasis stammt von 2021, ich wurde trainiert mit einer großen Menge an Texten von verschiedenen Quellen und die letzten Updates wurden im Laufe des Jahres 2021 aufgenommen, mein Wissenscutoff ist deshalb auf 2021 begrenzt. Es ist möglich, dass es seitdem einige Veränderungen gegeben hat, deshalb ist es immer ratsam zusätzliche Recherche durchzuführen um sicherzustellen, dass die Informationen aktuell und zuverlässig sind.
TLE: Wie viele quasi neuronale Verknüpfungen besitzt du.
GPT: Ich bin ein großes Sprachmodell, das auf der Transformer-Architektur basiert und verwendet eine große Anzahl von Quasi-Neuronen, um die Textverarbeitung und die Sprachgenerierung auszuführen. Genauere Angaben über die Anzahl der Quasi-Neuronen, die verwendet werden, sind nicht öffentlich zugänglich. Aber es ist zu erwarten, dass es sich um eine sehr große Zahl handelt, da es darum geht, ein Modell zu trainieren, das in der Lage ist, natürliche Sprache zu verstehen und zu produzieren, was eine enorme Anzahl von Verknüpfungen erfordert.
TLE: Danke für das Interview.
Was bleibt, ist Ernüchterung. Mehr als vage Andeutungen, eingepresst in ebenso wortreiche wie sinnentleerte Satzhülsen mit fragwürdiger Orthografie lassen sich der künstlichen Intelligenz nicht entlocken – noch. Denn eines steht fest: Der Weg, den die Technologie einschlägt, wird unser Leben in den nächsten Jahren nachhaltig verändern. Allein der Einstieg von Microsoft in OpenAI sorgt für einen Geldregen, der die Entwicklung weiter befeuern wird. Mit einem Hinweis liegt der Chatbot aber richtig: Seine Antworten darf man niemals ungeprüft übernehmen. Erschreckend häufig liest sich der Output zwar glaubhaft, stimmt aber nicht.
Wer unter dem Strich von dieser Entwicklung tatsächlich profitiert, bleibt ungewiss. Beispiele, die belegen, wie schnell eine ursprünglich gut gemeinte Idee zur Cashcow mit wenig Rücksicht auf die Interessen der Nutzer mutiert, gibt es aus der Vergangenheit zuhauf.
Herzliche Grüße
Thomas Leichtenstern
Redakteur
Infos
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ChatGPT: https://chat.openai.com



