Meta möchte seine User mit Extras wie Klingeltöne und Premium-Sticker in ein Abomodell locken. Für ältere Semester winken Tracking- und Werbefreiheit. Irgendwie kommt mir die Sache ziemlich bekannt vor.
Vor gut 20 Jahren raste ein silbergraues Ungetüm mit ohrenbetäubendem Krach in mein Teenie-Leben: ein anthropomorpher, CGI-animierter Frosch in antiquiert wirkender Motorradkluft inklusive Windschutzbrille. Interessanterweise ohne Moped, aber dafür mit der passenden Geräuschkulisse. “Ring ding ding daa baa baa aramba baa bom baa barooumba” – na, klingelt’s? Wer es tatsächlich erfolgreich geschafft hat, dem Crazy Frog zu entgehen, findet ihn auf Youtube [1] konserviert.
Als Handyklingelton legte das verrückte Vieh Mitte der 2000er eine sagenhafte Karriere hin. Wenn der Crazy Frog nicht gerade das Jamba-Sparabo anpreisend über den Fernsehbildschirm düste (angeblich bis zu 150 Mal täglich bei den beiden großen Musiksendern [2]), plärrte er aus gefühlt unzähligen Hosen- und Handtaschen, und die Welt lernte, was eine Abofalle ist. Bei mir schnappte sie aber nicht zu: Ich fand nicht nur den Crazy Frog stark verzichtbar, sondern verstand auch prinzipiell nicht, warum ich für einen Klingelton mein spärliches Prepaid-Guthaben auf den Kopf hauen sollte. Töne produzierte mein Handy ab Werk, SMS schlugen mit 15 bis 19 Cent zu Buche.
Zwei Dekaden später kostet eine Textnachricht theoretisch nichts mehr – die monatliche Handyrechnung mal großzügig ausgeklammert. Längst verschicken wir Nachrichten nicht mehr per Mobilfunk, sondern mit Messengern wie WhatsApp über das Internet. Nicht umsonst finden sich im täglichen Sprachgebrauch Sätze wie “Schreib mir einfach ‘ne WhatsApp”. Laut Bundesnetzagentur [3] haben Metas Produkte bei den Online-Kommunikationsdiensten die Nase mit w...
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