Der nagelneue Asus Mini PC PN51 bietet eine üppige Ausstattung zum erschwinglichen Preis und glänzt mit hoher Linux-Kompatibilität.
Der Asus Mini PC PN51 basiert auf einer AMD-CPU vom Typ Ryzen 5500 mit sechs Kernen, kann bis zu vier Monitore betreiben und bietet zu einem erschwinglichen Einstiegspreis ab 500 Euro eine üppige Ausstattung. Asus bewirbt das Gerät sowohl als Media Station wie auch als Kiosk-Gerät, Thin Client oder kompletten Desktop-Ersatz.
Der mit 11 mal 11 Zentimeter Grundfläche und knapp 5 Zentimeter Höhe erstaunlich kleine PN51 ähnelt auf den ersten Blick einem Mini-PC nach Vorbild von Intels NUCs, wartet aber mit leistungsfähiger Hardware auf. Mit nur 700 Gramm Gewicht fühlt er sich eher wie ein Single Board Computer denn wie ein voll ausgestatteter PC an. Mit Standardnetzteilen betreibbar eignet er sich bestens für den mobilen Einsatz, wo immer Monitore verfügbar sind, etwa auf Konferenzen oder bei Vorträgen.
Tatsächlich passt der winzige PN51 auch in eine Damenhandtasche oder einen kleinen Rucksack – eine etwas andere mobile Erfahrung. Obwohl er nur etwa dreimal so groß ist wie ein Raspberry Pi, fällt sein Einsatzgebiet doch um ein Vielfaches breiter aus.
Die Autoren testeten einen PN51-BB555MDE1 mit 8 GByte RAM. Die wichtigsten technischen Daten fasst die Tabelle “Hardwarespezifikationen” zusammen, detaillierte Informationen finden Sie direkt beim Hersteller [1]. Im Test verwendeten die Autoren die Werkzeuge aus der Tabelle “Nützliche Hardwarekommandos”.
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Kategorie |
Ausstattung |
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Prozessor |
AMD Ryzen 5 5500U |
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Arbeitsspeicher |
Kingston 8 GByte DDR4 SO-DIMM, 2400 MHz |
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Grafikkarte |
AMD Radeon Vega 7 |
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Festplatte |
2,5 Zoll (nicht mitgeliefert, im Test Intel-SSD) |
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Netzwerk |
GbE (Realtek 8111EP 2.5G LAN, Realtek RTL8125B-CG) |
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WLAN/Bluetooth |
Intel Wireless 8265 / 8275 (rev 78) |
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Anschlüsse Vorderseite (Abbildung 1) |
1 USB 3.1 Gen2 Type-C, 1 USB 3.1 Gen1 Type-A, 1 4-in-1-Card-Reader, 1 Consumer Infrared Sensor, 2 Microphone Array, 1 Audioanschluss, 1 Kensington-Lock |
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Anschlüsse Rückseite (Abbildung 2) |
1 HDMI, 1 USB 3.1 Gen2 Type-C (inkl. DP-out), 1 Configurable Port (VGA/COM/DP/LAN), 2 USB 3.1 Gen1 Type-A, 1 DisplayPort 1.4, 1 DisplayPort 1.2, 1 VGA, 1 RJ45, 1 COM |
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Lautsprecher |
ohne |
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Mikrofon |
Asus Microphone Array (Family 17h, abschaltbar durch Klinkenstecker) |
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Netzteil |
65 Watt (extern, 19 Volt, Acer Delta ADP-65DE B) |
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Gewicht |
0,7 Kilogramm (mit Festplatte) |
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Maße (B x H x T) |
11,5 x 4,9 x 11,5 Zentimeter |
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Lautstärke (Idle / Vollast) |
21,9 dbA / 34,7 dbA |
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Stromverbrauch (Idle) |
8,5 Watt |
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Preis |
ab etwa 500 Euro (je nach Ausstattung) |
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Hardwareinfo |
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Stresstest |
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Lasttest |
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Lüfterregelung |
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BIOS auslesen |
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Festplatten |
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Suspend/Resume |
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Wake on LAN |
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Videotreiber |
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Audiotreiber |
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Netzwerktreiber |
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Erster Eindruck
Nach dem Auspacken fielen schnell zwei Dinge auf: Asus hatte keine Festplatte mitgeliefert, offensichtlich war das zugesandte Gerät als Thin Client gedacht. Eine Intel-SSD der Autoren musste also aushelfen. Dafür bietet der PN51 eine besonders pfiffige Lösung: Die 2,5-Zoll-Platte kommt in einen Einschub unter dem Gehäusedeckel, der sie beim Schließen automatisch in die richtigen Anschlüsse befördert (Abbildung 3). Umgekehrt kann man das Gehäuse nicht öffnen, ohne die Festplatte abzustecken. Erstaunlich aufgeräumt und kompakt präsentiert sich das Innere des Kleinst-PCs.

Abbildung 3: Auf der Rückseite des Gehäusedeckels befindet sich ein Einschub für eine SSD oder Festplatte. Die rutscht beim Schließen automatisch in ihre Anschlüsse.
Distributionen
Im Test sollten verschiedene Linux-Distributionen zeigen, wie sie mit der Hardwarekombination zurechtkommen. Die Tabelle “Linux-Distributionen auf dem Asus PN51-BB555MDE1” zeigt, wie sie sich auf dem PN51 einrichten ließen. Ziel für die Installation war eine Multi-Monitor-Umgebung mit einem Thunderbolt-Dock sowie verschiedenen USB-Webcams und -Mikrofonen.
Erfreulich: Bei der Mehrheit der getesteten Systeme gab es keine Probleme, nur zwei verweigerten die Installation. Fedora 34 ließ sich zwar einrichten, lief dann aber so langsam, dass keine Videokonferenzen möglich waren. Debian 11 scheiterte beim ersten Reboot, was sich allerdings leicht mit dem Non-free-Image beheben ließ. Bei Debian “Stable” kann man sich aber ohnehin nicht unbedingt darauf verlassen, dass neueste Hardware sofort funktioniert; für proprietäre Treiber gilt in jedem Fall die Non-free-Repos einzubinden.
Ubuntu 20.04 LTS erkannte die Bildschirmauflösung nicht, alle anderen Distributionen inklusive Kubuntu 21.04 und OpenSuse Tumbleweed, aber auch Exoten wie Solus oder PopOS ließen sich problemlos installieren. Dass die Rolling-Release-Varianten Tumbleweed und Manjaro keine Probleme hatten, erscheint angesichts des neueren Softwarestands wenig verwunderlich; Debian 11 und Ubuntu 20.04 LTS wirken da im Vergleich doch etwas betagt. Dennoch: Ein wenig Bastelei dürfte alle Probleme lösen, der PN51 ist grundsätzlich voll Linux-kompatibel.
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Distribution |
Installation |
Videotreiber |
Audio |
Bluetooth |
Netzwerk |
Anmerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|
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Debian 11 |
ja |
nein |
– |
– |
– |
Erfolgreich installiert, aber Reboot scheitert. |
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Debian 11 non-free |
ja |
ja |
ja |
nein |
ja |
– |
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Ubuntu 20.04 LTS |
nein |
nein |
– |
– |
– |
Monitor (Auflösung) nicht erkannt. |
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Kubuntu 21.04 |
ja |
ja |
ja |
ja |
ja |
– |
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OpenSuse Tumbleweed |
ja |
ja |
ja |
ja |
ja |
– |
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Fedora WS 34 |
ja |
nein |
ja |
ja |
ja |
Sehr langsam, Videokonferenzen nicht möglich. |
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PopOS 21.04 |
ja |
ja |
ja |
ja |
ja |
– |
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Solus 4.3 Budgie |
ja |
ja |
ja |
ja |
ja |
– |
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Manjaro KDE 21.0.6 |
ja |
ja |
ja |
ja |
ja |
Distributionsstand vom 21.7.2021. |
Keine Sensoren
Alle auf den PN51 angesetzten Tools funktionierten problemlos, lediglich die Phoronix-Testsuite verweigerte hartnäckig die Installation. Skripte stürzten ab, Webbrowser blieben hängen, Abhängigkeiten wurden nicht erfüllt. Nur auf Debian konnten die Autoren die Testsuite zum Laufen bringen, allerdings ohne dass sie Ergebnisse produzierte. Auch Sensors-detect meldete nur Fehler; vermutlich war die mangelnde Unterstützung für die recht neuen Chipsätze des PN51 das Problem. Dmidecode, Inxi, Iperf und alle anderen Programme lieferten die gewünschten Resultate und bestätigten die Herstellerangaben.
Ryzen und Thunderbolt
Am Thunderbolt-Dock übernahm der PN51 sofort alle angeschlossenen Geräte inklusive der beiden vorhandenen Monitore. Die vom Hersteller beworbenen 4-Monitor-Setups setzen allerdings ein wenig Vorsicht bei der Display-Auswahl voraus: Ein betagter HD-Monitor von Samsung funktionierte nur mit zwei anderen Displays zusammen, nicht aber mit drei. Eine Kombination mit vier neuen, HDMI/DP-fähigen Monitoren lief problemlos (Abbildung 4). Einen Unterschied machte auch die Auswahl der Anschlüsse im Zusammenspiel mit dem Dock. Planen Sie einen Multi-Display-Einsatz, sollten Sie also vorab recherchieren, ob das mit den von Ihnen angepeilten Monitoren klappt.

Abbildung 4: Sowohl Xrandr als auch die KDE-Settings erkannten alle vier Monitore, aktivieren ließen sich aber immer nur drei.
Ein wenig ärgerlich ist, dass die meisten Ryzen-Boards kein Thunderbolt-Power-Management unterstützen. Der Power-Schalter auf dem Dell-Dock blieb beim PN51 ohne Funktion, genauso wie bei einem Acer Swift 3, einem Ryzen-Notebook der Autoren, das obendrein auch ein separates Ladegerät verlangt. Beim Asus PN51 ist das egal: Das Dock dient ihm nur als USB- und Monitor-Hub, bei dem die angeschlossenen Geräte genauso ihren Dienst verrichten wie die direkt am Gehäuse.
Das Problem liegt wohl bei den Herstellern der Motherboards. Vielleicht kommen ja bald Platinen mit Chipsätzen, die auch das Laden an USB-C unterstützen. Beim PN51 erscheint das weniger relevant als bei einem Laptop, doch im mobilen Einsatz würde das bedeuten, ein Gerät (Netzteil plus Kabel) weniger schleppen zu müssen.
Videokonferenzen
Videokonferenzen liefen auf allen installierten Linuxen mit Ausnahme von Fedora flüssig, HD-Videos mit den freien Grafiktreibern und Playback in 1080p-Qualität ebenso. Auch das Aufzeichnen mit Tools wie Webcamoid oder Guvcview funktionierte, gelegentliche leistungsbedingte Aussetzer dürften der SSD anzulasten sein.
Mit Guvcview funktionierten die Webcams Creative Live Cam Sync 1080P V1, Aukey 1080p PC-W3 und Jelly Comb 1080P CM002 sowie 1080P W02. Audacity erkannte die Mikrofone und Headsets Speedlink Capo USB SL-800002-BK, Razer Seiren Mini, Plantronics Blackwire C320 und Logitech 960. Mit all diesen Geräten waren virtuelle Meetings mit Jitsi oder anderen Videoconferencing-Tools problemlos möglich.
Mikrofon und Lüfter
Der Asus Mini PC PN51 bringt aber auch ein eingebautes, fest verdrahtetes Mikrofon mit – eine zwingende Voraussetzung, will der Hersteller das Gerät als “Cortana-ready” bewerben. Microsofts Sprachassistent hilft ja mittlerweile schon bei der Installation, ohne Mikrofon bekommt keine Hardware mehr dieses Label. Die Audioqualität des integrierten Mikros hält sich in Grenzen: Es schnappt jede Menge Umgebungsgeräusche auf, auch den Lüfter, was sich vermutlich bei einem im Gehäuse verbauten Mikrofon nur schwer vermeiden lässt. Ausschalten kann man das Mikrofon nur, indem man einen Klinkenstecker in die Audiobuchse steckt, eine BIOS-Einstellung dazu fehlt.
Apropos Lüfter: Der Mini-PC ist nicht lüfterlos, im Gegenteil – vor allem unter Last hört man den Ventilator, der etwa schon bei HD-Videos von Youtube anspringt. Der Quirl wird zwar nicht sehr laut, doch empfindliche Gemüter dürften den PN51 vermutlich doch unter den Tisch packen.
Fazit
Mit dem kleinen PN51 hat Asus ein attraktives Angebot im Rennen, das Linux-Anwendern Freude bereitet und sich auch für den kleinen Geldbeutel eignet. Den Pluspunkten der geringen Größe, hohen Flexibilität, der vielen (Video-)Anschlüss und der guten Linux-Kompatibilität stehen jedoch auch Nachteile gegenüber, wie das Lüftergeräusch, das mangelnde Thunderbolt-Power-Management und das stets aktive Mikrofon.
Dank Leistung, Formfaktor und Anschlüssen ersetzt das Testgerät jetzt auf dem Desktop der Autorin den bisher genutzten Lenovo-Laptop. Gut möglich, dass es demnächst auch mit auf Reisen geht. Auf die Privatsphäre achtende Anwender dürften mit dem fest verbauten, nicht via BIOS abschaltbaren Mikrofon Probleme haben. Ob der Asus Mini PC PN51 dennoch für Sie infrage kommt, müssen Sie selbst entscheiden. (jlu)
Die Autoren
Markus Feilner, Redakteur für Technik und Netzpolitik bei Mailbox.org, arbeitet seit 1994 mit Linux. Seine Firma Firma Feilner IT hat sich auf Dokumentation, digitale Souveränität und die OSI-Layer 8 bis 10 spezialisiert. Die Kalifornierin DeeAnn Little lebt seit 2016 in Regensburg. Sie beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit Open Source und arbeitet als Community Managerin bei Greenbone Networks.
Infos
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Hardwarespezifikationen: https://www.asus.com/Displays-Desktops/Mini-PCs/PN-PB-series/Mini-PC-PN51/







