Editorial 07/2020

Aus LinuxUser 07/2020

Editorial 07/2020

Sommerfrische

In jeder Krise liegt auch eine Chance, sagt man. Der aktuelle Zwang zur Abstinenz vom Büroschreibtisch etwa eröffnet den Blick auf alternative Formen des Arbeitens, findet Chefredakteur Jörg Luther.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Corona und kein Ende – auch zu Drucklegung dieser Ausgabe Anfang Juni hat der Virus-Lockdown die Welt noch fest im Griff. Wie schon die vorigen Ausgaben, so entstand auch diese zu großen Teilen aus dem Homeoffice – zumindest seitens der Redakteure, der Chef hielt zusammen mit der Layouterin und der Redaktionsassistenz die Stellung.

Große Freude kommt bei der Arbeit in einer halb verwaisten Redaktion zwar nicht auf, doch zumindest ist die Mühe nicht vergebens, dank Ihnen: Die Verkaufszahlen von LinuxUser haben durch die Pandemie kaum gelitten, die Existenz des Hefts (und auch seiner Schwesterzeitschriften) ist in keiner Weise bedroht. Für Ihre Treue in diesen schwierigen Zeiten bedanke ich mich an dieser Stelle ganz ausdrücklich!

In den nächsten Wochen kehrt die Redaktion aus den heimischen Arbeitsecken schrittweise wieder an die Büroschreibtische zurück – allerdings nur tageweise und im Überschlag, um den notwendigen Abstandsregelungen nachkommen zu können. In einer ähnlichen Situation dürften sich wohl auch vielen von Ihnen befinden; ganz vom Tisch ist das Thema Homeoffice wohl auf absehbare Zeit noch nicht.

Doch Homeoffice muss nicht unbedingt bedeuten, statt im Büro am heimischen Schreibtisch zu hocken. Die jetzt beginnenden schönen Sommertage in Kombination mit der allmählichen Lockerung des Corona-Lockdowns eröffnen die Alternative, sich den Arbeitsplatz in Form des Laptops unter den Arm zu klemmen und mobil zu arbeiten – von da aus, wo die Umgebung schön und genug Platz rundherum ist. Das klappt freilich nur mit einem jederzeit funktionierenden Netzzugang.

Wir haben uns deshalb für den Schwerpunkt dieser Ausgabe angesehen, welche populären Distributionen mit wechselnden Netzwerkverbindungen am reibungslosesten zurechtkommen (siehe Artikel ab Seite 18) und wie sich das Einklinken in die jeweilige Umgebung mit Bordmitteln am einfachsten automatisieren lässt (Seite 28). Für die nötige Sicherheit ohne viel Skript-Gefrickel sorgt dabei der grafische Firewalld (Seite 34). Und wenn alle Stricke reißen, schieben Sie Ihre Daten mit dem altgedienten Z-Modem-Protokoll noch über die dünnste (Mobilfunk-)Verbindung (Seite 40).

Auf diese Weise arbeiten Sie von wo auch immer Sie möchten. Das macht Covid-19 zwar nicht angenehmer, aber zumindest etwas erträglicher. Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße,

Jörg Luther

Chefredakteur

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