Linksys WRT3200ACM im Test

Aus LinuxUser 03/2017

Linksys WRT3200ACM im Test

© Linksys

Gut vernetzt

Router für Privatanwender und kleine Unternehmen fristen oft ein unscheinbares Dasein. Der neue Linksys WRT3200ACM demonstriert, dass solche Geräte mittlerweile weit mehr können als nur das Routing.

Der US-Netzwerk-Ausrüster Linksys besitzt vor allem aufgrund seiner kompakten Router für Privatanwender und kleine Unternehmen einen guten Ruf. Schon sehr früh erkannte das Unternehmen das Potenzial freier Software und stattete als einer der ersten Router-Hersteller seine Produkte mit einer auf Linux basierenden Firmware aus. Zusätzlich ermöglichte es das Unternehmen, alternative freie Firmware auf seinen Produkten einzusetzen.

Insbesondere die kleinen Router der WRT54G-Serie gelten als legendär, da auf ihnen mit OpenWRT, DD-WRT und Tomato gleich drei alternative Firmware-Varianten liefen. Auch die meisten Nachfolgemodelle öffnete Linksys für alternative Firmware-Varianten, wobei der Hersteller bei späteren Baureihen zusätzlich funktionell nachlegte. Nach der Übernahme durch Cisco im Jahr 2003 boten Linksys-Router bereits sehr früh Schnittstellen zu NAS-Systemen und eigneten sich daher in kleinen Intranets auch als Massenspeicherlösung für alle angeschlossenen Arbeitsplätze und als Server.

WRT3200ACM

In einem ungewöhnlich großen Karton erreicht uns der erst seit wenigen Wochen zum Kostenpunkt von rund 210 Euro im Handel verfügbare WRT3200ACM [1] von Linksys. Das im Vergleich zu den Vorgängern wenig veränderte kantige Design des gewohnten blau-schwarzen Gehäuses darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der WRT3200ACM unter der Haube beeindruckende Leistungsdaten offenbart: So treibt eine mit 1,8 GHz getaktete Dual-Core-CPU des Typs Marvell Armada 385 mit ARMv7-Architektur das Gerät an, der 512 MByte Arbeitsspeicher und ein Flash-Speicher von 256 MByte zur Seite stehen.

Der knapp 800 Gramm schwere WRT3200ACM bietet darüber hinaus vier RJ45-Anschlüsse für Gigabit-Ethernet, einen WAN-Port sowie einen kombinierten USB/eSATA-Port. An den Kombi-Port können Sie entweder einen USB-Drucker oder Massenspeichersysteme wie externe Festplatten oder USB-Speichersticks anschließen. Ein weiterer USB-Anschluss nach der USB-3.0-Spezifikation rundet die kabelgebundenen Anschlussmöglichkeiten ab.

Für die drahtlose Kommunikation operiert der Router sowohl im 2,4-GHz- als auch im 5-GHz-Band, wobei er die WLAN-Standards 802.11a/b/g/n/ac unterstützt. Als Sicherheitsstandards kommen WPA und WPA2 zum Einsatz, wobei sich beim Betrieb eines RADIUS-Servers zur Authentifizierung auch die WPA2-Enterprise-Variante nutzen lässt. Die Daten verschlüsselt das System dabei nach dem AES-Standard mit 128 Bit. Der Einsatzbereich reicht vom WLAN-Extender über eine Brückenfunktion bis hin zum Access Point.

Linksys wirbt zudem damit, dass sich der WRT3200ACM auch für OpenWRT und DD-WRT eignet und entsprechende Firmware-Pakete bereitstehen (siehe Kasten “Alternativen”). Das recht voluminöse Gerät verfügt außerdem über einige innovative Technologien, um für das WLAN eine größere maximale Übertragungsgeschwindigkeit und einen erhöhten Aktionsradius zu erzielen.

Alternativen

Linksys wirbt auf der Verpackung des WRT3200ACM ebenso wie auf der Produktseite im Internet mit der Verfügbarkeit von alternativen Firmware-Images. Da sich das Gerät erst seit Oktober 2016 im Handel befindet, erscheint es umso erstaunlicher, dass tatsächlich bereits ein Image von OpenWRT [3] sowie Unterstützung von DD-WRT [4] für den Linksys-Router vorliegen. Support dazu leisten die Anbieter der alternativen Firmwares jeweils auf ihren Webseiten.

Neben vier Antennen für das MIMO-Übertragungsverfahren implementiert der WRT3200ACM zusätzlich das softwarebasierte MU-MIMO, das es ermöglicht, mit mehreren verbundenen Endgeräten gleichzeitig zu kommunizieren. Dabei spricht der Router jedes Endgerät separat an, was den Datendurchsatz im WLAN signifikant erhöht. Auch ältere Endgeräte profitieren von der neuen Technologie.

Zu den Neuerungen des WRT3200ACM zählt die sogenannte Tri-Stream160-Technik, die laut Linksys die Bandbreite im 5-GHz-Band verdoppelt. Die effektiven Datenübertragungsraten im WLAN sollen damit auf bis zu 2,6 Gbit/s steigen, sodass auch das Streamen hochauflösender Videos ohne Unterbrechungen oder Ruckler gelingt. Um dieses Leistungsspektrum auszureizen, müssen die Endgeräte jedoch ebenfalls diese Standards unterstützen. Qualcomm und Linksys bieten bereits dazu kompatible Komponenten an.

Neben den Kommunikationsanschlüssen besitzt der WRT3200ACM noch an der Rückseite und seitlich jeweils zwei Antennenbuchsen. An der Frontseite finden sich die wichtigsten Statusanzeigen (Modem-Verbindung, WLAN-Frequenzband, belegte RJ45-Ports, USB/eSATA-Buchsen) sowie eine Betriebsanzeige in Form von LEDs. Das für einen herkömmlichen Router etwas ausladende Gerät wird zudem mit einem externen Netzteil geliefert.

Prozessor

Marvell Armada 385 (Dual-Core, 1,8 GHz)

Arbeitsspeicher

512 MByte

Flash-Speicher

256 MByte

Interfaces

LAN

Gbit-Ethernet, 4 RJ45

WAN

RJ45

WLAN

802.11a/b/g/n/ac

Antennen

4

Frequenzbänder

2,4 GHz + 5 GHz simultan

Peripherie

USB 3.0, eSATA/USB 2.0 kombiniert

Abmessungen und Gewicht

Maße (B x T x H)

246 x 194 x 52 mm

Gewicht

800 g

Besonderheiten

MU-MIMO

ja

Alternative Firmware

OpenWRT und DD-WRT

Tri-Stream

ja (verdoppelt Bandbreite im 5-GHz-Band)

Straßenpreis

210 Euro

Konfiguration

Der Linksys-Router lässt sich über unterschiedliche Wege in Betrieb nehmen. Als zentrale Schnittstelle zur Konfiguration dient dabei die integrierte Weboberfläche, die sich von jedem Arbeitsplatzrechner aufrufen lässt. Linksys hat den Router so vorkonfiguriert, dass die Inbetriebnahme sowohl über ein angeschlossenes Ethernet-Kabel als auch per WLAN funktioniert.

Nach dem Einschalten benötigt das Gerät rund 45 Sekunden zum Starten. Seine Einsatzfähigkeit signalisiert der Router durch eine permanent leuchtende Betriebsanzeige an der Frontseite sowie durch die ebenfalls ständig leuchtende Anzeige Internet, die auf eine aktive Verbindung zum DSL-Modem hinweist. Obwohl die Statusanzeigen für die beiden WLAN-Frequenzbänder noch nicht blinken, spannt der Router von Haus aus zwei drahtlose Netze auf. Um sich drahtlos zu verbinden, wählen Sie am Arbeitsplatzrechner das mit der Bezeichnung Linksys beginnende WLAN im 2,4-GHz-Band an und geben den dazu vorgegebenen (und auf einer Karte ausgedruckten) WPA2-Schlüssel ein.

Nach der Verbindungsaufnahme per (W)LAN öffnen Sie einen Webbrowser und geben dort als URL die IP-Adresse 192.168.1.1 oder alternativ http://linksyssmartwifi.com ein. Sie gelangen nun auf die Startseite des Konfigurationsassistenten und bestätigen hier zunächst die obligatorische Lizenzvereinbarung (Abbildung 1). Nach einem Klick auf Weiter beginnt der Assistent damit, das Gerät zu konfigurieren.

Abbildung 1: Das erste Einrichten des Linksys WRT3200ACM erfolgt über eine Weboberfläche.

Abbildung 1: Das erste Einrichten des Linksys WRT3200ACM erfolgt über eine Weboberfläche.

Zunächst sucht der Router über das Internet nach Aktualisierungen für die Firmware. Die Routine fragt zudem ab, ob sie künftig automatische Updates über Nacht einrichten soll. Bei Bedarf schalten Sie diese ab Werk aktivierte Funktion über die Option Automatische Updates ab. Sofern bereits eine Firmware-Aktualisierung ansteht, spielen Sie diese über einen Klick auf Weiter ein, was etwas Zeit beansprucht und einen Neustart des Routers bedingt.

Nach dem Neustart und anschließender Verbindungsaufnahme gelangen Sie direkt in den Authentifizierungsbildschirm, wo Sie die SSID-Angaben sowie die WPA2-Schlüssel für die beiden WLAN-Netze anpassen können. Der Schlüssel gilt dabei für beide Frequenzbänder. Anschließend legen Sie ein Router-Passwort für die Konfigurationsroutine inklusive eines Passworthinweises fest.

Auf einer weiteren Seite schlägt Ihnen die Routine danach vor, ein kostenloses “Smart-Wi-Fi”-Konto bei Linksys anzulegen, das Ihnen beispielsweise den direkten Zugriff auf den Router auch von unterwegs gestattet. Diese Option lässt sich durch Setzen eines Häkchens deaktivieren. Danach gelangen Sie direkt in die detaillierte Status- und Konfigurationsanzeige des WRT3200ACM (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die Weboberfläche des WRT3200ACM präsentiert sich übersichtlich und aufgeräumt.

Abbildung 2: Die Weboberfläche des WRT3200ACM präsentiert sich übersichtlich und aufgeräumt.

Dort finden Sie links in den Rubriken Smart Wi-Fi Tools und Routereinstellungen eine stattliche Zahl von Konfigurationsoptionen, während rechts im Bild in Kachelform grafisch aufbereitet verschiedene Statusmeldungen erscheinen. Diese als Widgets bezeichneten Kacheln lassen sich dabei wahlfrei von der Oberfläche entfernen, indem Sie jeweils oben rechts im fraglichen Widget auf das Kreuz zum Schließen klicken.

Die in der Voreinstellung aktivierte Kachel Gastzugriff macht dabei deutlich, dass der Router selbsttätig in beiden Frequenzbändern jeweils ein Gastnetzwerk mit eigenem WPA2-Schlüssel aufspannt. Das erweist sich vor allem dann als sinnvoll, wenn Gäste des Hauses oder der Firma zwar Zugang zum Internet erhalten sollen, aber Server und Dienste im Intranet abgeschottet bleiben sollen. Linksys aktiviert das Gast-WLAN ab Werk, es lässt sich im Einstellungsbildschirm jedoch jederzeit per Schieberegler abschalten.

Zu den weiteren Statusanzeigen zählen unter anderem eine – ab Werk deaktivierte – Kinderschutzfunktion, eine Medienpriorisierung und der Anschluss externer Massenspeicher. Während die Kinderschutzfunktion verschiedene Sperrmechanismen umfasst, erlaubt es die Medienpriorisierung, Endgeräte für hochauflösende Videostreams im Netz zu bevorzugen. Die Anzeige angeschlossener externer Massenspeicher schließlich bietet den Nutzern NAS-Funktionen.

Die teilweise sehr detaillierten Optionen zum Modifizieren grundlegender Einstellungen der drahtlosen Netze erreichen Sie über die einzelnen Gruppen unter dem Bereich Routereinstellungen. Die überlagernden Einstellungsfenster mit identischem optischem Aufbau umfassen je nach Komplexität der Optionen verschiedene Untergruppen in mehreren Reitern (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die übersichtlich aufgebauten Konfigurationsdialoge des WRT3200ACM lassen sich einfach bedienen.

Abbildung 3: Die übersichtlich aufgebauten Konfigurationsdialoge des WRT3200ACM lassen sich einfach bedienen.

An Sicherheitsfunktionen und Betriebsmodi mangelt es dabei nicht: Neben Standardfunktionen wie einer eingebauten Firewall, einem MAC-Adressfilter, diversen VPN-Funktionen und Internet-Filtern zum Sperren bestimmter Ports und Anfragen aus dem Internet beherrscht der Router auch den Umgang mit DMZ-Konfigurationen und zudem Port-Weiterleitungen. Daneben bietet das Einstellungsmenü auch die Option, einen OpenVPN-Server zu aktivieren.

Mehrwert

Wie schon der Vorgänger Linksys WRT1900AC [2] lässt sich der Linksys WRT3200ACM bei Anschluss externer Massenspeicher als NAS nutzen und bietet dabei eine softwareseitige Modularisierung, die eine bequeme Oberflächenkonfiguration gestattet. Dieses Konzept kennt man seit längerer Zeit von dedizierten NAS-Systemen, die wie der WRT3200ACM genügend Rechenleistung bieten, um auch Serverdienste zu übernehmen.

Der Linksys-Router unterstützt mit FAT, NTFS oder HFS+ formatierte Massenspeicher. Über den Button Externer Speicher im Listenmenü gelangen Sie zur Einstellungsoberfläche der NAS-Funktionen. Dort aktivieren Sie bei Bedarf einen FTP- und Samba-Server. Ab Werk ist der Router mit angeschlossenem Massenspeicher sogar als Medienserver vorkonfiguriert, sodass DLNA-fähige Endgeräte vom WRT3200AC auch Medienstreams empfangen können (Abbildung 4).

Abbildung 4: Dank der Massenspeicherverwaltung des WRT3200ACM sparen Sie sich die Investition in ein NAS-System.

Abbildung 4: Dank der Massenspeicherverwaltung des WRT3200ACM sparen Sie sich die Investition in ein NAS-System.

Die Kinderschutzfunktion des Linksys-Routers bietet sowohl geräte- als auch inhaltsorientierte Filteroptionen: So geben Sie beispielsweise ein Endgerät, von dem aus Ihr Kind ins Internet geht, nur für bestimmte Zeiten frei und aktivieren optional gleichzeitig eine Liste mit zu blockierenden Seiten. Dabei lassen sich sowohl Zeitspannen als auch Blockierlisten individuell pro Endgerät definieren, was ein flexibles Anpassen ermöglicht. Das entsprechende Einstellungsmenü erreichen Sie im primären Bildschirm links über den Button Kinderschutzfunktionen.

Das App-Center, das Sie über die gleichnamige Schaltfläche oben im Dashboard aufrufen, verzweigt zu einer Linksys-Seite im Internet, auf der Sie für Smartphones und Tablets Applets zur Konfiguration des Routers herunterladen. So greifen Sie von Android- oder Apple-Geräten bequem auf die Konfigurationen und Dienste zu, ohne einen Browser bemühen zu müssen.

Volle Kontrolle

Gerade bei mehreren aktiven drahtlosen Netzen und vielen eingeschalteten Diensten ist die Kontrolle über das Intranet essenziell – sei es, um technische Probleme zu lokalisieren oder um Unregelmäßigkeiten auf den Grund zu gehen. Daher bietet die Linksys-Firmware mehrere Optionen, das komplette Intranet vom Router aus zu steuern und zu überwachen.

Die Integration von Fernsehern, USB-Druckern und WPS-fähigen Geräten nehmen Sie über die Kachel Netzwerkübersicht und den Button Gerät hinzufügen vor. In den anschließenden Dialogen Computer und Sonstiges teilt das System lediglich die WLAN-Kennungen mit. Zum Aufbau einer Verbindung geben Sie diese Kennungen am Endgerät ein. Im Menü WPS finden Sie die Router-PIN sowie eine Option, die Endgeräte-PIN einzutragen, um so ein WPS-Endgerät in das WLAN zu integrieren.

Ein an den WRT3200ACM per USB-Bus angeschlossener Drucker steht allen Rechnern im lokalen Netzwerk zur Verfügung, wobei das Einrichten des Netzwerkdruckers auf den Arbeitsplatzrechnern ohne zusätzliche Software mit Linux-Bordmitteln erfolgt.

Über die Schaltflächen Netzwerkübersicht, Geschwindigkeitstest und Fehlerbehebung in der Listenansicht links im Dashboard verschaffen Sie sich einen detaillierten Überblick über den Zustand des lokalen Netzes beziehungsweise lokalisieren und beheben Probleme. Zur korrekten Funktion des Geschwindigkeitstests unter Linux müssen Sie in Firefox das Adobe-Flash-Plugin installieren.

In der Netzwerkübersicht erhalten Sie Informationen zu den aktiven Geräten, indem Sie in der grafischen Übersicht auf das jeweils abgebildete System klicken und im Kontextmenü eine der eingeblendeten Optionen abrufen. Auf diese Weise aktivieren und konfigurieren Sie bequem per Mausklick für das jeweilige Gerät den Kinderschutzfilter, ohne dabei den Umweg über das entsprechende Widget gehen zu müssen.

In der Netzwerkübersicht erhalten Sie über einen Klick rechts oben im Bildschirm auf den grünen Schalter Internetnutzung eine Übersicht über die von jedem im Netz aktiven Gerät produzierte Datenmenge. Die Bandbreitennutzung zeigt anschließend das Datenvolumen in Gestalt eines Balkens pro Gerät an, sodass Sie sofort einen Überblick über alle Transfervolumina erhalten und so Unregelmäßigkeiten lokalisieren können (Abbildung 5).

Abbildung 5: Die Netzwerkübersicht verschafft einen Überblick über die aktiven Endgeräte.

Abbildung 5: Die Netzwerkübersicht verschafft einen Überblick über die aktiven Endgeräte.

Fazit

Im Praxiseinsatz kann der Linksys WRT3200ACM in allen Disziplinen überzeugen. Die von ihm aufgespannten drahtlosen Netze verfügen über eine im Vergleich zu konventionellen MIMO-Geräten deutlich vergrößerte Reichweite, im Test fiel darüber hinaus selbst bei Verbindungen durch mehrere Mauern hindurch eine exzellente Empfangsstärke auf.

Ebenfalls positiv stachen die geringen Latenzzeiten ins Auge: Beim Abarbeiten eines sehr großen Druckjobs über einen am Router angeschlossenen Laserdrucker mit gleichzeitigem Internetzugriff an einer Workstation ergaben sich keine Wartezeiten. Auch hier konnte ein zum Vergleich herangezogenes Gerät nach herkömmlichem MIMO-Standard nicht mithalten.

Überaus erfreulich gelingen auch das Einbinden von Massenspeichern sowie der Anschluss eines Netzwerkdruckers unter Linux: Hier benötigen Sie lediglich Bordmittel wie Cups sowie einen Dateimanager, über den Sie die Netzwerklaufwerke unkompliziert in Ihr System einbinden. Drittsoftware wie bei anderen Betriebssystemen braucht es dazu nicht. Eher als Gimmick erscheint jedoch die Möglichkeit, den Router auch von einem Smartphone aus zu konfigurieren.

Sowohl die Konfigurationsoberfläche als auch die Einstellmöglichkeiten machen einen durchdachten Eindruck. Das erleichtert auch Anwendern ohne tiefere Netzwerkkenntnisse, das Gerät innerhalb weniger Minuten in Betrieb zu nehmen. Hinzu kommt die nützliche Option, ein zusätzliches WLAN für Gäste einzurichten.

Bei der Linux/Unix-Unterstützung dürfte Linksys allerdings ruhig nachbessern: Es fehlen ein NFS-Server sowie die Unterstützung für Ext2/3/4-Dateisysteme. NFS bietet in der Regel höhere Datenraten als Samba, zudem lässt es sich besser in eine reine Linux-Umgebung integrieren. Insgesamt bietet der Linksys WRT3200ACM dennoch viel Leistung und ist daher sein Geld wert.

Glossar

MIMO
Multiple Input, Multiple Output. Nutzung mehrerer Sende- und Empfangsantennen zur drahtlosen Kommunikation, wobei spezielle Kodierungsverfahren sowohl die zeitliche als auch die räumliche Dimension zur Informationsübertragung nutzen. Daraus resultieren weniger Bitfehler und eine höhere Datenrate. Die Erweiterung Multi-User-MIMO (MU-MIMO) ermöglicht, mehreren Clients gleichzeitig verschiedene Datensätze zu schicken.
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