Editorial

Aus LinuxUser 08/2010

Editorial

Moderne Zeiten

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

iPad und WePad, Kindle und Que: Tablets und E-Book-Reader gelten derzeit als der nächste große Wurf in der Medienlandschaft, quasi als die legitime digitale Nachfolge von Büchern und Zeitschriften. Dabei bescheinigen Studien den Lesegeräten eine Benutzerfreundlichkeit, die jener der papierenen Pendants kaum nachsteht – wenn überhaupt.

So ließ kürzlich der dänische Usability-Experte Jakob Nielsen [1] eine Gruppe von Probanden einen relativ langen Text auf Apples iPad, dem Amazon Kindle 2, einem konventionellen PC und auf Papier schmökern. Zur Lektüre des Teststücks, einer Novelle von Ernest Hemingway, benötigten die Testleser eine gute Viertelstunde. Wie sich herausstellte, nahmen sie den klassisch gedruckten Text am schnellsten auf – doch die digitalen Varianten kaum langsamer. So lag die Lesegeschwindigkeit auf dem Tablet nur sechs Prozent niedriger als auf Papier, beim E-Ink-Gerät sank sie gegenüber Papier um elf Prozent [2].

Es scheint also was dran zu sein am digitalen Lesen. Das sehen wir hier in der Redaktion nicht zuletzt an der starken Resonanz auf unsere PDF-Schnupperausgabe, die LinuxUser Community-Edition (LU-CE, [3]): Inzwischen lassen sich jeden Monat über 3600 Interessenten das PDF kostenlos per Mail zuschicken, weitere 4500 laden eine der elektronischen Ausgaben herunter – Tendenz stark steigend.

Auch in unserer jüngsten Leserumfrage signalisierten ein Drittel der Teilnehmer großes Interesse an Artikeln und Ausgaben in digitalen Formaten (Abbildung 1). Wie wir uns schon gedacht haben, bleibt dabei die Nachfrage nach den proprietären Formaten von Apple und Amazon marginal – PDF, das E-Book-Format EPUB und mobilgerätefähiges HTML sind gefragt. Deswegen haben wir uns entschlossen, ab dieser Ausgabe auch eine LinuxUser Community-Edition als EPUB-E-Book anzubieten. Mit EPUB liebäugeln wir in der Redaktion schon länger: Es basiert auf den Standards XHTML und XML, ist offen, gut dokumentiert und lässt sich auf so gut wie jedem Lesegerät nutzen. Die Schattenseite: Wie wir in intensiven Tests festgestellt haben, lässt die konkrete Implementation der Anzeigeprogramme auf verschiedensten E-Book-Readern zum Teil stark zu wünschen übrig. Selbst der auf PCs beliebte FBReader [4] zeigt je nach Version und Distribution sehr abweichende Ergebnisse an.

Abbildung 1: Bei unserer Leserumfrage 2010 platzierten sich PDF, EPUB und HTML als die bei Ihnen gefragtesten Formate für das elektronische Lesen.

Abbildung 1: Bei unserer Leserumfrage 2010 platzierten sich PDF, EPUB und HTML als die bei Ihnen gefragtesten Formate für das elektronische Lesen.

Deswegen betrachten wir unsere erste EPUB-Ausgabe auch noch als experimentell – und bitten um Ihre Mithilfe: Falls es Ihr Zeitbudget nicht zu sehr strapaziert, laden Sie das neue LU-CE-EPUB doch einmal herunter [3] und betrachten es auf dem Reader oder Lesegerät Ihrer Wahl. Lassen Sie uns dann wissen, womit Sie es gelesen haben, wo es noch hakt und welche Features Sie sich eventuell für LinuxUser-E-Books wünschen. Schreiben Sie dazu einfach ein kurze E-Mail an jluther@linux-user.de.

Auf diesem Weg hoffen wir, unsere EPUBs schon bald so verbessern zu können, dass sie Ihnen auf einer möglichst breiten Palette von Anzeigegeräten und -programmen ein “papiernahes”, angenehmes Lese-Erlebnis bieten. Dann wäre ein Schritt zum elektronischen LinuxUser für unterwegs nicht mehr allzu weit ….

Herzliche Grüße,

Jörg Luther

Chefredakteur

Infos

[1] Jakob Nielsen: http://www.useit.com/jakob/

[2] Nielsen-Studie: http://www.useit.com/alertbox/ipad-kindle-reading.html

[3] LU Community-Edition: http://www.linux-user.de/CE

[4] FBReader: http://www.fbreader.org

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3 Kommentare
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Rainer König
15 Jahre her

Aber ich finde es nicht. Auf der im Link angegebenen Seite gibt es nur das PDF zum Download. Schade, mein Cybook Opus hätte sich über Futter gefreut.

Mario Eberlein
15 Jahre her

Hallo Herr Luther,

in Ausgabe 08 | 10 schreiben Sie unter anderem:

“Falls es Ihr Zeitbudget nicht zu sehr strapaziert,
laden Sie das neue Community-Edition-EPUB doch einmal herunter [3] und
betrachten es auf dem Reader oder Lesegerät Ihrer Wahl.”

[3] LinuxUser Community-Edition herunterladen:
http://www.linux-user.de/CE

Gerne würde ich Ihrer Bitte nachkommen und die Ausgabe testen, jedoch
befindet sich auf der benannten Seite nur eine Ausgabe im PDF Format.
Wo hat sich die EPUB-Ausgabe versteckt?

riessmi
15 Jahre her

Bitte um Futter fürs eBook – wo ist es denn, wo bleibt es denn?
Hab auch schon google bemüht aber nix gefunden.

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