Core i7 Laptop mit Blu-ray-Brenner

Aus LinuxUser 08/2010

Core i7 Laptop mit Blu-ray-Brenner

© LNM AG

Vierradantrieb

Mit einem Intel-Quadcore Core i7 Mobile, einem opulenten 18,4-Zoll-Bildschirm und einem Blue-ray-Brenner verspricht Acers Desktop-Replacement-Bolide Aspire 8942G fulminante Leistung auch unterwegs.

Bei der Ausstattung des in der Testkonfiguration (724G1.28TWn) rund 1500 Euro teuren Quadcore-Boliden hat Acer in die Vollen gegriffen: Eine Quadcore-CPU Core i7 720QM mit 1,6 GHz und 6 MByte L3-Cache (Turbo-Selbstübertaktung bis 2,8 GHz), eine ATI-Radeon-GPU HD 5850 mit 1 GByte GDDR5-VRAM, 4 GByte DDR3-RAM mit 1333 MHz in zwei RAM-Slots,, ein LED-beleuchteter 18,4-Zoll-Bildschirm (spiegelnd) mit Full-HD-Auflösung (1920×1080), zwei 640-GByte-Festplatten sowie ein Sechsfach-Blu-ray-Brenner versprechen bisher ungekannte Laptop-Leistung. Eine 1-Megapixel-Webcam, Bluetooth 2.0 EDR, WLAN nach 802.11n, 5.1-Surround-Sound sowie eine beleuchtete Tastatur runden die üppige Ausstattung ab. Optional gibt es auch integriertes DVB-T mit passender Fernbedienung, über dessen Linux-Tauglichkeit wir jedoch mangels Testgerät nichts sagen können. Acer liefert den Aspire 8942G mit vorinstalliertem Windows 7 Home Premium (64 Bit) aus.

Der 44,2 x 30 x 4,4 Zentimeter große und 4,2 Kilogramm schwere Laptop bietet zahlreiche Anschlüsse. So finden sich neben vier USB-2.0-Anschlüssen auch ein zusätzlicher kombinierter USB-2.0/eSATA-Port, Firewire 400 (4-polig), Gigabit-Ethernet, ein SD/MMC/MS/xD-Cardreader, VGA, Displayport, HDMI, Audioklinke/Kopfhörer/Lautsprecher sowie ein Expresscard/54-Slot im schnellen Expresscard-2.0-Standard.

Aufbau und Qualität

Das Aspire 8942G wirkt solide und gut verarbeitet, die erweiterbaren Komponenten erreicht man durch das Entfernen einiger Schrauben über die bekannten “Acer-Klappen” unter dem Gerät. Für seine Größe zeigt sich das Aspire 8942G erstaunlich portabel – auf Reisen suchen Sie sich dafür dennoch besser einen großen Tisch. Der Laptop integriert jede Menge zusätzlicher Tasten, die – mit zwei Ausnahmen – alle auch unter Linux funktionieren.

Die an- und abschaltbare, beleuchtete Tastatur ist ein praktisches Feature, das nicht nur Gamer im dunklen Kämmerlein interessieren dürfte – dort stört dann auch das spiegelnde Display nicht. Unschönerweise lässt sich die Helligkeit der Tastatur nicht stufenlos regeln, wie etwa bei Apple. Die hochglänzende Oberseite des Deckels (Abbildung 1) zieht Fingerabdrücke genauso magisch an wie das Display selbst. Der Riesenlaptop zeigt sich im Normalbetrieb erfreulicherweise fast lautlos. Unter Last drehen die Lüfter zwar hoch, erreichen jedoch nie Lautstärken, die als unzumutbar einzustufen wären.

Abbildung 1: Die hochglänzende Oberseite des Aspire 8942G zieht Fingertapser geradezu magisch an.

Abbildung 1: Die hochglänzende Oberseite des Aspire 8942G zieht Fingertapser geradezu magisch an.

Linux-Kompatibilität

Drei wichtige Komponenten des Geräts lassen sich unter Linux nur mehr oder weniger widerstrebend zur Mitarbeit überreden: Als erstes wäre da die Grafik, die ausschließlich unter Ubuntu 10.04 problemlos läuft – dann allerdings inklusive Suspend-to-RAM und Suspend-to-Disk. Dabei ist es egal, ob Sie den ATI-Treiber über den Ubuntu-Hardwareassistenten einrichten oder den aktuellen Catalyst 10.6 direkt von der ATI-Website installieren. Unter Ubuntu 9.04, 9.10 und OpenSuse 11.2 schafften wir es nicht, die Radeon HD 5850 zur Mitarbeit zu überreden. Das höchste der Gefühle war hier funktionierende 3D-Beschleunigung, jedoch mit per Treiber eingeblendetem Wasserzeichen “Unsupported Hardware” unten rechts – und ohne funktionierende Schlafmodi.

Das zweite Problemfeld stellt Audio dar. Bei allen Distributionen funktioniert nur der rechte Lautsprecher, der linke bleibt stumm – von 5.1-Surround-Sound fehlt jede Spur. Abhilfe schafft hier ein Prozedere, das wir schon in der Vergangenheit zum Beheben der ALSA-Probleme von Ubuntu 9.04 mit vielen aktuellen Laptops bemühen mussten: ein Update des ALSA-Treibers auf die aktuelle Version 1.0.23, die wir von der Homepage [1] laden und mittels ./configure && make && sudo make install kompilieren und installieren. Erst damit funktionieren dann auch 5.1-Surround-Sound und die Schlafmodi unter Ubuntu 10.04 einwandfrei. Ärgerlicherweise deaktiviert das Einsteckten eins Kopfhörers die internen Lautsprecher nicht. Auch das händischem Nachregeln diverser ALSA-Einstellungen in alsamixer führte nicht zum gewünschten Effekt.

Auch beim dritten Problem handelt es sich um ein altbekanntes: den kombinierten Chipsatz von Jmicron, der Kartenleser und Firewire-400-Port bedient. Auf ihn trafen wir erstmals im Pavilion dv7 von HP [2], das auch in Sachen Audioprobleme sehr dem Aspire 8942G ähnelt. Kartenleser und Firewire-400-Port funktionieren nur dann, wenn beim Systemstart an mindestens einem von beiden Ports ein Gerät hängt. Ist das nicht der Fall, legen sich der Jmicron-Chip und damit beide Ports schlafen – und zumindest unter Linux lassen sie sich nach dem Booten nicht wiedererwecken. Als Notlösung kann man beispielsweise immer eine SD-Karte eingesteckt lassen.

Der Rest der verbauten Hardware funktioniert zum überwiegenden Teil ohne jede Nacharbeit: Das gilt beispielsweise für Bluetooth, eSATA, Expresscard, Ethernet, Webcam, die Multimedia-Tasten und das Lautstärke-Scrollrad (Abbildung 2), die Schalter zum (De-)Aktivieren von WLAN und Bluetooth (Abbildung 3) sowie den Scrollbereich am Touchpad. Zwei spezielle Acer-Knöpfe links und rechts oben liefern unbekannte HKey-Events, die Sie jedoch unkompliziert mit eigenen Funktionen belegen können, unter Ubuntu etwa über System | Einstellungen | Tastenkombinationen.

Abbildung 2: Die Multimediatasten und das Lautstärke-Scrollrad ermöglichen eine komfortable Mediensteuerung.

Abbildung 2: Die Multimediatasten und das Lautstärke-Scrollrad ermöglichen eine komfortable Mediensteuerung.

Abbildung 3: Bluetooth- und WLAN-Schalter funktionieren tadellos, nur die oberste Taste liefert einen für Linux unbekannten HKEY-Event.

Abbildung 3: Bluetooth- und WLAN-Schalter funktionieren tadellos, nur die oberste Taste liefert einen für Linux unbekannten HKEY-Event.

Selbst der bei älteren Acer-Laptops problematische Knopf zum Deaktiveren des Trackpads arbeitet problemlos sowohl unter Ubuntu 9.10/10.04 als auch unter OpenSuse 11.2. Die Multitouch-Fähigkeiten des Touchpads dagegen lassen sich unter Linux ebensowenig nutzen wie der von fprint nicht unterstützte Fingerabdruckscanner von Lightuning (Abbildung 4). Unter Ubuntu 9.04 erweist sich zusätzlich das WLAN als problematisch, auch Ethernet funktioniert nicht – zumindest bei letzterem dürfte ein ähnliches Prozedere wie beim Pavilion dv7 helfen [2].

Abbildung 4: Das abschaltbare Multitouch-Touchpad verfügt über einen Scrollbereich und einen integrierten Fingerabdruckscanner (der aber unter Linux nicht funktioniert).

Abbildung 4: Das abschaltbare Multitouch-Touchpad verfügt über einen Scrollbereich und einen integrierten Fingerabdruckscanner (der aber unter Linux nicht funktioniert).

Leistung

Unter Ubuntu 9.04 (64 Bit), das aus Gründen der Vergleichbarkeit bei Leistungsmessungen noch unser Referenzsystem darstellt, setzt sich das Aspire 8942G mit 375 Punkten im LUbench-CPU-Test zwar an die Spitze der Tabelle “CPU-Benchmarks”, geht aber dennoch eher gemächlich zu Werke: Ein Core 2 Quad mit 2 GHz ohne Turbo schafft immerhin auch 339 Punkte.

Unter Ubuntu 9.10 bringt es das Aspire 8942G wiederum auf 375 Punkte – nicht schlecht, denn außer bei Atom-CPUs läuft “Karmic” auf derselben Hardware meist langsamer als “Jaunty”. Ubuntu 10.04 “Lucid Lynx” erweist sich nicht nur als das einzige System, unter dem wir den Grafikchip zur Mitarbeit überreden können, es macht dem Core i7 720QM auch richtig Beine: Rund 460 Punkte im LUbench bedeuten rund 22 Prozent Mehrleistung im Vergleich zu “Jaunty”.

Beim Vergleich der einzelnen Tests zeigt sich, dass der Geschwindigkeitsvorsprung des Core i7 gegenüber einem Core 2 Quad nur aus solchen Benchmarks resultiert, die dem Core i7 besonders liegen und viel von Multithreading profitieren. Dazu zählen H.264-Encoding, die beiden Raytracing-Tests und H.264-Replay. Sämtliche anderen Tests, wie MP3/Ogg-Encoding oder die Kompressionsbenchmarks, laufen auf dem 400 MHz schneller taktenden Core 2 Quad flotter.

Intels Turbomodus scheint nicht so gut zu funktionieren, wie man das erwarten dürfte. Bei Singlethread-Benchmarks sollte sich der Core i7 eigentlich selbst um nicht weniger als neun 133-MHz-“Speed-Bins” auf bis zu 2,8 GHz übertakten. Möglicherweise gerät sich hier der Kernel 2.6.28 von Ubuntu 9.04 mit dem Turbomodus in die Haare: Genau die Singlethread-Tests legen unter Ubuntu 10.04 außerordentlich zu und laufen deutlich flotter als auf dem Core 2 Quad. Diese extreme Diskrepanz beobachten wir bislang nur bei der Mobilversion des Core i7 – auf Desktopsystemen trat sie in unseren Tests nicht auf.

CPU-Benchmarks

  Kerne und Taktrate Kompilieren (Files/s) Encoding (Faktor / Frames/s)     Kompression (MByte/s)     Raytracing (Pixel/s)   1080p-H.264-Replay (fps)
    Compilebench OGG MP3 x264 Bzip2 7zip Rar Povray Yafray Mplayer LUbench-Wert
Mobil
Core**i7**720QM 4 x 1,6 GHz(+) 643 23,2x 10,6x 10,5 5,7 2,4 5,3 2413 2912 181 375
Core**2**Quad 4 x 2 GHz 457 28,6x 13,6x 8,8 6,6 2,8 4,3 2155 2349 148 339
Core**2**Duo 2 x 2,1 GHz 506 28,2x 13,2x 4,7 7,2 2,4 3,9 1141 1468 81 264
Turion**II**X2 2 x 2,3 GHz 560 27,5x 12,8x 4,9 5,9 2,2 3,2 1215 1286 85 250
Neo 1 x 1,6 GHz 487 16,8x 7,4x 1,3 4,0 0,8 2,5 290 427 29 134
Desktop
Core**i7**980X 6 x 3,33 GHz(+) 722 47,9x 22,4x 22,7 13,2 4,7 10,6 7590 7418 377 863
Core**i7**870 4 x 2,93 GHz(+) 774 50,1x 22,6x 18,4 12,6 4,4 9,6 4767 5347 335 695
Core**i5**661 2 x 3.33 GHz(+) 730 45,4x 21,6x 10,1 10,5 3,6 6,5 2552 3048 183 468
Phenom**II X6**1090T 6 x 3,2 GHz(+) 745 44,2x 20,2x 18,5 12,0 4,1 7,2 4865 4254 314 631
Phenom**II X4**965 4 x 3,4 GHz 780 41,2x 19,1x 14,1 11,4 3,8 6,8 3560 3433 226 532
Athlon**II X4**630 4 x 2,8 GHz 787 33,9x 15,7x 11,7 7,8 2,9 4,7 2935 2835 189 431
Zum Vergleich
Core**i7**720QM Ubuntu 10.04 854 37,9x 17,0x 10,8 9,1 3,2 7,3 2458 3042 190 459
Getestet unter Ubuntu 9.04 (64 Bit) mit LUbench v2.1.1, (+) = mit Turbo-Selbstübertaktung, größer = besser

Auch in Sachen Grafik (siehe Tabelle “GPU-Benchmarks”) zeigt sich ein durchwachsenes Bild: Im Vergleich zur nicht mehr besonders aktuellen Geforce 9600 GT Mobility werkelt die Radeon HD 5850 manchmal schneller (Sauerbraten-Shader-Benchmark, Nexuiz) und manchmal langsamer (Gtkperf). Die OpenGL-Leistung in SpecViewperf liegt unter dem Strich etwa gleich, auch hier wechselt die Führung je nach Test zwischen ATI und Nvidia.

Insgesamt liegt die Radeon HD 5850 mit 3172 LUbench-Punkten nur einen Hauch vor der Geforce 9600M GT (3104 Punkte). Angesichts der deutlich höheren Leistungsdaten sollte sich ATIs Karte eigentlich deutlich absetzen: 1000 Gflops Peak-Leistung der Radeon HD 5850 stehen hier gegen lediglich 120 Gflops bei der Geforce 9600M GT, 25 Gigatexel Füllrate gegen 8 Gigatexel, 64 GByte/s Speicherbandbreite gegen 25,6 GByte/s. Auch im Vergleich zu einer Radeon HD 4570 im Acer Aspire 7540G mit Turion II (2702 Punkte) zeigt sich der Grafikchip im Aspire 8942G nur geringfügig schneller.

GPU-Benchmarks

  Aspire 8942G HDX X18 ProBook 4710 Aspire 7540G Pavilion dv2 Desktop-PC
CPU Core i7 1,6 GHz Core 2 Quad 2 GHz Core 2 Duo 2,1 GHz Turion II X2 2,3 GHz Neo 1,6 GHz Core i7 980X
GPU Radeon HD 5850 Geforce 9600M GT Radeon HD 4330 Radeon HD 4570 Radeon HD 3410 Geforce 8800 GTS
SpecViewperf 10.0 (Frames/s)
3DS Max-04 13,7 15,3 11,3 10,8 7,1 17,6
Catia-02 11,8 15,3 10,5 10 6,3 19,1
Ensight-03 14,8 13,3 8,6 11,3 7,3 22,5
Maya-02 26,9 39,2 21,1 23,3 13,4 57,9
ProE-04 10,2 13,7 7,9 8,2 4,9 19,1
Solidworks-01 19,4 25,3 17 17,6 10,6 38,8
NX Teamcenter Vis-01 6,8 6,3 4,5 4,9 2,9 7,9
UG NX-01 9,6 4,3 5,9 8,9 * 5,4
Nexuiz 2.4 (Frames/s)
  148 132 95 107 56 352
Sauerbraten (Frames/s)
  57,1 42,1 34,2 46,3 17,4 149,8
Gtkperf 0.4 (Durchläufe/s)
  12,7 19 7,2 10,8 4,2 27,3
größer = besser, * Absturz

Die mit 86 MByte/s äußerst schnellen 2,5-Zoll-Festplatten des Typs WD640BEVT-2 von Western Digital ermöglichen im Stripe-Verbund flotte Zugriffsgeschwindigkeiten bis zu 170 MByte/s und bieten mit insgesamt 1,3 TByte ordentlich Platz. Mit 8,5 GByte/s Speicherdurchsatz im RAMsmp-Benchmark erzielt das Aspire 8942G eine neue Bestmarke für Laptops in unseren Tests.

Stromverbrauch

Trotz der üppigen Hardware-Ausstattung arbeitet das Aspire 8942G erstaunlich stromsparend: Wir messen unter Ubuntu 10.04 im Leerlauf mit helligkeitsreduziertem Bildschirm nur 33 Watt. Bei maximaler CPU-Last auf allen acht virtuellen Kernen greift das Gerät jedoch in die Vollen und braucht mit 85 Watt fast das Dreifache.

Das rächt sich bei der Akkulaufzeit: In zweieinhalb Stunden (2:31h) saugt das Aspire 8942G im Leerlauf die Batterie leer, unter Volllast geht der Saft bereits nach 55 Minuten zur Neige. Da der Core i7 720QM in stromsparender 32-Nanometer-Technik gefertigt ist, hätten wir deutlich mehr Akkulaufzeit und niedrigeren Stromverbrauch erwartet.

Burn, Blu-ray, burn

Als einer der ersten Laptops integriert das Aspire 8942G einen Blu-ray-Brenner im Slimline-Format: den Matshita BD-MLT UJ240AS, der im freien Handel alleine schon 200 Euro kostet. Er liest und schreibt nicht nur Single-Layer-BDs mit sechsfacher Geschwindigkeit, sondern auch CDs (24x), DVDs (8x), DVD-DLs (4x), Dual-Layer-BDs (4x) und BD-REs (2x).

Gerade Linux-Anwendern nützt dieser Brenner deutlich mehr als ein nur lesefähiges Blu-ray-Laufwerk: Deren Einsatzspektrum schränkt momentan das Fehlen von Blu-ray-Playersoftware für Linux sehr ein. Mit dem Matshita brennen Sie bis zu 50 GByte an Daten in einem Rutsch weg. Obwohl die meisten Linux-Brennprogramme immer noch nur CD und DVD erwähnen, unterstützen alle auch das Brennen auf Blu-ray – egal ob Nero 4 [3], Brasero, K3b oder das Brennprogramm von Nautilus. Letzteres identifiziert beim Einlegen eines BD-Rohlings diesen vorbildlich als solchen und fragt, was man denn darauf brennen möchte.

Wollen Sie Video-BDs brennen, müssen Sie zu Nero Linux 4 greifen: Bei der kommerziellen Software handelt es sich um das einzige uns derzeit bekannte Linux-Brennprogramm, in dem Sie die notwendige UDF-Version einstellen können – für Video-BDs (und deren DVD-Version AVCHD) ist UDF 2.5 zwingend vorgeschrieben. Nero warnt zwar beim Einstellen von UDF 2.5, dass Linux dies nicht brennen könne, doch das dürfen Sie getrost ignorieren. Wahrscheinlich handelt es sich bei der Meldung um ein Relikt aus der Zeit vor Kernel 2.6.26, der erstmals UDF 2.5-Unterstützung integrierte. Im Test brannten wir mit Nero 4 problemlos eine Blu-ray mit UDF 2.5.

Dagegen erstellt selbst das Paket udftools [4] Disk-Images bestenfalls in UDF-Version 2.01. Beim darin enthaltenen Programm mkudffs bestimmen Sie über den Parameter --udfrev=0x0201 die UDF-Version (0x0201 entspricht der maximal möglichen Version 2.01). Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf auf Linux-Seite.

Fazit

Das Aspire 8942G ist nicht billig, bietet aber auch viel fürs Geld. Selbst Desktop-Arbeiter, die des öfteren ordentlich Leistung abrufen müssen, unterliegen mit diesem Gerät keinen Einschränkungen. Der integrierte Blu-ray-Brenner bietet erfreulichen Mehrwert. USB 3.0 wäre allerdings in einem Laptop dieser Preisklasse zu erwarten, muss ein solcher doch üblicherweise einige Jahre halten.

Unbefriedigende Leistung zeigt lediglich der Grafikchip Radeon HD 5850, der eigentlich zur absoluten Oberklasse gehören sollte, sich aber kaum von Midrange-Chips vom letzten Jahr absetzt. Auch die Akkulaufzeit liegt enttäuschenderweise nicht über jener vergleichbarer Laptops mit dem betagten CPU-Vorgänger Core 2 Quad.

Momentan empfiehlt sich für das sehr leise Gerät Ubuntu 10.04, denn nur damit funktioniert die Grafik reibungslos – außerdem entfaltet erst hier der Core i7 sein volles Leistungspotenzial. Bis auf wenige Hardwarekomponenten, bei denen sich das verschmerzen lässt, läuft unter Ubuntu 10.04 alles Wichtige. 

Infos

[1] ALSA-Homepage: http://alsa-project.org

[2] Test HP Pavilion dv7: Daniel Kottmair, “Groß und günstig”, LinuxUser 09/2009, S. 78, https://www.linux-community.de/artikel/19261

[3] Nero Linux 4: http://www.nero.com/deu/linux4.html

[4] UDFtools: http://sourceforge.net/projects/linux-udf/

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