Fünf Freiwillige haben wir im Sommer zum Umstieg auf Linux gebeten und durch ein Gratis-Netbook geködert. Die drei Monate sind nun um. Zeit, Bilanz zu ziehen.
Als Schlussauswertung zu unserem Sommer-Spezial haben wir sämtlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein paar Fragen gestellt. Hier die Antworten von Kirsten Spranger, die dem Ende der dreimonatiten Testphase fast ein wenig wehmütig entgegensieht.
Das Testgerät
Als Preis für den Umstieg erhielten sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Netbook. Dazu meint Kirsten:
Sowohl vom subjektiven Empfinden her als auch gemessen an den Testberichten meiner Mitstreiter habe ich mit dem Convertible Classmate PC von Unimall ganz gewiss einen Volltreffer gelandet und kann das für die Zielgruppe Schüler, Studierende und Lehrer prädestinierte Testgerät nur wärmstens weiterempfehlen.
Das Netbook geht ja nun zu meinem Bedauern in den Besitz meiner 10-jährigen Tochter über und wird ihr beim Übergang in die weiterführende Schule ein wertvoller Begleiter sein. Nur knapp über 1 kg schwer, eignet sich das portable Power-Package auch perfekt für unterwegs.
Die Gretchenfrage
Eine der Voraussetzungen für die Teilnahme am Sommer-Spezial war, dass die Kandidaten ausschließlich Linux benutzten. Hier wollten wir nun nachträglich noch die Wahrheit erfahren:
An das Projekt Linux versus Windows bin ich ebenso unvoreingenommen wie unbefangen herangegangen und hatte – dank Ubuntu 8.04 und der Oberfläche Gnome – von Beginn an ideale Testvoraussetzungen. Nicht nur ließ sich die PC-Peripherie ( in meinem Fall HP-Deskjet ) problemlos anschliessen , sondern auch nahezu jeder zunächst zaghafte und dann zusehends mutigere Exkurs auf unbekanntem Terrain verlief geschmeidig. Auf die Rückzugsmöglichkeit zum vertrauten Windows konnte ich so verzichten.
Während Windows auf privater Ebene also tatsächlich tabu blieb, nutzte und nutze ich es berufsbedingt dennoch täglich, was einen perfekten 1:1-Vergleich erlaubt.
Viele Erfahrungen
Die Sommer-Spezial-Teilnehmer hatten die Möglichkeit, die Vielfältigkeit von Linux etwas besser kennenzulernen und diverse Programme auszuprobieren.
Mein Online-Tagebuch belegt, dass ich in viele verschiedene Richtungen experimentiert hatte, um persönlichen Vorstellungen gerecht zu werden und bisherige Erfahrungen zu optimieren. Ob es sich nun um elementare Dinge wie die tägliche E-Mail-Korrespondenz, OpenOffice-Präsentations-, Textverarbeitungs- und Kalkulationsprogramme bzw. Internetzugang via Firefox Web Browser handelte oder multimediale Highlights ( TV-Schau mittels DVB-T-Stick, flexibles Internet-Surfing per UMTS-Stick, Bluetooth-USB-Stick-Anbindung, Überspielen von Musikdateien etc. ) – alles funktioniert reibungslos!
Freemapping, E-Book-Reading, Bildbearbeitung mit GIMP, diverse Lernprogramme, Verschlüsseln von Nachrichten und Sticks, die integrierte Webcam versüßten mir das Testquartal ebenso wie die vielen positiven Resonanzen, Tipps und Ratschläge seitens der Community. Kein SOS-Ruf blieb auf diese Weise unbeantwortet; das Technik- Forum und der kostenfreie Zugang zu Facharchiven, Foren und individuellen Hilfsangeboten inklusive zügiger Paket-Installation sind ganz entscheidende Pluspunkte zugunsten von Linux. Ich persönlich habe keinerlei Beanstandungen!
Was macht/kann Windows besser?
Wer Linux schon seit längerer Zeit nutzt, kann sich kaum noch vorstellen, was denn all die Leute an Windows festhalten lässt. Hier baten wir unsere Ex-Windows-Experten um Antwort:
Dass Windows nach wie vor sehr populär ist, liegt meines Erachtens daran, dass es sich um ein verbreitetes und massentaugliches Produkt handelt und viele Menschen bequemerweise mit dem Strom schwimmen. Obwohl die Linux-Philosophie, Software nicht nur für alle frei verfügbar zu machen, sondern diese auch an eigene Bedürfnisse anpassen und verändern zu dürfen, im Sinne des mündigen Nutzers liegen sollte, haftet Linux möglicherweise der Ruf an, etwas für Individualisten oder gar Freaks zu sein, was dem gemeinen Nutzer suspekt sein dürfte.
Überzeugungsarbeit fruchtet jedoch, was sich an den Reaktionen aus meinem Familien-, Freundes- und Kollegenkreis abzeichnet :)
Kirstens Fazit
Auch wenn ich jetzt mein Beitragssoll sozusagen voll erfüllt habe, kann ich mit Fug und Recht sagen, dass ich die Nase von Linux keineswegs voll habe… Ich werde Linux treu bleiben und meine Erfahrungen vertiefen!








Finde toll dass Du Linux treu bleiben möchtest :-) Insgesamt, muss man natürlich auch zugeben, dass Linux ab und zu seine Grenzen hat. So wurmt mich immer, wenn irgend eine Hardware (DECT Telefon, Handy, (Internet-)Radio, Fernseher, …) zwar am PC anschließbar sind, aber meist nur mit Windows bedient werden können. Ob es nur das Poplige SW Update ist oder gar eine einfache Steuerung. Besonders wurmen tut mich dieser Umstand dann, wenn auf dem betroffenen Gerät auch noch ein Linux läuft :-P (ist bei fast allen Routern und Netzwerk-Festplatten, den meisten (Internet-)Radios und Fernsehern, … der Fall). Also Dir und Deiner… Mehr »