Ein Linux-System bietet komfortable GUI-Tools für fast alle Zwecke. Schneller und direkter läuft die Kommunikation über die Shell. Was auf den ersten Blick kryptisch ausschaut, gerät schnell zum gewohnten Handwerkszeug. Die Reihe “Gast in der Shell” hilft mit Tipps in loser Folge beim Einstieg.
Läuft ein Programm oder ein Dienst Amok, lässt er sich mit dem Befehl kill lahmlegen. Dazu ruft man zunächst mit ps -A die Liste aller Prozesse auf, merkt sich die zum Programm gehörende Prozessnummer (PID) aus der ersten Spalte und schießt den Querulanten dann mit kill ab:
kill 1234
Dabei ist 1234 die PID. kill kann aber noch mehr: Es sendet auf Wunsch beliebige Signale an den Prozess. Mit dem obigen Aufruf verschickt kill das SIGTERM-Signal. Dieses bittet den Prozess, sich zu beenden. Wenn der nicht hören will, kann man auch das SIGKILL-Signal senden. Damit beendet das System den Prozess auf jeden Fall:
kill -s SIGTERM 1234
Dafür gibt es auch die Kurzschreibweise kill -9 1234.
Prozesse einfrieren und auftauen
Was viele nicht wissen: Ein Prozess lässt sich auch vorübergehend anhalten. Das erledigt das SIGSTOP-Signal:
kill -s SIGSTOP 1234
Dieser Befehl würde das Programm mit der PID 1234 anhalten, es friert dabei vollständig ein. Möchte man es später weiterlaufen lassen, schickt man ihm das Signal SIGCONT:
kill -s SIGCONT 1234
Allerdings haben einige Programme mit dieser Form des Einfrierens Probleme.
Weitere Informationen zu kill und den Prozessen liefern die Artikel Prozesse im Griff und Prozesse, hört die Signale! aus der Zeitschrift EasyLinux.





