Kurztest Minitunes: Einfacher aber sehr cooler Musikplayer

Kurztest Minitunes: Einfacher aber sehr cooler Musikplayer

Einfach Musik

Flavio Tordini dürfte den Lesern der LinuxCommunity noch vom Youtube-Client Minitube bekannt sein. Jetzt hat der Italiener ein neues Programm veröffentlicht. Es heißt Minitunes und ist ziemlich sexy!

XMMS war mal das Non-Plus-Ultra als es um Audioplayback unter Linux ging. Dann kamen Amarok, Banshee und Rhythmbox, die immer mehr Wert auf Soziale Dienste, Verknüpfungen und sonstige Specials legten und dadurch immer mehr zu einer Allzweckanwendung wuchsen.

Minitunes [1] macht einen radikalen Schnitt mit den teilweise überfüllten Musikplayern unter Linux und Mac OS X (eine Windows-Version ist ebenfalls in Arbeit). Wir haben die Entwicklung des Programms schon seit rund 2 Monaten mitverfolgt, mit dem Release der Version 0.1 ist nun Zeit für einen kurzen Testbericht.

Minitunes ist anders

Beim Start von Minitunes gibt man einen Sammlungsordner an, wobei Minitunes in der Grundeinstellung das Verzeichnis ~/Musik vorschlägt. Damit haben sich jedoch die Parallelen zu anderen Musikplayern bereits erschöpft. Minitunes scannt nun die lokale Sammlung und holt sich dabei automatisch die zugehörigen Infos von Last.fm. Dabei beschränkt sich das Programm nicht auf die Albumcovers sondern holt sich auch Bilder und Zusatzinformationen zu den Interpreten ab.

Dieser Scanvorgang dauert je nach Internetanbindung und Umfang der Sammlung eine Weile. Danach kann die Musik beginnen. Minitunes zeigt die gefundenen Interpreten an. Hält man den Mauszeiger über einem Bild, erscheint ein Play-Button. Ein Klick darauf spielt sämtliche Songs des Interpreten ab. Von nun an kümmert sich Minitunes beim Start automatisch um das Update der Sammlung.

Abbildung 1: In der Grundeinstellung zeigt Minitunes sämtliche Interpreten an.

Abbildung 1: In der Grundeinstellung zeigt Minitunes sämtliche Interpreten an.

Artisten, Alben, Ordner

Minitunes sortiert die eigene Sammlung, wie dies Normalsterbliche auch tun: Nach Künstlern, Alben und als Verzeichnisse. Dabei ist nicht die Sortierung an und für sich erwähnenswert, sondern die Art, auf die das Programm die enthaltenen Informationen präsentiert. Interpreten erscheinen mit einem Foto, bei Alben stellt das Programm als Zusatzinfo das Jahr der Veröffentlichung bereit und in der Ordneransicht blendet das Programm die Anzahl der Tracks ein.

Abbildung 2: Ganz schön bunt: Die Alben-Ansicht von Minitunes sortiert sämtliche Alben alphabetisch.

Abbildung 2: Ganz schön bunt: Die Alben-Ansicht von Minitunes sortiert sämtliche Alben alphabetisch.

Auch bei diesen Ansichten blendet das Programm einen Play-Button ein, sobald man den Mauszeiger über einem Element verbleiben lässt. Damit lassen sich ganz einfach und sehr schnell Playlisten mit einem bestimmten Album, eines bestimmten Künstlers oder eines gewünschten Verzeichnisses erstellen. Während die meisten Musikprogramme lediglich für die eine oder andere Variante “programmiert” sind, funktioniert in Minitunes einfach alles, egal wie man seine Musik lokal verwaltet.

Weniger ist mehr

Ganz schlicht hält das Programm auch die Playliste. Davon gibt es genau eine und die lässt sich über drei Mausklicks leeren, wiederholen oder in den Zufallsmodus versetzen. Für jede der drei Funktionen ist ein Hotkey eingerichtet: [Strg]+[S] steht für Shuffle, [Strg]+[R] für Repeat und [Strg]+[N] für neu. Wer mit diesen drei Modi nicht glücklich ist, kann die Wiedergabeliste per Drag & Drop nach belieben sortieren.

Abbildung 3: Die LinuxCommunity verfolgt die Entwicklung von Minitunes schon seit den ersten Testversionen.

Abbildung 3: Die LinuxCommunity verfolgt die Entwicklung von Minitunes schon seit den ersten Testversionen.

Technisches

Minitunes stammt vom Italiener Flavio Tordini. Das Programm gleicht dem Youtube-Client Minitube [2], der ebenfalls von Tordini stammt und ist ebenfalls eine Qt-Anwendung. Der Quellcode des GPL-Programms steht in einem Git-Repository bereit [3] und lässt sich per

git clone git://gitorious.org/minitunes/minitunes.git

auf den eigenen Rechner holen und hier per qmake und make übersetzen, sofern die nötigen Qt4-Entwicklerbibliotheken und Taglib installiert sind. Für das Audioplayback setzt Minitunes auf das KDE-Framework Phonon. Das gilt auch für die Mac- und die noch in Entwicklung befindende Windows-Version. Auch wer den Player unter Gnome nutzen möchte, muss somit über das nötige Gstreamer-Phonon-Plugin verfügen.

Nach dem Kompiliervorgang befindet sich das Minitunes-Binary im Verzeichnis minitunes/build/target/ und lässt sich hier per ./minitunes ohne Installation starten oder über ein sudo make install im Minitunes-Hauptverzeichnis permanent installieren. Minitunes speichert die Informationen zur Sammlung in der Datei .config/Flavio Tordini/minitunes.conf und im Verzeichnis ~/.local/share/data/Flavio Tordini/data. Wer bereits eine ältere Version von Minitunes benutzt hat und nun das Update auf Version 0.1 einspielt, sollte diese Verzeichnisse löschen, da es sonst zu Problemen kommen kann.

Wer sich den Kompiliervorgang ersparen will, findet auf der Projekt-Homepage fertige Linux-Binaries, für die der Entwickler um eine Spende bittet.

Die Todo-Liste von Flavio Tordini ist ziemlich lange und umfasst neben ein paar Bugfixes auch eine Suchfunktion und eine Möglichkeit, um Playlisten zu speichern und zu laden.

Zusatzfunktionen

Neben der Album und Interpretenansicht bietet Minitunes einen Info-Dialog, der zusätzliche Details zu den gespielten Interpreten bereithält. Den Info-Bildschirm blendet man über [Strg]+[Eingabe] ein und aus. Ein weiteres nützliches Feature hält die Ordner-Ansicht bereit. Sie zeigt neben der Anzahl Tracks auch die Spiellänge des jeweiligen Verzeichnisses an.

Abbildung 4: Die Ordneransicht von Minitunes zeigt auch die komplette Spiellänge und die Anzahl Tracks an.

Abbildung 4: Die Ordneransicht von Minitunes zeigt auch die komplette Spiellänge und die Anzahl Tracks an.

Abbildung 5: Der Infobildschirm zeigt allgemeine Informationen zum Autoren oder zu einem gewählten Album an. Wo vorhanden holt sich das Tool auch den Songtext.

Abbildung 5: Der Infobildschirm zeigt allgemeine Informationen zum Autoren oder zu einem gewählten Album an. Wo vorhanden holt sich das Tool auch den Songtext.

Fazit

Minitunes ist die richtige Anwendung zum richten Zeitpunkt. Sie passt perfekt auf ein Tablet oder ein Netbook, da sich das Programm auch auf einem kleinen Bildschirm und per Touchscreen problemlos bedienen lässt. Mit [F11] gibt es zudem auch einen rudimentären Vollbildmodus ohne Fensterdeko. Minitunes gehört wie Minitube auf jeden Linux-Rechner.

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trompeter_peter
15 Jahre her

Artist (englisch) ? Artist (deutsch)

Denkt mal drüber nach…

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