Zwei fast identische Geschicklichkeitsspiele malträtieren mit einfachen geometrischen Formen so stark die Augen und das Gehirn, dass sie sogar die Gesundheit gefährden. Trotz ihrer einfachen Steuerung sind beide extrem herausfordernd und empfehlen sich damit sogar für Partys.
Das Spielprinzip von Super Hexagon ist äußerst simpel: Mit den Pfeiltasten dreht der Spieler ein kleines schwarzes Dreieck in der Bildschirmmitte im Kreis. Von den Bildschirmrändern wandern Sechsecke mit einer oder mehreren Lücken auf das Dreieck zu. Der Spieler muss nun möglichst lange das kleine Dreieck durch die Lücken manövrieren. Jede auch noch so kleine Kollision mit der Wand eines Sechsecks stoppt das Treiben umgehend.

Super Hexagon: Das kleine Dreieck in der Mitte muss man zu den Lücken in den heranfliegenden Sechsecken drehen.
Augenringe
Mit fortschreitender Spieldauer rasen die Sechsecke in immer kürzeren Abständen und in unterschiedlichen Formationen auf das Dreieck zu. Es wird folglich immer schwieriger, mit dem Dreieck durch die Lücken zu flutschen. Auch optisch versucht Super Hexagon den Spieler zu verwirren: So beginnt sich die gesamte Szene nicht nur zu drehen und pulsieren, sondern wechselt auch immer wieder ihre Farben. Das Resultat wirkt, als würde man in einer Disco in einen rotierenden Strudel schauen.
Auch wenn die Standbilder wenig dramatisch wirken, strengt der Blick auf die animierten geometrischen Formen schon nach kurzer Zeit enorm an. Empfindliche Menschen reagieren mit Kopfschmerzen, im schlimmsten Fall können sogar epileptische Anfälle die Folge sein. Epileptiker oder Menschen, die zu epileptischen Anfällen neigen, sollten noch nicht einmal das Video des Spiels auf seiner Homepage starten [1].
Klonkrieg
Schöpfer von Super Hexagon ist Terry Cavanagh, der auch schon für das bockschwere Jump-and-Run-Spiel VVVVVV verantwortlich zeichnet. Er vertreibt Super Hexagon für knapp 3 Dollar auf seiner Homepage [1]. Für alle, die nicht so viel Geld ausgeben möchten, hat Vittorio Romeo einen kostenlosen und quelloffenen Klon namens Open Hexagon geschaffen [2]. Im Gegensatz zu Super Hexagon lässt sich Open Hexagon sogar über die Scriptsprache Lua erweitern und verändern. Fertige Modifikationen kommen in Form sogenannter Packs, von denen Open Hexagon bereits mehrere beiliegen. Diese rüsten unter anderem neue Sechsecks-Formationen und Hintergrundmusiken nach.
Um Open Hexagon zu spielen, klickt man auf seiner Homepage [2] am unteren Seitenrand die Lasche mit (linux) an. Das so erhaltene .tar.gz-Archiv entpackt man auf der Festplatte und startet das Skript OpenHexagon im Unterverzeichnis OpenHexagon1.92. Eventuell beschwert sich das Spiel über eine fehlende libc.so.6 in der Art:
./x86/openhexagon.x86: /lib/i386-linux-gnu/libc.so.6: version `GLIBC_2.17' not found (required by ./x86/libstdc++.so.6)
In diesem Fall benennt man im Unterverzeichnis x86 beziehungsweise auf einen 64-Bit-System im Unterverzeichnis x86_64 die Datei libstdc++.so.6 um (indem man etwa ihrem Namen ein backup anhängt).
Im Spiel gibt man seinen Namen ein und drückt dann im Hauptmenü die Eingabetaste. Mit den Pfeiltasten rotiert man das Dreieck in der Mitte. Um das Spiel zu beenden, kehrt man per [Esc] zum Hauptmenü zurück und hält dort [Esc] für ein paar Sekunden gedrückt.
Fazit
Super Hexagon und Open Hexagon gehören zu den Geschicklichkeitsspielen, die schnell erlernt, aber nur schwer zu meisten sind. Der Schwierigkeitsgrad steigt bei beiden extrem stark an, was zwangsweise zu vielen Frustmomenten führt. Open Hexagon ist hierbei sogar noch einsteigerfreundlich, der leichteste Schwierigkeitsgrad bei Super Hexagon heißt bezeichnenderweise „Hard“. Bei beiden Spielen fällt durch die etwas schwammige Steuerung eine exakte Positionierung des Dreiecks schwer. Schließlich kann die hinterhältige Optik auch noch zu Gesundheitsproblemen oder Selbsthypnose führen.
Trotzdem wecken die Spiele auch ein klein wenig den Ehrgeiz – insbesondere wenn Freunde und Bekannte länger durchhalten als man selbst. Liebhaber von Geschicklichkeitsspielen sollten daher zunächst Open Hexagon ausprobieren. Sofern ihnen das Spielprinzip zusagt, können sie für die moderaten 3 Dollar noch das Original Super Hexagon nachkaufen. In jedem Fall sollte man immer den eigenen Gesundheitszustand beobachten und zwischen zwei Spielen sich und seinen Augen eine längere Pause gönnen – nicht umsonst enthält die README-Datei von Open Hexagon eine explizite Epilepsie-Warnung.
Super Hexagon
| Bezugsquelle: | http://superhexagon.com/ |
| Entwickler: | Terry Cavanagh |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 3 Dollar |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Open Hexagon
| Bezugsquelle: | http://vittorioromeo.info/projects.html |
| Entwickler: | Vittorio Romeo |
| Lizenz: | Unbekannt (Open-Source) |
| Preis: | Kostenlos |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Infos
[1] Super Hexagon:
http://superhexagon.com/
[2] Open Hexagon:
http://vittorioromeo.info/projects.html











