Wenn Außerirdische angreifen, ist taktisches Geschick, eine funktionierende Forschungsabteilung und eine gut ausgestattete Militärbasis gefragt – zumindest in einem recht komplexen rundenbasierten Strategiespiel von Goldhawk Interactive.
Außerirdische haben die Erde für sich entdeckt. Allerdings nicht als nettes Ausflugsziel, sondern um dort Schaden anzurichten. Die Bekämpfung der Eindringlinge übernimmt eine eigens dafür gegründete multinationale Militärorganisation. Finanzielle Unterstützung erhält sie allerdings nur von den Ländern, die sie auch nachhaltig vor den Angriffen beschützt – und die haben es durchaus in sich.

Auf der Weltkarte wurde ein UFO gesichtet (rechts oben das kleine rote Symbol), dem man zunächst Abfangjäger entgegenschickt.
Stützpunkt
Zu Beginn des Spiels wählt man zunächst auf einer Weltkarte den Standort seiner Basis. Von dort aus koordiniert nicht nur die Organisation alle Einsätze, in der Basis starten auch alle Angriffe. Sollten die Außerirdischen weiter entfernt auftauchen, dauert der Anflug mit entsprechendem militärischen Gerät folglich entsprechend länger. Anschließend dreht man ein wenig Däumchen, bis die ersten Außerirdischen eintreffen.
Diesen schickt man umgehend seine Militärflugzeuge entgegen. Zu Beginn stehen dazu nur ein paar einfache Abfangjäger bereit. Sobald sie das UFO erreicht haben, schaltet das Spiel in eine Nahansicht, in der man die Formation und die Flugbahn der Abfangjäger festlegt sowie die zu verwendenden Waffen bestimmt. Auf diese Weise gilt es, das UFO gezielt und möglichst ohne Schaden an den eigenen Flugzeugen vom Himmel zu holen.

… Lässt man Bodentruppen mit einem Transportflugzeug an die Absturzstelle fliegen und dort das UFO suchen.
Schach mit Außerirdischen
Nach dem Abschuss rückt man dem UFO an der Absturzstelle mit Bodentruppen zu Leibe. Das ist insbesondere auch dann notwendig, wenn die Aliens unbeschadet landen konnten und etwa eine Stadt angreifen. Das Spiel zeigt dann die Umgebung aus leicht schräger Vogelperspektive, wobei die Landschaft in quadratische Spielfelder unterteilt ist. Auf denen wiederum zieht der Spieler seine Truppen ähnlich wie beim Schach.

Die Einsätze laufen rundenbasiert ab. Ziel ist es, alle Außerirdischen zu eliminieren und das UFO einzunehmen.
Die Kämpfe laufen dabei strikt rundenbasiert ab: Jeder Soldat besitzt ein festes Kontingent Zeiteinheiten, von der jede Aktion einen Teil verbraucht. Sobald keine Aktionen mehr möglich sind, verharrt der Soldat auf seinem Feld bis zur nächsten Runde. Gegenstände wie Autos oder Heuballen lassen sich als Deckung missbrauchen. Umgekehrt treffen die eigenen Soldaten nicht so präzise, wenn sich ein Außerirdischer hinter einem Traktor steht.

Die im UFO gefundenen Gegenstände kann man dann von der Forschungsabteilung näher untersuchen lassen.
Mit den zur Verfügung stehenden Geldern baut der Spieler seine Militärbasis weiter aus, heuert neue Soldaten an und investiert zudem in die Forschung. Letztere entwickelt nicht nur neue Waffensysteme, sondern untersucht auch erbeutete Alien-Artefakte. Diese lassen sich dann eventuell wieder gezielt gegen die Außerirdischen einsetzen. Insgesamt muss sich der Spieler mit 50 verschiedenen Außerirdischen auseinandersetzen, die alle ihre Eigenheiten besitzen.
Weiterbildung
Ähnlich wie in einem Rollenspiel gewinnen die rekrutierten Soldaten im Kampf an Erfahrung und werden so von Gefecht zu Gefecht besser. Sollten sie jedoch fallen, sind sie umgehend aus dem Spiel. Man sollte daher gut überlegen, welche Soldaten man in einen Nahkampf schickt.

Militärische Geräte kosten nicht nur Geld, sie nehmen in der Basis auch Platz weg. Personal und Soldaten lassen sich zudem nur einstellen, wenn genügend „Livin Quarters“ vorhanden sind.
Entwickler Goldhawk Interactive verkauft sein Spiel derzeit für 23 Euro auf Steam [2], 21,19 Euro auf Gog.com [3] und 21 Euro im Humble Store [4]. In beiden letztgenannten Online-Shops erhalten Käufer jeweils eine kopierschutzfreie Version. Wer im Humble Store ordert, darf mit einem entsprechenden Key das Spiel zusätzlich auf Steam freischalten. Darüber hinaus ist Xenonauts derzeit noch Teil des Humble Classic Returns Bundle [5]. Bei dieser Sonderaktion darf man für ein Spielepaket zahlen, was man möchte. Xenonauts gibt es allerdings erst, wenn man mindestens den aktuell von allen Käufern überwiesenen Durchschnittspreis bezahlt. Zum Redaktionsschluss waren dies 7,12 Euro, was immer noch deutlich unter dem Originalpreis rangiert. In jedem Fall liegt das Strategiespiel nur als 32-Bit-Programm vor.

Jeder Soldat hat nicht nur seine eigenen Stärken und Schwächen, man muss auch für eine passende Ausrüstung sorgen.
Fazit
Goldhawk Interactive bewirbt sein Spiel als „spirituellen Nachfolger“ des Klassikers X-Com. Wer das Strategiespiel in den 1990er Jahren gespielt hat, dürfte sich in Xenonauts sofort heimisch fühlen. Neueinsteiger wirft das Spiel allerdings mehr oder weniger ins kalte Wasser: Eine Einführung liegt nur als „Quick Start Guide“ in Form eines PDF-Dokuments bei, ein Tutorial fehlt bis auf eine ganz kurze Einweisung komplett. Hat man sich jedoch einmal mit den Konzepten und der Steuerung vertraut gemacht, erhält man ein durchaus fesselndes rundenbasiertes Strategiespiel mit recht hohem Wiederspielwert.
Xenonauts
| Bezugsquelle: | http://www.xenonauts.com/ |
| Entwickler: | Goldhawk Interactive |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 22,99 Euro (Steam), 21,19 (Gog.com), 20,99 Euro (Humble Store) |
| Voraussetzungen: | Linux-Distribution aus dem Jahr 2010 oder neuer, Prozessor mit 2 GHz oder schneller, mindestens 1 GByte Hauptspeicher, Monitor mit einer Mindestauflösung von 1280 mal 720 Pixeln |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://www.xenonauts.com/
[2] Steam:
http://store.steampowered.com/app/223830/Xenonauts/
[3] Gog.com:
https://www.gog.com/game/xenonauts
[4] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/xenonauts
[5] Humble Classics Return Bundle:
https://www.humblebundle.com/games/classics-return-bundle






