Das Spiel zum Wochenende: Transistor

Das Spiel zum Wochenende: Transistor

Sprechendes Schwert

Wenn man mitten im Schlachtgetümmel von Gegnern umzingelt ist, hält man einfach die Zeit an und legt sich in Ruhe einen Schlachtplan zurecht. Genau das kann die Hauptdarstellerin in einem Action-Rollenspiel von Supergiant Games.

In einer ziemlich düsteren Science-Fiction-Welt steht eine junge Dame namens Red gebeugt über einem toten Mann. In seinem Bauch steckt ein merkwürdiges elektronisches Schwert. Nachdem Red es aus der Leiche gezogen hat, fängt es an zu sprechen und fordert Red auf, von hier zu verschwinden.

Zu Beginn erhält Red das Schwert – alles andere bleibt unklar.

Zu Beginn erhält Red das Schwert – alles andere bleibt unklar.

Was bin ich?

Mit dieser seltsamen Szene beginnt das Action-Rollenspiel Transistor. Weitere Erklärungen sind zunächst Mangelware, auch die Bedienung muss man weitgehend selbst herausfinden. Hinweise liefern lediglich die Bemerkungen des Schwerts, das ab und an eine Laufrichtung vorgibt oder eine Situation kurz kommentiert.

Einen Gegner kann man wie hier direkt in einem actionsreichen Nahkampf niederstrecken.

Einen Gegner kann man wie hier direkt in einem actionsreichen Nahkampf niederstrecken.

Der Spieler steuert Red mit Mausklicks durch die isometrische Landschaft, in der sie immer wieder auf angriffslustige Roboter trifft. Ein Rechtsklick auf einen solchen führt eine von mehreren möglichen Aktionen aus. Welche das ist, bestimmt der Spieler über entsprechende Symbole am unteren Bildschirmrand. Einige Gegner sind erst besiegt, wenn man ihre Körper einsammelt. Ist man dabei nicht schnell genug, stehen die Roboter wieder auf und der Kampf geht von vorne los.

Hier ist der Planungsmodus aktiv: Red würde zunächst zum Fiesling laufen, einen „Breach“-Angriff ausführen und dann hinter der Säule Deckung suchen. Das Ergebnis ...

Hier ist der Planungsmodus aktiv: Red würde zunächst zum Fiesling laufen, einen „Breach“-Angriff ausführen und dann hinter der Säule Deckung suchen. Das Ergebnis …

Langsame Schnelligkeit

Helfen kann ein Druck auf die Leertaste, die in einen speziellen Planungsmodus schaltet. Dort darf man die nächsten Schritte und Angriffe von Red ohne Zeitdruck vorgeben. Jede Aktion kostet allerdings etwas Energie. Die wiederum steht nur begrenzt zur Verfügung und limitiert somit die Zahl der möglichen Aktionen. Sobald der Spieler mit der Leertaste das Geschehen weiterlaufen lässt, führt Red alle festgelegten Anweisungen in Schallgeschwindigkeit aus. Anschließend muss sich die verbrauchte Energie erst wieder langsam aufladen. Währenddessen laufen nicht nur die Angriffe der Gegner weiter, die Heldin kann auch keinen Angriff ausführen.

… des Versuches ist dann hier zu sehen.

… des Versuches ist dann hier zu sehen.

Durch erfolgreiche Kämpfe gewinnt Red an Erfahrung. Sobald sie auf diese Weise eine neue Erfahrungsstufe erreicht, darf sie eine von mehreren weiteren Fähigkeiten erlernen. Die helfen nicht nur im Kampf, sie dienen auch gleichzeitig als Lebensversicherung: Jeder gegnerische Treffer kostet Red etwas Lebensenergie. Sollte diese komplett aufgebraucht sein, verliert sie einen Spezialangriff und erhält somit noch eine weitere Chance.

Immer wieder gibt es Kämpfe mit dickeren Robotern („Bosskampf“).

Immer wieder gibt es Kämpfe mit dickeren Robotern („Bosskampf“).

Aufgerüstet

Red kann zwar beliebig viele Fähigkeiten erwerben, aber immer nur eine Auswahl davon mit in den Kampf nehmen. Allerdings lassen sich die Fähigkeiten miteinander kombinieren und so starke Spezialangriffe erschaffen.

Die Fähigkeiten lassen sich miteinander kombinieren und so verstärken beziehungsweise verbessern.

Die Fähigkeiten lassen sich miteinander kombinieren und so verstärken beziehungsweise verbessern.

Entwickler Supergiant Games vertreibt Transistor derzeit für 15 Euro via Steam [2] und Gog.com [3]. Wer im letztgenannten Online-Shop kauft, erhält eine kopierschutzfreie Version. Diese läuft zwar prinzipiell sowohl unter 64- also auch 32-Bit-Systemen, der von Gog.com verwendete Installationsassistent setzt allerdings zwingend ein 64-Bit-System voraus. Des Weiteren ist Transistor bei Gog.com noch rund vier Tage im Sonderangebot für knapp 5 Euro zu haben. Rabatt erhält man dort übrigens auch auf Bastion [4], das vom gleichen Entwickler stammt und mit einem ähnlichen Spielprinzip aufwartet.

Viele Gegner sind zunächst in den weißen Röhren gekapselt und betreten erst die Bildfläche, wenn man sie angreift.

Viele Gegner sind zunächst in den weißen Röhren gekapselt und betreten erst die Bildfläche, wenn man sie angreift.

Fazit

Transistor mischt geschickt schnelle Action mit rundenbasierter Taktik und Rollenspielelementen. Das wiederum funktioniert erstaunlich gut: Ist man von Gegnern umzingelt, kann man das Geschehen pausieren und die nächsten Schritte planen. Action- und Taktikmodus sind dabei gut austariert. Spieler müssen somit immer wieder neu abwägen, wann sie einfach draufhauen und wann sie die Zeit anhalten. Die Kombinationsmöglichkeiten der Spezialfähigkeiten wecken zudem den Basteltrieb.

In seltenen Fällen muss man auch kleine Rätsel lösen. Hier wird der Weg erst dann frei, wenn man beide Schalter im Boden gleichzeitig drückt.

In seltenen Fällen muss man auch kleine Rätsel lösen. Hier wird der Weg erst dann frei, wenn man beide Schalter im Boden gleichzeitig drückt.

Seine Geschichte erzählt Transistor nur in homöopathischen Dosen. Vieles muss sich der Spieler selbst mühsam zusammenreimen. Darin liegt allerdings auch der Reiz: Man möchte endlich wissen, wo Rose herkommt und was es eigentlich mit diesem Schwert auf sich hat. Dazu ist allerdings viel Recherche-Arbeit notwendig. Wer einfach nur stur die Gegner erledigt, bei dem dürften am Ende viele Fragen unbeantwortet bleiben.

Der „Fiesling“ ist durch das Energiefeld gegen Treffer geschützt.

Der „Fiesling“ ist durch das Energiefeld gegen Treffer geschützt.

Die gezeichnete isometrische Grafik hat ihren eigenen Charme, viele Landschaften wirken jedoch etwas steril. Die fantastische Hintergrundmusik passt sich dynamisch an das Spielgeschehen an. Auch der englische Sprecher des Schwerts kann sich hören lassen. Für 5 Euro ist Transistor derzeit ein Schnäppchen. Die normalerweise verlangten 15 Euro sollte nur ausgeben, wer mit den genannten Macken leben kann.

Transistor

Bezugsquelle:  http://www.supergiantgames.com/games/transistor/
Entwickler: Supergiant Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: 19 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Dual-Core Prozessor ab 2,6 GHz, mindestens 4 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte kompatibel zu OpenGL 3.0 oder besser

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.supergiantgames.com/games/transistor/

[2] Steam:
http://store.steampowered.com/app/237930/

[3] Gog.com:
https://www.gog.com/game/transistor

[4] Das Spiel zum Wochenende: Bastion, Tim Schürmann, „Voll der Hammer“, LinuxCommunity, 23.03.2013:
https://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Das-Spiel-zum-Wochenende-Bastion/(language)/ger-DE

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