Wie beeindruckt man die liebreizende Georgia McGeorgeous? Indem man natürlich ein waschechter Ritter wird. Im Adventure des Entwicklers Digital Bounce House strapaziert das jedoch neben dem Denkapparat auch die Lachmuskeln. Zumindest kurzzeitig.
Der kleine Tick schwärmt für die einzigartige Georgia McGeorgeous. Um ihre Liebe zu gewinnen, gibt es natürlich nur einen Weg: Tick muss ein Ritter werden. Dazu muss er eigentlich nur das legendäre Schwert von Blergh aus dem Stein ziehen. Das gelingt allerdings nur Personen mit Stärke, Mut und Weisheit. Dummerweise sind alle drei Eigenschaften nicht gerade Ticks Stärken. Vielmehr hat sich der Lausbube in seinem Dorf bislang äußerst unbeliebt gemacht. Unter anderem hat er den als Haustier gehaltenen Drachen des örtlichen Zauberers befreit. Um das Herz der schönen Georgia zu gewinnen, muss Tick folglich erst einmal seine Stärke, seinen Mut und seine Weisheit beweisen. Und dann gibt es da auch noch den fiesen Goblin Bloodclot.

Im Traum wird Tick ein mächtiger Ritter, der damit gleichzeitig Georgia McGeorgeous um den Finger wickelt.
Klicker
Tick’s Tales ist ein klassisches Point-and-Click-Adventure, das mit einer absichtlich recht groben Pixelgrafik daherkommt. Genretypisch dirigiert der Spieler den Helden per Mausklick durch die Landschaft. Nach einem Klick auf einen Gegenstand untersucht Tick diesen oder hebt ihn auf. In letztem Fall kann er ihn in seinem Rucksack verstauen oder mit einem anderen Objekt kombinieren. Auf diese Weise gilt es zahlreiche Rätsel zu lösen und so schließlich endlich ein Ritter zu werden.
Im Laufe seines Abenteuers trifft Tick immer wieder auf andere Bewohner der Märchenwelt. Mit diesen führt er kurze Diskussionen im Multiple-Choice-Verfahren. Meist bitten die Einwohner um die Erledigung einer Aufgabe. Als Gegenleistung helfen sie dann wiederum Tick. Anders als in anderen modernen Adventures markiert Tick’s Tales nicht die anklickbaren Objekte. Der Spieler muss folglich selbst herausfinden, ob ein Baum nur Staffage ist oder Tick ihn hochklettern kann.
Wackelkandidat
Entwickler Digital Bounce House verkauft Tick’s Tales derzeit für knapp 8 Euro auf Steam [2], für 7,50 Euro im Humble Store [2] und für 8 US-Dollar im Phoenix Online Store [3]. Wer im Humble Store einkauft, spart nicht nur 50 Cent, sondern erhält auch noch eine kopierschutzfreie Fassung. Darüber hinaus darf man das Spiel sogar auf Steam freischalten. Käufer im Phoenix Online Store erhalten ebenfalls eine kopierschutzfreie Version. In jedem Fall gibt es Tick’s Tales sowohl als 32- als auch 64-Bit-Programm. Standardmäßig wackelt im Adventure das Bild, was eine leicht wackelnde Handkamera imitieren soll. Wen dieses Verhalten nervt, kann es in den Einstellungen des Spiels deaktivieren.

Der jung gebliebenen alten Dame muss man helfen, ihr Kätzchen zu retten. Dummerweise kann Tick nicht auf den Baum klettern.
Fazit
Tick’s Tales ist ein kleines sympathisches Point-and-Click-Adventure, das leicht an die alten King’s Quest-Spiele von Sierra aus den 1980er Jahren erinnert. Die Pixelgrafik schwankt recht stark zwischen niedlich, nett anzuschauen und dilettantisch. Auf großen Monitoren kann man im Vollbildmodus den einzelnen Pixlen die Hand reichen. Im Fenster-Modus schrumpft hingegen die komplette Szene auf die Größe einer Handfläche, wodurch die Bedienung etwas fummelig gerät.
Die Hintergrundgeschichte ist wenig originell und vorhersehbar. Dafür trumpft das Spiel mit viel Humor auf, der selten platt wirkt. Auch wenn Tick viel Schabernack treibt, bleibt er doch ein sympathischer Held, den man gerne durch die Märchenwelt treibt. Die Puzzle sind recht einfach, wodurch insbesondere Adventure-Experten das Spiel innerhalb von zwei Stunden gelöst haben.

Der fliegende Händler hat zahlreiche schöne Dinge im Angebot, Tick besitzt jedoch ein leeres Portmonee.
Wer witzige Adventures mag, sich nicht an der Pixelgrafik stört und die kurze Spielzeit in Kauf nimmt, kann für die verlangten 8 Euro durchaus zugreifen. Zumindest ein verregnetes Frühlingswochenende lässt sich mit Tick überbrücken.
Tick’s Tales
| Bezugsquelle: | http://www.tickstales.com/ |
| Entwickler: | Digital Bounce House / Phoenix Online Publishing |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 7,99 Euro (Steam) / 7,50 Euro (Humble Store) / 8 US-Dollar (Phoenix Online Store) |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution, Prozessor ab Klasse eines Core i3, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, OpenGL 2.0-kompatible Grafikkarte mit mindestens 128 MByte Speicher |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://www.tickstales.com/
[2] Steam:
http://store.steampowered.com/app/411610/
[3] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/ticks-tales
[4] Phoenix Online Store:
http://www.postudios.com/company/games/tickstales/








