Das Spiel zum Wochenende: The Inanimate Mr. Coatrack

Das Spiel zum Wochenende: The Inanimate Mr. Coatrack

Der unbelebte Herr Garderobe

Die Erschaffung des grünen Monsters war gar nicht so schwer. Wäre da nicht ein fehlender Arm. Und das noch nicht vorhandene Herz. Beides zu beschaffen ist in einem Adventure von Powerhoof gar nicht so einfach. Das gilt erst recht, wenn sich das Monster als liebenswerter Prolet entpuppt.

Dr. Victor Bernhardt forscht mit Leidenschaft im Bereich des Todes. Sein neuester Geniestreich ist die Belebung eines grünen Monsters, das er aus sichtlich abgenutzten Körperteilen zusammengesetzt hat. Die stammen vom gerade gestorbenen Argyle Coatrack, der seinen Körper netterweise der Forschung bereitgestellt hatte. Die noch benötigten zwei Zutaten sind schnell gefunden, eine gute Portion Hochspannung erledigen den Rest.

Um den toten Körper wiederzubeleben, könnte das Gehirn helfen. Das hebt der Doktor per Mausklick auf …

Der Fluch des Herrn Coatrack

Langsam erhebt sich das Monster von seinem Arbeitstisch. Das Ergebnis dürfte Dr. Bernhardt endlich die Ehre und Anerkennung einbringen, die ihm gebührt. Bis der reanimierte Argyle Coatrack den Mund aufmacht. Und sich als netter Prolet von Nebenan entpuppt, der seinen Erschaffer liebevoll „Bernie“ nennt und auch sonst kein Blatt vor den Mund nimmt.

… und wendet es dann mit einem weiteren Mausklick auf das Monster an.

Allerdings gibt es da noch zwei Probleme: Zum einen fehlt Herr Coatrack noch eine Hand, zum anderen muss dringen ein Herz her. Ohne letztgenanntes dürfte der grüne Herr nicht sehr lange überleben. Glücklicherweise gibt es in der Universität eine anerkannte Biologin, die zwar ein Herz in Reichweite hat, dieses aber nicht herausrücken will. Eine Hand findet Dr. Bernhardt im Büro seines ärgsten Rivalen, der aber ebenfalls die eingelegte Extremität nicht herausrücken will. Also muss sich Dr. Bernhardt einiges einfallen lassen, um an die benötigten Gegenstände zu gelangen.

Sofern sich der Mauszeiger in ein Auge verwandelt, gibt der Doktor bei einem Mausklick nur einen Kommentar ab.

Vereinfachter Wettbewerb

Im Point-and-Click-Adventure The Inanimate Mr. Coatrack übernimmt der Spieler die Steuerung des exzentrischen Doktors. Per Mausklick scheucht er ihn gezielt durch die Universität. Gegenüber anderen Genrevertretern haben die Entwickler die Bedienung jedoch deutlich vereinfacht: Sobald der Spieler mit dem Mauszeiger über einen Gegenstand fährt, erscheint direkt eine Beschreibung. Bei einem Klick auf einen Gegenstand hebt ihn Dr. Bernhardt automatisch auf oder gibt zumindest einen Kommentar zu ihm ab. Alle eingesammelten Objekte finden sich in einer ausklappbaren Schublade am oberen Rand, wo man sie per Mausklick aufhebt und dann mit einem anderen Objekt kombiniert.

Das Spiel liefert immer wieder Witze unterhalb der Gürtellinie. Hier sollte man den Namen der Dame einmal englisch aussprechen.

Das Spiel entstand im Rahmen des Adventure Game Jam 2019 [2]. Bei diesem Wettbewerb mussten die Teilnehmer in nur zwei Wochen ein komplettes Adventure entwickeln. Powerhoof stellt seinen Beitrag für einen frei wählbaren Kaufpreis auf Itch.io zum Download bereit [1]. Dort darf man das Spiel sogar kostenlos herunterladen. Dazu klickt man auf Download Now, dann No thanks, just take me to the downloads und schließlich auf Download neben dem Linux-Symbol. Das erhaltene Archiv entpackt man auf der Festplatte. Besitzer eines 32-Bit-Linux starten das Programm TheInanimateMrCoatrack.x86, Nutzer eines 64-Bit-Systems hingegen TheInanimateMrCoatrack.x86_64.

Professor Beauford Marbury hat zwar eine Hand, rückt diese aber einfach nicht raus.

Fazit

The Inanimate Mr. Coatrack bietet eine abgedrehte Geschichte, eine liebevoll gezeichnete Pixelgrafik im Comic-Look sowie eine durchgehende Vertonung. Adrian Vaughan spricht dabei sämtliche Rollen, schafft es aber dennoch erstaunlich gut, jedem Character seine eigene Note zu verleihen. Die Rätsel sind allerdings durch die vereinfachte Steuerung recht schnell gelöst – im Zweifelsfall klickt man einfach alles an. Des Weiteren verwendet das Spiel häufig englischen Slang sowie Flüche und Witze, die unter die Gürtellinie gehen. The Inanimate Mr. Coatrack eignet sich daher nur für Erwachsene mit guten Englischkenntnissen. Die sollten dann allerdings schnellstmöglich das Adventure anspielen.

The Inanimate Mr. Coatrack

Bezugsquelle: https://powerhoof.itch.io/the-inanimate-mr-coatrack
Entwickler: Dave Lloyd, Barney Cumming, Adrian Vaughan, Louis Meyer, Kyle Olsen / PowerHoof
Lizenz: Kommerziell
Preis: Beliebig
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution
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