Das kleine Entwicklerteam P1X werkelt unablässig an einem kleinen rundenbasierten Strategiespiel in Pixeloptik. Schon in der jetzigen Fassung begeistert es nicht nur mit einem spaßigen Mehrspieler-Modus und gut austarierten Karten, das komplette Spiel steht auch unter einer Open-Source-Lizenz.
In einem fernen Land zieht sich die Korruption quer durch die komplette Regierung. Eine kleine Gruppe stürmt deshalb mit Militärgewalt den Präsidentenpalast und bildet kurzerhand eine neue Regierung. Im Spiel Tanks of Freedom schlägt man sich entweder zunächst auf die Seite der Rebellen oder aber ignoriert diese seichte Hintergrundgeschichte einfach komplett.

Sobald man eine Einheit anklickt (hier grün umrandet), markiert das Spiel alle Felder gelb, auf die man die Einheit ziehen kann.
Schritt für Schritt
Im Strategiespiel Tanks of Freedom übernimmt der Spieler die Kontrolle über eine kleine Armee. Mit ihr muss er das Hauptquartier des Gegners einnehmen. Dabei blickt der Spieler von schräg oben auf ein Schlachtfeld, das in quadratische Spielfelder unterteilt ist. Auf ihnen zieht der Spieler seine Infanteristen, Panzer und Flugzeuge Richtung feindlichem Hauptquartier. Sobald eine Einheit neben einem Gegner zu stehen kommt, kann sie das Feuer eröffnen. Wie so häufig gibt es jedoch einen kleinen Haken.

Hinter den weißen Wolken versteckt das Spiel alle Gebiete, die von den eigenen Einheiten nicht eingesehen werden können („Fog of War“).
So steht dem Spieler nur eine begrenzte Anzahl Aktionspunkte zur Verfügung. Jeder Schritt einer Einheit kostet einen Aktionspunkt. Jede Einheit kann zudem nur eine vorgegebene Anzahl Aktionen ausführen – jeder Infanterist beispielsweise nur 4 Stück. Anschließend rührt sich die Einheit nicht mehr vom Fleck. Hat der Spieler seine kompletten Aktionspunkte verbraucht oder möchte er keine weiteren Züge mehr durchführen, ist der Gegner an der Reihe. Den steuert wahlweise ein Computer oder ein zu diesem Zweck eingeladener Freund. Bei einer Mehrspielerpartie kann man sich entweder gemeinsam vor einen Monitor setzen oder aber über das Internet gegeneinander antreten.

Hier hat der Spieler die Qual der Wahl: Entweder attackiert man man den Soldaten rechts oben, nimmt die Fahne rechts ein oder besetzt die Kaserne am unteren Rand.
Alles meins
Zu Spielbeginn besitzt jeder Spieler lediglich ein eigenes Hauptquartier und ein paar militärische Einheiten. Diese haben ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen: Der Panzer hält beispielsweise länger dem Beschuss durch Infanteristen stand. Letztgenannte können wiederum Kasernen, Flugplätze und Panzer-Fabriken einnehmen. Man verliert dabei zwar den Infanteristen, kann aber in einer Kaserne neue Infanteristen ausbilden, auf Flugplätzen Hubschrauber bauen und in der Panzer-Fabrik neue Panzer produzieren. Genau das kostet allerdings jeweils einen dicken Batzen Aktionspunkte – ein Panzer schlägt beispielsweise mit gleich 50 Punkten zu Buche.

Über das Mausrad oder die Buttons rechts oben in der Ecke kann man aus der Landschaut herauszoomen und sich so einen Überblick verschaffen.
Des Weiteren stehen auf einigen Feldern Fahnenmasten. Konnte man einen solchen einnehmen, erhält man zu Beginn jeder Runde 15 Aktionspunkte extra auf das eigene Konto gutgeschrieben. Das eigene Hauptquartier steuert noch einmal 20 Punkte bei. Apropos Hauptquartier: Auch in ihm lassen sich neue Infanteristen ausbilden. Dort kostet die Ausbildung allerdings 40 Punkte, in den Kasernen nur 25.
Kostenloser Nachschub
Tanks of Freedom bietet eine Kampagne, die einfach mehrere Schlachten hintereinander reiht und dazwischen jeweils auf kleinen Texttafeln die Hintergrundgeschichte erzählt. Alternativ darf man im Skirmish-Modus eine von mehreren Karten auswählen und dann dort gegen den Computer oder einen menschlichen Gegner antreten. Wem die mitgelieferten Karten nicht ausreichen, der bastelt sich kurzerhand mit dem eingebauten Editor ein paar eigene.
Das Strategiespiel selbst steht unter der MIT Lizenz, die Grafiken unter einer Creative-Commons-Lizenz. Die Entwickler bieten Tanks of Freedom auf Itch.io zum Download an [1]. Dort klickt man auf Download Now. Wer mag, kann den Entwickler jetzt eine kleine Spende zukommen lassen. Andernfalls führt der Link No thanks, just take me to the downloads direkt zu den Dateien. Dort lädt man sich die für sein System passende Datei herunter, macht sie ausführbar und ruft sie auf. Wer in den Quellcode des Spiels linsen möchte, findet ihn auf GitHub [2].

Im sogenannten Skirmish-Modus treten zwei Spieler auf einer frei wählbaren Karte gegeneinander an. Die Hauptquartiere lassen sich dabei in der Regel immer noch mehreren Seiten her erobern.
Fazit
Tanks of Freedom spielt sich wie eine aufgebohrte Partie Schach. Angriffe funktionieren nach dem Stein-Schere-Papier-Prinzip: Ein Panzer ist einem Soldaten überlegen, alle Panzer haben die gleiche Durchschlagskraft. Konnte der Gegner einmal die wichtigen Gebäude auf der Karte einnehmen, hat man meist kaum noch eine Chance, die Partie zu drehen. Obendrein gibt es nur wenige unterschiedliche Einheitentypen.

Zwei Panzer sind sich ebenbürtig. Schießen sie gleichzeitig, verliert jeder Panzer 10 Gesundheitspunkte.
Dennoch macht Tanks of Freedom eine Menge Spaß. Den verdankt das Spiel vor allem seinen recht gut austarierten Karten. Meist kann man über mehrere Flanken angreifen und muss umgekehrt mehrere Wege zum eigenen Hauptquartier absichern. Die Eroberung von Fahnenmasten und Gebäuden sorgt für weitere Abwechslung und erzwingt ein überlegtes, Vorgehen. Die natürlich meist zu wenigen Aktionspunkte führen gerade in größeren Gefechten zu schweißnassen Händen – erst recht, wenn man gegen einen Freund vor einem Bildschirm antritt. Obendrein ist das Spiel auch noch komplett kostenlos. Wer rundenbasierte Strategiespiele mag, sollte daher Tanks of Freedom unbedingt anspielen.
Tanks of Freedom
| Bezugsquelle: | https://w84death.itch.io/tanks-of-freedom |
| Entwickler: | P1X |
| Lizenz: | MIT Lizenz / Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 (CC BY-SA 4.0) |
| Preis: | Kostenlos |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
https://w84death.itch.io/tanks-of-freedom
[2] Quellcode:
https://github.com/w84death/Tanks-of-Freedom







