Das Spiel zum Wochenende: Sublevel Zero Redux

Das Spiel zum Wochenende: Sublevel Zero Redux

Wo bin ich?

Spieleentwickler Sigtrap hatte bereits 2015 mit seinem 3D-Actionspiel eine Hommage an die alte Descent-Reihe veröffentlicht. Eben jene liegt jetzt in einer „Redux“ genannten Neuauflage vor. Höchste Zeit also, die spannende Jagd durch verwinkelte Stollen zum Spiel zum Wochenende zu küren.

Im Universum geschehen schon seit einer Weile merkwürdige Dinge: Komplette Sonnensysteme tauchen plötzlich an anderen Stellen wieder auf, Raumschiffpiloten melden plötzlich entstehende Wurmlöcher und das komplette Weltall scheint sich an seinen Rändern langsam aufzulösen. Auf den Planeten leben die Menschen in abgeschotteten Clans, die von fiesen Warlords sukzessive überfallen werden. Zu einem dieser Clans gehört auch der Spieler im 3D-Actionspiel Sublevel Zero. In seinem kleinen Raumschiff macht er sich auf die Suche nach den Ursachen für das Chaos.

In den teils engen Gängen schießt man sich Richtung Reaktor – hier wartet glücklicherweise nur eine kleine Drohne.

In den teils engen Gängen schießt man sich Richtung Reaktor – hier wartet glücklicherweise nur eine kleine Drohne.

Verschlungene Pfade

Dabei stößt der Spieler auf eine uralte Verteidigungsanlage, die in einen Asteroiden hineingebaut zu sein scheint. Beim Versuch sie zu betreten, verschluckt ein Wurmloch neben dem Raumschiff des Spielers auch gleich noch die antike Anlage. Um wieder nach Hause zu kommen, bleibt nur ein Ausweg: Der Spieler muss in den fremden Bau eindringen und dort Teile für einen besonders starken Fluxantrieb einsammeln.

Wo geht es zum Reaktor? Und fliegt das Schiff gerade auf dem Kopf?

Wo geht es zum Reaktor? Und fliegt das Schiff gerade auf dem Kopf?

Die komplette Anlage besteht aus mehreren verwinkelten Stollen, in denen zwar keine Menschen mehr arbeiten, die aber mit unzähligen Überwachungsrobotern gespickt ist. Mit seinem kleinen Raumschiff muss der Spieler den in jedem Stollen verborgenen Reaktor finden, diesen zerstören und den dabei freigesetzten Fluxkompensator einsammeln. Anschließend geht es im nächsten Stollensystem weiter. Der Spieler kann mit seinem Raumschiff frei in alle Richtungen fliegen, womit sich auch eine über Kopf montierte Tür erreichen lässt.

Ziel ist immer dieser Reaktor, den es mit gezielten Schüssen zu zerlegen gilt.

Ziel ist immer dieser Reaktor, den es mit gezielten Schüssen zu zerlegen gilt.

Blechbüchsen

Die Überwachungsroboter schaltet der Spieler mit gezielten Schüssen aus. Die dazu notwendigen Kanonen muss der Spieler allerdings erst einmal in den Stollen finden. Darüber hinaus verbrauchen die Waffen jeweils einen von drei verschiedenen Munitionstypen. Nachschub findet sich immer mal wieder in Schatzkisten und in den Trümmern von zerlegten Roboter. Letztgenannte haben jeweils ganz unterschiedliche Angriffsmuster. So versucht etwa ein Exemplar das Raumschiff des Spielers zu rammen, während die kleinen Drohnen gelbe Plasmakugeln abfeuern. Schäden am Schiff repariert der Spieler mit einem der raren Reparaturkits, die er ebenfalls mühsam in den Stollen suchen muss.

Das Inventar auf der linken Seite bietet nur eine begrenzte Kapazität, im Zweifelsfall muss man Gegenstände wieder abwerfen. Auf der rechten Seite sind die eingebauten Waffen zu sehen.

Das Inventar auf der linken Seite bietet nur eine begrenzte Kapazität, im Zweifelsfall muss man Gegenstände wieder abwerfen. Auf der rechten Seite sind die eingebauten Waffen zu sehen.

Der Laderaum des Raumschiffs besitzt nur eine begrenzte Kapazität, man kann folglich nicht einfach stupide einsammeln, was in den verschachtelten Gängen herumliegt. Darüber hinaus kann das zu Beginn verfügbare Schiff nur zwei primäre und zwei sekundäre Waffen schussbereit halten. Immerhin darf der Spieler auch den Antrieb und das Schutzschild gegen bessere Exemplare austauschen – vorausgesetzt er hat sie zuvor einsammeln können.

Fachgerecht zerlegte Roboter hinterlassen in der Regel zahlreiche Bonusgegestände, die man möglichst schnell einsammeln sollte.

Fachgerecht zerlegte Roboter hinterlassen in der Regel zahlreiche Bonusgegestände, die man möglichst schnell einsammeln sollte.

Produktionsplanung

Schließlich lassen sich an Bord auch noch neue Gegenstände produzieren. Das gelingt jedoch nur, wenn der Spieler zuvor genügt sogenannte Naniten eingesammelt hat. Die kleinen Klötzchen lassen ebenfalls zerstörte Roboter liegen. Allerdings muss der Spieler schnell sein: Nach ein paar Sekunden lösen sich die Naniten auf. Waffen, Gegenstände und das Stollensystem selbst generiert das Spiel jeweils nach dem Zufallsprinzip.

Die noch nicht ausgebauten Stollen und Höhlen sorgen optisch für etwas Abwechslung, durch die einfarbigen Wände fällt die Orientierung jedoch etwas schwerer.

Die noch nicht ausgebauten Stollen und Höhlen sorgen optisch für etwas Abwechslung, durch die einfarbigen Wände fällt die Orientierung jedoch etwas schwerer.

Sublevel Zero erschien bereits 2015. Jetzt hat der Entwickler Sigtrap sein Actionspiel in einer verbesserten Version als Sublevel Zero Redux wiederveröffentlicht. Dabei haben die Entwickler die Kampagne überarbeitet, neue Gegner hinzugefügt und verschiedene Schwierigkeitsgrade spendiert. Sublevel Zero Redux kostet knapp 14 Euro auf Steam [2] und bei Gog.com [3]. Käufer im letztgenannten Online-Shop erhalten eine kopierschutzfreie Version. In jedem Fall liegt das Spiel nur als 32-Bit-Programm vor.

Ohne die automatisch mitgezeichnete Karte würde die Orientierung teilweise recht schwerfallen.

Ohne die automatisch mitgezeichnete Karte würde die Orientierung teilweise recht schwerfallen.

Fazit

In Sublevel Zero benötigt man vor allem zwei Dinge: einen guten Orientierungssinn und Forscherdrang. So sind die Stollen durchweg extrem verwinkelt aufgebaut und die Gänge mitunter senkrecht zueinander versetzt. Die Wände bestehen aus wenigen, immer gleichen, detailarmen Versatzstücken, was die Orientierung weiter erschwert. Insbesondere Einsteiger dürften häufig die Karte konsultieren.

Nach dem Öffnen einiger Schatzkisten taucht plötzlich ein ganzer Schwarm Roboter auf.

Nach dem Öffnen einiger Schatzkisten taucht plötzlich ein ganzer Schwarm Roboter auf.

Apropos Einsteiger: Es dauert eine Weile, bis man die komplexe Tastenbelegung verinnerlicht hat. Wer Sublevel Zero zum ersten Mal startet, sollte daher etwas Einarbeitungszeit einplanen, einen niedrigen Schwierigkeitsgrad wählen und vor allem in den Einstellungen die Empfindlichkeit der Maus an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Schließlich speichert das Spiel den Fortschritt ausschließlich automatisch nach jedem erfolgreich zerstörten Reaktor, man muss folglich immer jeden Stollen komplett am Stück durchfliegen. Die teilweise piepsige Retro-Musik passt zudem nicht immer zu den heißen Schlachten in den Schächten.

Meist kann man wie hier die Gegner aus der Ferne in Ruhe unter Beschuss nehmen. Schnelle Gefechte gibt es daher nur selten.

Meist kann man wie hier die Gegner aus der Ferne in Ruhe unter Beschuss nehmen. Schnelle Gefechte gibt es daher nur selten.

Von diesen negativen Punkten abgesehen, macht Sublevel Zero jedoch durchaus Spaß. Wer in den 1990er Jahren noch die Descent-Reihe gespielt hat [4], dürfte sich sofort heimisch fühlen. Die Stollen bieten genügend Nischen und Säulen, um Deckung zu suchen, die rollenspielartigen Aufrüstmöglichkeiten des Schiffs sind eine nette Ergänzung – mehr jedoch auch nicht. Durch die zufällig generierten Stollen spielt sich zudem jeder Flug anders. Wer kurzweilige 3D-Actionspiele mit Raumschiffen mag und nicht unter Klaustrophobie leidet, kann die 14 Euro durchaus investieren.

Sublevel Zero Redux

Bezugsquelle:  http://www.sigtrapgames.com/sublevelzero/
Entwickler: Sigtrap
Lizenz: Kommerziell
Preis: 13,99 Euro (Steam) / 13,29 Euro (Gog.com)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, mindestens ein Dual-Core-Prozessor ab 2,6 GHz, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte der Klasse GeForce GT 520 beziehungsweise Radeon HD 3850 oder besser (die Grafikkarte muss mindestens das Shader Model 3 unterstützen)
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