Das Spiel zum Wochenende: Spy Chameleon

Das Spiel zum Wochenende: Spy Chameleon

Gut getarnt

Wer eignet sich besser zum Geheimagenten als ein Chamäleon? Der spanische Entwickler Unfinished Pixel erkannte das Potenzial der kleinen Echse und steckte sie kurzerhand in ein passendes Geschicklichkeitsspiel. Das wiederum dürfte bei vielen Spielern für schweißnasse Hände sorgen.

In Spy Chameleon steuert der Spieler ein etwas zu groß geratenes Chamäleon durch zahlreiche Räume, die bis an den Rand mit moderner Überwachungstechnik vollgestopft sind. Neben teilweise recht eilig patrouillierenden Robotern muss das Chamäleon im späteren Spielverlauf unter anderem auch beweglichen Kameras ausweichen. Insgesamt versprechen die Entwickler fünf verschiedene Gegnertypen.

Der Spieler muss hier das Chamäleon nicht nur an den ziemlich schnell im Kreis fahrenden Robotern vorbeilotsen, sondern im Idealfall auch noch die Fliegen und die zwei Marienkäfer einsammeln.

Der Spieler muss hier das Chamäleon nicht nur an den ziemlich schnell im Kreis fahrenden Robotern vorbeilotsen, sondern im Idealfall auch noch die Fliegen und die zwei Marienkäfer einsammeln.

Tarnkappe

Glücklicherweise besitzen diese Überwacher nur begrenzte Sichtfelder, die das Spiel zudem mit weißen Kegeln markiert. Durch die fahrenden Roboter und drehbaren Kameras überlappen sich diese Sichtbereiche jedoch häufig. Der Spieler muss sich folglich die Bewegungen der Gegner genau einprägen und im richtigen Moment vorbei laufen. Sobald das Chamäleon auch nur einen der Sichtkegel streift, muss es den Raum noch einmal von vorne durchqueren.

Das Chamäleon darf nicht in die entsprechend markierten Sichtbereiche geraten.

Das Chamäleon darf nicht in die entsprechend markierten Sichtbereiche geraten.

Genau wie echte Chamäleons kann auch der Held seine Hautfarbe verändern. Per Tastendruck wechselt der Spieler dabei zwischen Rot, Grün, Gelb und Blau. Diese Fähigkeit dient hier ebenfalls der Tarnung: Rot angestrichen kann das Chamäleon unbemerkt über einen roten Teppich rennen, Roboter und andere Gegner nehmen den Geheimagenten dann nicht mehr wahr. Aufgrund der recht plakativen Farben wirkt die Tarnung jedoch nicht auf einem braunen Holzboden oder einer gemusterten Auslegeware.

Ein rotes Chamäleon ist auf einem roten Teppich für die Roboter unsichtbar.

Ein rotes Chamäleon ist auf einem roten Teppich für die Roboter unsichtbar.

In größeren Räumen haben die Entwickler sogenannte Check Points platziert. Sobald der tierische Geheimagent einen davon überquert, setzt ihn das Spiel nach einer Entdeckung wieder dorthin zurück. Insgesamt bietet das Spiel 75 Räume, von denen immer mehrere zu einer von fünf witzigen Missionen gehören. So gilt es etwa, ein Foto einer bekannten Schönheit mit ihrem Liebhaber zu knipsen.

Wer von einem Roboter entdeckt wird, muss den Raum noch einmal von vorne in Angriff nehmen.

Wer von einem Roboter entdeckt wird, muss den Raum noch einmal von vorne in Angriff nehmen.

Belobigung

Des Weiteren misst das Spiel die Zeit, die das Chamäleon für eine Durchquerung des Raums benötigt. Bleibt man dabei unterhalb eines vorgegebenen Limits, erhält man eine entsprechende Auszeichnung. Weitere Belohnungen gibt es, wenn man alle im Raum verteilten Fliegen und Marienkäfer einsammelt. Die liegen jedoch häufig an unzugänglichen oder schwer erreichbaren Stellen. Jeden Raum darf der Spieler immer wieder neu in Angriff nehmen und so seine Durchlaufzeit verbessern oder noch einmal auf die Jagd nach den Fliegen gehen. Wem diese Herausforderungen immer noch nicht reichen, aktiviert einen Speed-Run-Modus.

Umgekippte Farbeimer lassen sich ebenfalls zur Tarnung nutzen.

Umgekippte Farbeimer lassen sich ebenfalls zur Tarnung nutzen.

Spy Chameleon verkaufen die Macher auf Ihrer eigenen Homepage für 5 Dollar [1]. Dabei nutzen sie zur Abwicklung den Humble Store, in dem man das Spiel auch direkt für 4,50 Euro erwerben kann [2]. Auf Steam kostet Spy Chameleon 5 Euro [3]. Besonders billig kommt man an das Spiel derzeit im Rahmen des „Humble Weekly Bundles: Made in Spain“: Bei dieser Aktion darf man für Spy Chameleon und ein paar weitere Spiele bezahlen, was man möchte [4]. Das Spiel selbst liegt sowohl in einer 32- als auch 64-Bit-Fassung vor.

Unter den Augen einer Kamera hat man nur wenige Sekunden Zeit, einen geschützten Platz zu suchen. Wie viel Zeit noch bis zur Entdeckung bleibt, zeigt der schrumpfende Kreis um das Chamäleon.

Unter den Augen einer Kamera hat man nur wenige Sekunden Zeit, einen geschützten Platz zu suchen. Wie viel Zeit noch bis zur Entdeckung bleibt, zeigt der schrumpfende Kreis um das Chamäleon.

Fazit

Spy Chameleon ist ein witziges kleines Schleichspiel für die Mittagspause. Die Färbe-Idee ist nett, die Charaktere sehen knuffig aus. Das macht Spy Chameleon gleichzeitig auch für kleinere Kinder interessant. Die Räume wirken allerdings recht steril und aufgeräumt. Darüber hinaus wiederholt sich das Vorgehen, weitere Gegnertypen hätten hier etwas mehr Abwechslung gebracht. Darüber hinaus fühlt sich die Tastatursteuerung etwas schwammig an. Farbenblinde Spieler haben zudem berichtet, dass sie einige der Farben nicht gut auseinanderhalten können. Die Räume selbst haben die Entwickler intelligent aufgebaut und herausfordernd gestaltet. Der Schwierigkeitsgrad steigt genau im richtigen Maße an, wobei die späteren Räume extrem schwierige, aber nicht unlösbare Passagen enthalten. Wer Schleich- und Geschicklichkeitsspiele mag, sollte zugreifen.

Spy Chameleon

Bezugsquelle: http://www.spychameleon.com/
Entwickler: Unfinished Pixel
Lizenz: Kommerziell
Preis: Homepage: 5 Dollar / Humble Store: 4,50 Euro / Steam: 5 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor mit mindestens einem Kern und 2,6 GHz, ab 1 GByte Hauptspeicher, 400 MByte Festplattenplatz
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