Das Spiel zum Wochenende: Spoiler Alert

Das Spiel zum Wochenende: Spoiler Alert

Zurückgespult

Die springende Chili hat den Endgegner besiegt und die dicke Tomatenprinzessin gerettet. Dann kam der dänische Spieleentwickler MEGAFUZZ auf die durchgedrehte Idee, das ganze Jump-and-Run-Spiel rückwärts ablaufen zu lassen. Die Umsetzung lässt allerdings Raum für Verbesserungen.

In Spoiler Alert steuert der Spieler eine springende Chilischote mit Helm. Diese hat gerade im letzten Level die Prinzessin Tomate gerettet. Von dort ausgehend, spult Spoiler Alert jetzt das komplette Geschehen zurück, während der Spieler weiterhin volle Kontrolle über den Helden besitzt.

Im Kern ist Spoiler Alert ein normalen Jump-and-Run-Spiel, bei dem der Held von rechts nach links läuft und Hindernisse überspringen muss.

Im Kern ist Spoiler Alert ein normalen Jump-and-Run-Spiel, bei dem der Held von rechts nach links läuft und Hindernisse überspringen muss.

Kehrt marsch!

Die Chilischote läuft unaufhaltsam rückwärts von rechts nach links durch das Bild. Mit gezielten Sprüngen muss sie bereits getötete Gegner wiederbeleben und eingesammelte Münzen zurücklegen. Dazu reicht es schon aus, die entsprechenden Objekte beziehungsweise Markierungen im richtigen Moment zu berühren.

Die vorhandenen Münzen darf der Held nicht berühren, die schemenhaft angedeuteten muss er hingegen an ihre Stellen zurücklegen.

Die vorhandenen Münzen darf der Held nicht berühren, die schemenhaft angedeuteten muss er hingegen an ihre Stellen zurücklegen.

Schon in den ersten (also im Spiel den letzten) Leveln scheint der Held bei seinem damaligen Durchlauf nicht alle Münzen eingesammelt zu haben. Auch einige Monster haben überlebt. Beim jetzigen Rückwärtslauf gilt es diese Situation beizubehalten. Die im Level zurückgebliebenen Münzen muss die Chilischote folglich liegen lassen, die noch lebenden Monster gekonnt überspringen. Schafft sie das nicht, entsteht ein Zeitparadoxon und man muss den Level noch einmal von vorne in Angriff nehmen. Insgesamt warten 100 Level in vier optisch unterschiedlichen Welten auf den Spieler.

Die auf dem Hinweg den Gegnern entgegen geschleuderten Feuerbälle, muss der Held auf seinem Rückweg im richtigen Moment wieder einfangen.

Die auf dem Hinweg den Gegnern entgegen geschleuderten Feuerbälle, muss der Held auf seinem Rückweg im richtigen Moment wieder einfangen.

Tücken der Technik

MEGAFUZZ verkauft sein Spiel ausschließlich über Steam [2]. Neben der normalen Version für knapp 3 Euro existiert auch eine 6 Euro teure „Collector’s Edition“. Diese enthält zusätzlich einen Level-Editor, den Soundtrack, den Spieleprototypen, Konzeptzeichnungen und Hintergrundbilder. Zudem ist Spoiler Alert derzeit noch Teil des „Mixer 18 Bundle“ bei Indie Royale [3]. Dort bekommt man für einen kleinen Geldbetrag noch mehrere weitere Spiele hinzu, von denen allerdings nur zwei ebenfalls unter Linux laufen.

Über den eingebauten Editor der Collector's Edition lassen sich schnell eigene Level basteln.

Über den eingebauten Editor der Collector’s Edition lassen sich schnell eigene Level basteln.

Spoiler Alert liegt ausschließlich als 32-Bit-Version vor und zeigte auf unserem Testrechner einige Macken. Um das Spiel zu starten, mussten wir zunächst die Bibliotheken „libssl 1.0.0“ sowie „OpenAL“ nachinstallieren (unter Ubuntu in den Paketen libssl1.0.0 und libopenal1) und dann anschließend im Steam-Spieleverzeichnis das Programm runner aufrufen. Im sich öffnenden Fenster erschien die Darstellung verzerrt, was sich bis zum Redaktionsschluss auch nicht beheben ließ.

Superkräfte (wie diese Dinosauriermaske) muss der Spieler an der Stelle wieder einsammeln, an der sie der Held auf dem Hinweg verloren hat.

Superkräfte (wie diese Dinosauriermaske) muss der Spieler an der Stelle wieder einsammeln, an der sie der Held auf dem Hinweg verloren hat.

Fazit

Spoiler Alert basiert auf einer sowohl witzigen als auch genialen Idee, bietet kuriose Charaktere und zeichnet eine recht knuffige Comic-Grafik auf den Schirm. Dies hätten die Zutaten für ein geniales Jump-and-Run-Spiel sein können, wäre da nicht die schlechte technische Umsetzung.

Trotz der starken optischen Verzerrung lässt sich Spoiler Alert spielen.

Trotz der starken optischen Verzerrung lässt sich Spoiler Alert spielen.

So muss der Spieler lediglich im richtigen Moment die Sprungtaste drücken. In vielen Fällen lässt sich zudem ein Gegner nur mit viel Glück gezielt treffen beziehungsweise überspringen. Die einzelnen Level sind extrem kurz, in der Regel passen sie vollständig in das Fenster. Es gibt nur eine Handvoll Hindernisse, die sich ständig wiederholen und vom Entwickler recht motivationslos in die Landschaft gesetzt wurden. Unter dem Strich bleibt ein kleiner kurzer Geschicklichkeitstest mit technischen Macken, der in seinem jetzigen Zustand keine 3 Euro wert ist.

Spoiler Alert

Bezugsquelle:  http://tinybuild.com/spoiler-alert
Entwickler: MEGAFUZZ
Lizenz: Kommerziell
Preis: Standard-Version: 2,99 Euro, Collector’s Edition: 5,99
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, 1 GByte Hauptspeicher
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