Spieleentwickler Traxmaster sperrt ein kleines Raumschiff in einen futuristischen Boxring und drangsaliert es mit riesigen Horden wild um sich schießender Gegner. Was Gamepad-Besitzern Schweißperlen auf die Stirn treibt, bringt Spieler mit Tastatur an den Rand des Wahnsinns.
Es herrscht Krieg im Universum. Die Faultier-Rebellen haben gerade den ersten Sieg gegen das böse Opussum-Imperium errungen. Während des Kampfes konnten Faultier-Spione geheime Pläne der ultimativen Waffe des Opussum-Imperiums stehlen, einer Raumstation, die genug Energie besitzt, um die Faultier-Heimat Slothonia zu zerstören. Was die Faultier-Rebellen noch nicht wissen: Ihr Schicksal liegt in den Händen eines einsamen Raumschiffpiloten namens Julio Treewalker.
Mit dieser abgedrehten, komplett unlogischen und mehr als deutlich von Star Wars inspirierten Hintergrundgeschichte beginnt das Actionspiel Sloth Patrol. Glücklicherweise kann man sie gleich wieder vergessen.

Auch wenn die Hintergrundgeschichte anderes suggeriert, ist Sloth Patrol ein herkömmliches Ballerspiel (Shoot-Em-Up).
Angriffslustig
In Sloth Patrol fliegt der Spieler mit einem kleinen Raumschiff durch eine rechteckige Arena. Von außen dringen in Wellen immer wieder zahlreiche gegnerische Raumschiffe ein. Diese schießen nicht nur wild um sich, sie halten auch unermüdlich auf das Raumschiff des Spielers zu. Konnte der mehrere Angriffswellen überstehen, geht die Ballerorgie in einer anderen Arena von vorne los. Jede Kollision und jeder gegnerische Treffer endet sofort tödlich, was auch gleichzeitig das Spiel beendet.

Der rote Faden zeigt die Schussrichtung an, die hier genau entgegengesetzt zur Flugrichtung verläuft.
Im Gegensatz zu anderen Actionspielen darf der Spieler jederzeit in jede beliebige Richtung feuern. Auf diese Weise kann er vor seinen Gegnern flüchten und sie dennoch unter Beschuss nehmen. Des Weiteren hinterlassen einige abgeschossene Gegner Bonusgegenstände. Eingesammelt verlangsamen diese unter anderem die Zeit oder frieren die Gegner vorübergehend ein. Hat der Spieler eine vorgegebene Anzahl Gegner abgeschossen, erhält er zudem automatisch eine bessere Waffe.
Sloth Patrol vergibt für jeden Abschuss Punkte. Konnte der Spieler genug Punkte sammeln, darf er sich in einer Online-Highscore-Liste verewigen. Wer einfach nur ein Spielchen zwischendurch wagen möchte, startet den Survival-Modus. In ihm muss der Spieler die unablässig hereinströmenden Gegner möglichst lange abwehren.

Wird das eigene Raumschiff getroffen, gibt es nicht nur diese Explosion, man muss auch wieder komplett von vorne anfangen.
Startrampe
Entwickler Traxmaster bietet Sloth Patrol auf seiner Homepage kostenlos zum Download an [1]. Man muss lediglich unter Download den Linux-Download anwerfen. Das dabei erhaltene Archiv entpackt man auf der Festplatte und startet dann auf einem 32-Bit-System das Programm SlothPatrol.x86, auf einem 64-Bit-System hingegen SlothPatrol.x86_64.

Die roten Kringel gehören noch zu den einfacheren Gegnern. Der zerklüftete Hintergrund erschwert es zudem den Überblick zu behalten.
Im Hauptmenü entscheidet man sich für Start Game und dann Story. Die Laufschrift lässt sich über die Leertaste beschleunigen. Das Raumschiff steuern die Tasten [w], [a], [s], [d], mit der Maus zielt der Spieler in die gewünschte Richtung, die linke Maustaste feuert. Alternativ zur Maus darf er auch über die Pfeiltasten schießen.
Fazit
Traxmaster sperrt einen Bullet-Hell-Shooter [2] in einen Boxring: Es geht ausschließlich darum, den Gegnern auszuweichen und diese gleichzeitig möglichst schnell über den Haufen zu schießen. Für etwas Abwechslung sorgen lediglich die eingestreuten Bonusobjekte. Die Grafik besteht aus futuristischen geometrischen Gebilden, die Musik wechselt zwischen Fahrstuhlmusik und Techno-Melodien. Der Schwierigkeitsgrad ist von Anfang an extrem hoch.
Anstelle eine abstruse Hintergrundgeschichte zu konstruieren, hätten die Entwickler deutlich mehr Arbeitszeit in die Steuerung investieren sollen. Sloth Patrol ist vollständig auf ein Gamepad zugeschnitten – worauf Traxmaster beim Start des Spiels sogar explizit hinweist. Die Tastatur- und Maussteuerung ist zu schwammig und behäbig, mit ihr fühlt man sich ein wenig wie ein Klavierschüler in der ersten Unterrichtsstunde.
Wer kleine bockschwere Ballerspiele liebt und ein Gamepad zur Hand hat, der sollte das kostenlose Sloth Patrol jedoch ruhig ausprobieren. Zur Überbrückung der Mittagspause taugt es allemal.
Sloth Patrol
| Bezugsquelle: | http://www.slothpatrol.com/ |
| Entwickler: | Traxmaster |
| Lizenz: | Eigene (Closed-Source) |
| Preis: | Kostenlos |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://www.slothpatrol.com/
[2] Wikipedia-Eintrag zu Bullet-Hell-Shooter (auch als Danmaku bezeichnet):
http://de.wikipedia.org/wiki/Danmaku








