In einem Ego-Shooter von Samurai Punk sind alle Gegner unsichtbar. Um dennoch einen Treffer landen zu können, muss man im wahrsten Sinne des Wortes hemmungslos spicken. Das wiederum macht diebisch viel Spaß – vorausgesetzt, man findet weitere menschliche Mitspieler.
Screencheat ist im Kern ein klassischer Multiplayer-Ego-Shooter: In knallbunten verwinkelten Arenen versuchen sich bis zu acht Spieler gegenzeitig mit teils kuriosen Waffen zu treffen. Im Gegensatz zur Konkurrenz sind in Screencheat jedoch sämtliche Gegner unsichtbar. Um einen Treffer landen zu können, muss man daher penibel auf die Änderungen in der Umgebung achten und vor allem immer wieder auf die Bildschirme der Gegner linsen.

Durch die knallige Farbgebung weiß man sofort, in welchem Bereich sich welcher Gegner gerade befindet.
Das ist einfacher, als es zunächst klingt: Alle Spieler sitzen gemeinsam vor einem Bildschirm, den Screencheat via Split-Screen-Verfahren in mehrere Bereiche teilt. Man muss folglich nur in die Bildschirmbereiche der Gegner schielen, um ihre jeweilige Position zu bestimmen. Da sich die Gegner im Normalfall ständig bewegen, fällt das Zielen dennoch nicht gerade leicht. Im Gegenzug ist jeder Treffer sofort tödlich.

Der gezielte Schuss hat zwar den Gegner erledigt, durch den Strahl wissen aber andere, wo sich der Schütze gerade aufhält.
Flammenwerfende Kerzenleuchter
Screencheat wartet mit weiteren kuriosen Ideen und vor allem durchgeknallten Waffen auf. So kann man neben einen Automotor, der Plasma-Kugeln verschießt, auch einen explodierenden Teddybären ergattern. Jede Waffe besitzt dabei ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile. So hinterlässt die Donnerbüchse (Blunderbuss) nach einem Schuss eine kleine Rauchwolke, die den aktuellen Standort verrät.

Neben den bunt gestrichenen Wänden sind in der Landschaft zudem markante Landmarken platziert – wie etwa der Tisch links oben oder die Statuen.
Zu Beginn einer Partie dürfen die Teilnehmer das Spielziel festlegen und bei Bedarf ein paar erschwerende Bedingungen einschalten (Mutatoren). Unter den Spielmodi finden sich einige Klassiker, wie etwa das Deathmatch, bei dem man möglichst viele Treffer in einer vorgegebenen Zeit erlangen muss. Screencheat führt aber auch neue Spielmodi ein, wie den „Krimi“ (in der englischen Fassung „Murder Party“ genannt). Dabei muss man einen ganz bestimmten Gegner mit einer vorgegebenen Waffe treffen.

Nachdem man vom Spiel wiederbelebt wurde, darf man sich eine neue Waffe aussuchen – die man dann aber bis zur nächsten Wiederbelebung nicht wechseln kann.
Künstlich intelligent
Wer keine Mitspieler findet, kann dem Computer die Steuerung der Gegner übernehmen lassen. Auf diese Weise lässt sich im Vorfeld etwas trainieren. Findet man weniger als drei weitere Mitspieler, übernimmt der Computer auf Wunsch auch alle weiteren Gegner. Die Spieler können sich dabei vor einem Bildschirm versammeln oder online über das Internet gegeneinander antreten. Im letzten Fall zeigt Screencheat auf jedem Monitor immer die Ansichten aller Teilnehmer.

Einige Arenen befinden sich in den Wolken. Wer versehentlich über die Brüstung springt, stürzt unweigerlich in den Tod.
Die Arenen sind recht bunt gestaltet und besitzen markante Landmarken, an denen man sich orientieren kann. Über Aufzüge, Trampolins und ähnliche Hilfsmittel gelangt man schnell auf höhere Plattformen – und unter Umständen dort direkt in die Arme des Gegners.

In dieser Arena bewegen sich die Vorhänge beim durchlaufen – und könnten so die eigene Position verraten.
Kost-spieligy
Entwickler Samurai Punk und Publisher Surprise Attack vertreiben ihr Spiel auf Steam [2], im Humble Store [3], auf Gog.com [4] und bei Itch.io [5]. Die Preise variieren dabei recht stark. Am günstigsten war Screensheat zum Redaktionsschluss bei Gog.com für 12,69 Euro. Im Humble Store, bei Gog.com und auf Itch.io gibt es zudem eine kopierschutzfreie Version. Wer im Humble Store einkauft, erhält zudem einen Key, mit dem er Screencheat auf Steam freischalten kann.

Diese spezielle Arena schwebt wie ein Raumschiff im Weltall, auf dem man oben und unten laufen kann.
Neben dem normalen Spiel gibt es bei Steam und im Humble Store noch eine etwas teurere „Deluxe Edition“, die unter anderem den Soundtrack enthält. Des Weiteren bieten Steam und der Humble Store vier Lizenzen in einem Paket mit einem Mengenrabatt an.
Fazit
In Screencheat ist genau das erlaubt, was in anderen Shootern verpönt ist: Betrügen. Die Grafik ist eher zweckmäßig, der Aufbau der Arenen solide. Die Waffen haben lediglich ein witziges Aussehen, hinter ihnen verbergen sich jedoch die aus ähnlichen Spielen bekannten Waffen. Das Schielen auf die anderen Bildschirmbereiche erfordert zudem etwas Übung. Anfänger sollten daher erst einmal mit dem Computer als Gegner trainieren und insbesondere bei den ersten Niederlagen nicht sofort aufgeben.
Hat man diese Hürden jedoch einmal gemeistert, macht Screencheat viel Spaß. Das gilt allerdings nur bei menschlichen Mitspielern, im Solo-Modus fehlen schlicht die bissigen Kommentare der Freunde. Aus diesem Grund sollte man Screencheat am besten auch gemeinsam vor einem Monitor und nicht über das Internet spielen. Wer gerne und häufiger in geselliger Runde derartige Ego-Shooter spielt, kann die 13 Euro durchaus investieren.
Screencheat
| Bezugsquelle: | http://samuraipunk.com/screencheat/ |
| Entwickler: | Samurai Punk |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 14,99 Euro (Steam), 12,99 (Humble Store), 12,96 Euro (Gog.com), 15 US-Dollar (itch.io) |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor mit 1,4 GHz oder schneller, mindestens 3 GByte Hauptspeicher, höchsten vier Jahre alte Grafikkarte |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://samuraipunk.com/screencheat/
[2] Steam:
http://store.steampowered.com/app/301970/Screencheat/
[3] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/screencheat
[4] Gog.com:
https://www.gog.com/game/screencheat
[5] itch.io:
https://samuraipunk.itch.io/screencheat







