Das Spiel zum Wochenende: Ronin

Das Spiel zum Wochenende: Ronin

Kampfpause

Der Entwickler Tomasz Wac?awek würzt ein kleines Jump-and-Run-Spiel mit pfiffigen rundenbasierten Kämpfen. Den Spielspaß trüben allerdings eine hakelige Steuerung und die vollkommen unnötigen Gewaltexzesse.

In Ronin steuert der Spieler eine Serienkillerin, die insgesamt fünf fiese Schurken um die Ecke bringen muss. Hinweise auf den Aufenthaltsort der Bösewichter geben Computerterminals, die sich wiederum in gut bewachten Hochhäusern befinden. Folglich bleibt nichts anderes übrig, als in die Hochhäuser einzubrechen, alle fiesen Schurken zu töten, die Computer auszuspionieren und dabei möglichst allen Zivilisten kein Haar zu krümmen.

Der weiße Bogen zeigt die Flugbahn, der weiße Kreis den Auftreffpunkt.

Der weiße Bogen zeigt die Flugbahn, der weiße Kreis den Auftreffpunkt.

Warte mal kurz

Wie bei klassischen Jump-and-Run-Spielen blickt man von der Seite auf das Geschehen. Über die Tastatur rennt die Hauptdarstellerin durch die Gebäude der insgesamt 15 Level. Ungewöhnlich ist die Steuerung mit der Maus: Sobald man die linke Maustaste gedrückt hält, stoppt das Spiel und blendet einen weißen Bogen ein. Dieser zeigt eine Flugbahn an, welche die Heldin nach dem Loslassen der linken Maustaste entlang springt. Auf diese Weise lassen sich auch Glaswände effektvoll in ihre Einzelteile zerlegen. Die Hauptdarstellerin kann sogar an einige ausgewählten Decken und Wände springen und diese hoch laufen beziehungsweise entlanghangeln.

Zunächst muss die Heldin alle im Level versteckten Terminals nutzen, um so den Aufenthaltsort des nächsten Bösewichts herauszufinden. Ein Klick auf das grüne Symbol löst die notwendige Aktion aus.

Zunächst muss die Heldin alle im Level versteckten Terminals nutzen, um so den Aufenthaltsort des nächsten Bösewichts herauszufinden. Ein Klick auf das grüne Symbol löst die notwendige Aktion aus.

Höher gelegene Plattformen erreicht man mit einem Enterhaken. Um ihn abzuschießen, lässt man die Heldin in die Luft springen, hält während ihres Flugs wieder die Zeit an und sucht dann in der Nähe einen Punkt für den Enterhaken. An Computerterminals, Aufzügen und anderen Gegenständen erscheinen Symbole. Ein Klick darauf löst eine passende Aktion aus.

Kämpfe laufen rundenbasiert ab. Hier weicht die Heldin mit dem einem Sprung dem nächsten Schuss aus, dessen Flugbahn die rote Linie visualisiert.

Kämpfe laufen rundenbasiert ab. Hier weicht die Heldin mit dem einem Sprung dem nächsten Schuss aus, dessen Flugbahn die rote Linie visualisiert.

Einer nach dem anderen

Den Weg durch ein Gebäude versuchen zahlreiche Wachen zu stoppen. Um die lästigen Gegner auszuschalten, schleicht man sich zunächst an sie von hinten heran und erledigt sie dann mit dem Schwert. Das funktioniert allerdings nur selten derart geschmeidig: Meist stehen mehrere Wachen zusammen oder sehen die Heldin auf sie zukommen. In solchen Fällen eröffnen die Gegner umgehend das Feuer. Dann ist vor allem Taktik gefragt: Mit einem gezielten Sprung auf die erste Wache schickt man sie für ein paar Sekunden ins Reich der Träume. Die Schussbahn der zweiten Wache kennzeichnet eine rote Linie. Mit einem weiteren gezielten Sprung weicht man dem folgenden Schuss aus und nähert sich so gleichzeitig der zweiten Wache, die wiederum das mitgeführte Schwert erledigt. Es folgt ein Sprung zurück zur ersten Wache, die man ebenfalls mit dem Schwert ausschaltet.

Der Sprung hat hier zudem den Gegner getroffen, der jetzt noch zwei Sekunden benommen liegen bleibt.

Der Sprung hat hier zudem den Gegner getroffen, der jetzt noch zwei Sekunden benommen liegen bleibt.

Da das Spiel in solchen Kämpfen nach jedem Schritt das Geschehen einfriert, hat man genügend Zeit, die nächste Aktion zu planen. Ronin spielt sich in Kämpfen somit wie ein rundenbasiertes Strategiespiel. Dieses Vorgehen ist vor allem im späteren Verlauf nützlich, wenn mehrere verschiedene Gegnertypen auftauchen, die ganz unterschiedliche Angriffsverhalten besitzen. Im Gegenzug ist jeder Treffer tödlich: Wird die Heldin getroffen, ist das Spiel umgehend beendet. Zwischenspeichern darf man zwar nicht, das Spiel setzt die Hauptdarstellerin nach ihrem Tod aber an einen entsprechenden Punkt zurück. Folglich muss man einen Level nicht immer wieder komplett von vorne absolvieren.

Während der Herr im Anzug an seiner Position stehenbleibt, beherrscht der weiße Ninja rechts einen blitzschnellen Angriff über eine weite Strecke.

Während der Herr im Anzug an seiner Position stehenbleibt, beherrscht der weiße Ninja rechts einen blitzschnellen Angriff über eine weite Strecke.

Gelöster Preis

In jedem Level stellt das Spiel drei Aufgaben. Kann man sie lösen, erhält man einen Fertigkeiten-Punkt. Wie die Bezeichnung dezent andeutet, lassen sich diese gegen zusätzliche Fertigkeiten eintauschen. So lernt die Heldin beispielsweise ihr Schwert zu werfen.

Gesammelte Fertigkeiten-Punkte lassen sich gegen zusätzliche Fähigkeiten eintauschen.

Gesammelte Fertigkeiten-Punkte lassen sich gegen zusätzliche Fähigkeiten eintauschen.

Entwickler Tomasz Wac?awek und Publisher Devolver Digital verkaufen ihr Spiel für 13 Euro auf Steam [1], im Humble Store [2] und bei Gog.com [3]. In den beiden letztgenannten Online-Shops erhält man eine kopierschutzfreie Version. Steam und Gog.com [4] bieten zudem für 20 Euro noch eine Digital Special Edition an. Sie umfasst neben dem Soundtrack auch einen digitalen Comic.

In solchen Situationen mit mehreren Gegnern leistet der Enterhaken wertvolle Dienste.

In solchen Situationen mit mehreren Gegnern leistet der Enterhaken wertvolle Dienste.

Fazit

Ronin mischt Jump-and-Run-Elemente mit rundenbasierter Taktik. Letztgenannte ist derart geschickt integriert, dass sie den schnellen Spielfluss nicht hemmt oder unterbricht. Zusammen mit den Rollspielelementen könnte Ronin somit eine Menge Spaß machen. Wären da nicht ein paar Unzulänglichkeiten.

In diesem Level kommen aus den Türen mit dem roten Licht sukzessive weitere Gegner.

In diesem Level kommen aus den Türen mit dem roten Licht sukzessive weitere Gegner.

So ist das Spiel trotz der Comic-Grafik unnötig brutal. Beispielsweise sorgt der Einsatz des Schwertes grundsätzlich für mehrere Liter Pixelblut. Darüber hinaus wiederholt sich das Vorgehen in den gerade einmal 15 Level: Der Spieler muss einen recht linearen Weg durch das Gebäude nehmen, dabei alle Terminals abschalten und sämtliche Gegner erledigen. Die Steuerung ist dabei etwas hakelig geraten, insbesondere lässt sich die Flugbahn teilweise nicht präzise steuern. Abschließend bleibt offen, warum die Heldin überhaupt die ganzen Morde begeht. Das erfahren Spieler nur Käufer der deutlich teureren Digital Special Edition aus dem dort beiliegenden Comic. Unter dem Strich wirkt somit der geforderte Preis etwas zu hoch.

Ronin

Bezugsquelle:  http://store.steampowered.com/app/274230/RONIN/
Entwickler: Tomasz Wac?awek / Devolver Digital
Lizenz: Kommerziell
Preis: 12,99 Euro (Steam, Humble Store und Gog.com)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Dual-Core-Prozessor ab 1,8 GHz, mindestens 2 GByte Hauptspeicher
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