Das Spiel zum Wochenende: Retro City Rampage DX

Das Spiel zum Wochenende: Retro City Rampage DX

Randale in der Innenstadt

Die beliebte 3D-Actionspielreihe GTA startete anno 1997 als reines 2D-Spiel in Pixel-Optik. Diese Zeiten lässt das viel beachtete Retro City Rampage DX wieder auferstehen. Seit dem 29. Juli kommen endlich auch Linux-Nutzer in den Genuss der durchgeknallten Autodiebstähle.

Retro City Rampage DX parodiert zahlreiche alte Action- und Automatenspiele, zieht Filme der 1980er Jahre durch den Kakao und nimmt sich dabei auch selbst nicht ganz so ernst. Ähnlich wie im direkten Vorbild Grand Theft Auto steuert der Spieler einen Verbrecher durch die Straßen der fiktiven Stadt Theftropolis City. Als Mitglied einer Gangsterbande muss er unter anderem Autos von unbeteiligten Passanten leihen, eine Bank ausrauben oder eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.

Zum nächsten Einsatz …

Zum nächsten Einsatz …

Verfolgungswahn

Für jede erfüllte Aufgabe und schlafen gelegten Passanten schreibt das Spiel Punkte gut. Wer dabei besonders fleißig war, darf sich sogar in einer Highscore-Liste auf der Retro City Rampage-Homepage verewigen. Zudem lassen sich Münzen einsammeln oder stehlen, mit denen sich dann wiederum andere nützliche Gegenstände erwerben lassen.

… geht es in der Regel mit geklauten Autos – hier etwa in dem kleinen grünen Flitzer.

… geht es in der Regel mit geklauten Autos – hier etwa in dem kleinen grünen Flitzer.

Je mehr Chaos der Spieler in der Stadt anrichtet, desto stärker macht er allerdings auch die Polizei auf sich aufmerksam. Der dabei zunächst hinterhergeschickte Streifenwagen lässt sich noch mit einem Bleifuß recht gut abschütteln. Bei mehreren Verfolgern und Straßensperren ist allerdings schon fahrerisches Geschick notwendig. Als wäre die nervige Polizei noch nicht genug, muss sich der Spieler auch noch feindlichen Banden, radioaktiven Klempnern und anderen kuriosen Gegnern erwehren.

Unter anderem muss sich der Spieler gegen die Ninja Turtles wehren.

Unter anderem muss sich der Spieler gegen die Ninja Turtles wehren.

Klaubacke

Dazu stehen dem Spieler zahlreiche Waffen zur Verfügung. Angefangen von einer einfachen Pistole bis hin zu einem bionischen Arm und einer (Sie lesen richtig) Protonenwaffe gegen Geister. In der Regel muss man die Waffen jedoch erst einmal finden – oder erledigten Gegner abnehmen. Insgesamt verspricht das Spiel über 25 Waffen und Power-Ups. Letztgenannte verpassen der Spielfigur besondere Fähigkeiten. So gibt es etwa spezielle Stiefel, mit denen man schneller als jedes Auto rennen kann.

Auch dieser Banküberfall ist eine Hommage an einen Filmklassiker.

Auch dieser Banküberfall ist eine Hommage an einen Filmklassiker.

Da ohne diese Hilfe die Fortbewegung zu Fuß recht mühsam ist, sollte man besser eines der herumliegenden Fahrzeuge stehlen. Insgesamt 50 verschiedene Vehikel stehen im Spiel bereit, darunter sogar ein Panzer. Die Boliden können bei der Amokfahrt jedoch schnell Schaden leiden, insbesondere wenn sie ungebremst in eine Straßensperre krachen. Zudem kommt man mit ihnen nur schwer bis gar nicht durch enge Gassen.

Man darf sogar mit einem Panzer die Stadt bombardieren.

Man darf sogar mit einem Panzer die Stadt bombardieren.

Bekoppte Zeitreise

Die von Retro City Rampage DX erzählte Hintergrundgeschichte schlägt schon nach den ersten Spielminuten irrwitzige Haken. So reist der Spieler etwa über eine blaue Telefonzelle einige Jahre in die Vergangenheit, wo er wiederum auf einen aus einer Filmreihe bekannten Wissenschaftler mit einem Delorean trifft. Wer dem Story-Modus nicht folgen möchte, kann auch einfach im Endlosspiel Theftroplis fachgerecht zerlegen oder im Arcade-Modus eine von insgesamt 40 Wettbewerben annehmen. In der Stadt versteckt sind zudem zahlreiche Minispiele, bei denen sogar „Gaststars“ auftreten. So findet man unter anderem einen „Virtual Meat Boy“.

Im freien Modus kann man sich als Taxifahrer verdingen – so man denn zuvor eines geklaut hat.

Im freien Modus kann man sich als Taxifahrer verdingen – so man denn zuvor eines geklaut hat.

Die Grafik ist absichtlich im Pixel-Stil alter Automaten und Heimcomputer gehalten. In den Spieleinstellungen darf man sogar zwischen verschiedenen Anzeigenmodi umschalten und etwa einen Röhrenfernseher oder den Vierfarbmodus einer alten CGA-Grafikkarte simulieren lassen. Ausgewählte Missionen kann man zudem in einen speziellen 3D-Anaglyphendarstellung für entsprechende Pappbrillen versetzen.

Für spezielle Aktionen gibt es Bonuspunkte.

Für spezielle Aktionen gibt es Bonuspunkte.

Systemfrage

Retro City Rampage DX erschien bereits 2012 für Windows. Es folgten Versionen unter anderem für die PlayStation und OS X. Linux-Nutzer mussten allerdings drei Jahre lang auf eine Portierung warten. Seit letzten Donnerstag verkauft sie Hersteller Vblanc für 9 Euro auf Steam [2], Gog.com [3] und im Humble Store [4]. Bei den beiden letztgenannten Online-Shops erhalten Käufer eine kopierschutzfreie Version. Das Spiel liegt dabei als 32- und 64-Bit-Version vor. In den Spieleinstellungen lässt sich auf die deutsche Sprachfassung umschalten. Auf der Homepage des Entwicklers [1] kann man zudem eine Limited Edition für MS-DOS ordern, die unter anderem eine Landkarte und ein 3D-Brille enthält.

Einige Passagen erinnern an Jump-and-Run-Spiele.

Einige Passagen erinnern an Jump-and-Run-Spiele.

Fazit

Schon nach kurzer Spielzeit entpuppt sich Retro City Rampage DX als recht simples Ballerspiel. Die Aufgaben bestehen durchweg aus „hole dies“, „klaue das“ oder „schleiche dich an den Gegnern vorbei“. Mit geklauten Autos versucht man die Gegner abzuhängen und dabei gleichzeitig möglichst viel Schaden anzurichten. Dass letztendlich doch keine große Langeweile aufkommt, verdankt das Spiel vor allem den zahlreichen Anspielungen, dem mit dem Holzhammer ausgeteilten Humor, der komplett durchgeknallten Hintergrundgeschichte und den vielen zu entdeckenden Details.

Um ein bestimmtes Gerät zu kommen, muss der Spieler zunächst in eine Militärbasis eindringen.

Um ein bestimmtes Gerät zu kommen, muss der Spieler zunächst in eine Militärbasis eindringen.

Trotz der quietschbunten Pixel-Grafik und des comichaften Zeichenstils eignet sich das Spiel nicht für kleine Kinder: Die Homepage des Spiels warnt nicht umsonst vor Blut, primitivem Humor, sexuellen Inhalten, die Verwendung von Alkohol und Gewalt. Wer noch die alten GTA-Teile mit Eifer gespielt hat, sollte bei Retro City Rampage unbedingt zugreifen. Liebhaber des aktuellen GTA V dürften vermutlich eher die Stirn runzeln.

Retro City Rampage DX

Bezugsquelle:  http://www.retrocityrampage.com/
Entwickler: Vblank Entertainment
Lizenz: Kommerziell
Preis: 9 Euro
Voraussetzungen: In den letzten 5 Jahren gebauter Computer, Prozessor mit mindestens 1GHz, ab 256 MByte Hauptspeicher
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