Das Spiel zum Wochenende: ReignMaker

Das Spiel zum Wochenende: ReignMaker

Herrschaftsmacher

Frogdice würzt das alte Puzzlespiel Bejeweled mit etwas Echtzeitstrategie und flanscht noch eine kleine Städtesimulation an. Der auf den ersten Blick merkwürdige Mix ist durchaus kurzweilig, besitzt aber auch mit ein paar Macken.

In ReignMaker blickt der Spieler auf ein Spielbrett, auf dessen Felder bunte Spielsteine liegen. Mit der Maus muss er die Positionen von zwei benachbarten Steinen so vertauschen, dass eine Reihe aus mindestens drei gleichen Steinen entsteht. Die so gebildete Reihe verschwindet, woraufhin umgehend neue Steine vom oberen Bildschirmrand nachfallen. Mit diesem einfachen Spielprinzip begeisterte bereits Bejeweld viele Knobelspieler [5]. ReignMaker geht aber noch einen Schritt weiter.

Konnte man eine Reihe aus mindestens drei gleichen Steinen bilden, erzeugt dies einen Schuss, der hoffentlich die angreifenden Skelette trifft.

Konnte man eine Reihe aus mindestens drei gleichen Steinen bilden, erzeugt dies einen Schuss, der hoffentlich die angreifenden Skelette trifft.

Sturm auf die Bastille

Wie in einem Tower-Defence-Spiel laufen immer wieder Monster auf das Spielbrett zu. Sobald sie es erreichen, dreschen sie auf dessen Mauern ein. Die wiederum halten den Angriffen nur eine begrenzte Zeit lang stand. Schaffen es die Monster die Mauer einzureißen, ist das Spiel beendet. Glücklicherweise kann man sich gegen die Angriffe wehren: Sobald man eine Reihe aus mindestens drei Steinen zusammengeklickt hat, schießt das Spielbrett mit Energiebällen auf die Monster. Letztgenannte muss man nur oft genug treffen, um sie ins Nirvana zu schicken. Wie oft genau, hängt vom jeweiligen Monster ab.

Konnte man wie hier eine Reihe bilden, fallen die Steine von oben nach.

Konnte man wie hier eine Reihe bilden, fallen die Steine von oben nach.

Die Schüsse feuert das Spielbrett allerdings immer nur dort ab, wo man die Steinreihe bilden konnte. Positioniert man etwa am oberen Spielbrettrand vier gleiche Steine übereinander, schießt das Brett auch nur dort oben vier Salven auf die angreifenden Monster. Die im unteren Bereich langsam auf das Brett zutorkelnden Gesellen bleiben hingegen verschont.

Hat es ein Monster bis zur Wand geschafft, schlägt er auf sie ein und entzieht ihr so Energie. Das Spiel ist beendet, wenn der bunte Energiebalken links unten aufgebraucht ist.

Hat es ein Monster bis zur Wand geschafft, schlägt er auf sie ein und entzieht ihr so Energie. Das Spiel ist beendet, wenn der bunte Energiebalken links unten aufgebraucht ist.

Sammeltrieb

Mit etwas Glück hinterlassen die Monster nach ihrem Ableben ein paar Goldmünzen, die man mit einem Mausklick einkassiert. Wer eine Reihe aus mehr als drei gleichen Steinen bastelt, erhält zudem verschiedene Boni: Beispielsweise hinterlassen fünf Steine in einer Reihe einen neuen Stein mit einem grünen Kreuz. Ein Klick darauf repariert die Schäden am Spielbrett. Weitere Boni erhält man, indem man die vom Spiel vorgegebenen Spezialaufgaben (Quests) annimmt. So darf man etwa für eine Weile ausschließlich Steine mit einem Feuersymbol verwenden.

Derart verschachtelten Spielbrettern erschweren es, an den unteren und oberen Rändern Steinreihen zu bilden.

Derart verschachtelten Spielbrettern erschweren es, an den unteren und oberen Rändern Steinreihen zu bilden.

In späteren Leveln legt ReignMaker dem Spieler weitere Hindernisse in den Weg. Beispielsweise besitzt das Spielbrett keine rechteckige Form mehr, was die Bildung von Reihen erschwert. Häufig legt das Spiel auch einige der Steine in Ketten. Die entsprechenden Steine darf man dann erst wieder mit ihren Nachbarn vertauschen, wenn man mit ihnen zuvor eine Reihe gebildet hat. Des Weiteren rauscht in jedem fünften Level ein dicker Endgegner heran. Der steckt mehr Treffer ein, als die kleinen Monster in den vorherigen Runden.

Im langsam wachsenden Dorf …

Im langsam wachsenden Dorf …

Häuslebauer

Mit dem im Kampf gewonnenen Geld baut der Spieler eine kleine Siedlung aus. Das geschieht wiederum nicht ganz ohne Eigennutz: Wer beispielsweise eine Schmiede errichtet, kann in ihr kleine Bomben bauen lassen, die im Kampf dann gezielt die Monster wegsprengen. Ab und an muss man als Herrscher auch ein paar politische Entscheidungen treffen. ReignMaker stellt dazu mehrere verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Einen merkwürdigen Fremden kann man etwa Willkommen heißen oder aus der Stadt jagen. Die getroffene Entscheidung wirkt sich umgehend auf den weiteren Spielverlauf aus. So könnte der Fremde eine auch für die Kämpfe nützliche Erfindung mitbringen – oder die Stadt terrorisieren.

… erforschen die Bewohner beispielsweise neue Zaubersprüche, die dann im Kampf helfen.

… erforschen die Bewohner beispielsweise neue Zaubersprüche, die dann im Kampf helfen.

ReignMaker verkauft Frogdice für 15 Euro auf Steam [2]. Im Humble Store kostet das Spiel allerdings nur knapp 12 Euro [3]. Alternativ kann man ReignMaker auf der Homepage des Entwicklers über den Punkt Buy & Download direkt erben. Dann zahlt man krumme 14,17 Euro [1]. Abschließend ist das Spiel derzeit Teil des Humble Weekly Bundles [4]. Bei dieser Aktion darf man für mehrere Spiele bezahlen, was man möchte.

Nach den Schlachten muss man wichtige Entscheidungen treffen: Was soll man beispielsweise mit einer plötzlich aufgetauchten Tür machen?

Nach den Schlachten muss man wichtige Entscheidungen treffen: Was soll man beispielsweise mit einer plötzlich aufgetauchten Tür machen?

Fazit

Das gute alte suchterzeugende Bejeweled-Prinzip funktioniert zunächst auch in ReignMaker. Die hereinströmenden Monster sorgen zudem für Abwechslung und fordern ein taktisches Vorgehen. Letztendlich hängt der Erfolg und somit der Spielspaß jedoch vom Zufall ab: Fallen die passenden Steine vom Himmel, hat man die Monster binnen kürzester Zeit erledigt. Liegen die Steine an einer Stelle ungünstig, muss man hingegen mehr oder weniger tatenlos dabei zusehen, wie die Monster auf das Spielfeld eindreschen. Darüber hinaus fällt es schwer, sowohl die Spielsteine als auch gleichzeitig die Monster im Auge zu behalten. Netterweise darf man jeden Level beliebig oft in Angriff nehmen. Der Wirtschaftsteil ist zwar recht einfach gehalten, passt sich aber gut in das restliche Spiel ein. So macht es durchaus Spaß, gezielt neue Bonusgegenstände erforschen und bauen zu lassen.

Dieser Endgegner kann besonders viele Salven einstecken.

Dieser Endgegner kann besonders viele Salven einstecken.

Unerklärlich bleibt, warum das einfache Spiel mindestens 4 GByte Hauptspeicher verlangt. An der Grafik kann es zumindest nicht liegen: Die ist selbst auf der höchsten Einstellung ziemlich karg. Die Monster bewegen sich zudem recht ungelenk über die grünen Wiesen. Unter dem Strich sind die verlangten 15 Euro für den aufgebohrten Bejeweled-Klon zu viel. Wer derartige Spiele mag, sollte daher im Rahmen des Humble Weekly Bundles für kleines Geld zugreifen.

Von Frogdice stammt übrigens auch der Genre-Mix Dungeon of Elements, der Tetris mit Rollenspielelementen verbindet.

ReignMaker

Bezugsquelle:  http://frogdice.com/reignmaker/
Entwickler: Frogdice
Lizenz: Kommerziell
Preis: 15 Euro bei Steam, 12 Euro im Humble Store, 15 Dollar über die Homepage
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor der Klasse Intel Core Duo oder besser, mindestens 4 GByte Hauptspeicher, 700 MByte freier Festplattenplatz.

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://frogdice.com/reignmaker/

[2] ReignMaker auf Steam:
http://store.steampowered.com/app/286200

[3] ReignMaker im Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/p/reignmaker_storefront

[4] Humble Weekly Bundle:
https://www.humblebundle.com/weekly

[5] Wikipedia-Eintrag zu Bejeweled:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bejeweled

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