Ein netter Flug in den Sonnenuntergang hat zweifelsohne etwas Romantisches. Das ändert sich jedoch rapide, wenn man in einem extrem schnellen Solarflugzeug unterwegs ist und die mit zahlreichen Hindernissen übersäte Landschaft auch teilweise noch ein Eigenleben führt.
Im Geschicklichkeitsspiel Race The Sun steuert der Spieler einen kleinen solarbetriebenen Gleiter über eine futuristische Landschaft. Mit den Pfeiltasten muss er dabei sein Vehikel möglichst rechtzeitig an den zahlreichen, ziemlich schnell näher kommenden Hindernissen vorbei lenken.
Kollisionskurs
Stehen die Hindernisse anfangs noch fest an der Stelle, kommen im späteren Verlauf bewegliche Objekte hinzu. So rollen gigantische Würfel über die Landschaft, versperren rotierende Windmühlenflügel den Weg und kreuzen futuristische Furzkissen die Flugbahn.
Für jeden zurückgelegten Meter schreibt das Spiel Punkte gut. Bonuspunkte erhält, wer die blau leuchtenden Kegel einsammelt. Die lassen sich häufig jedoch nur mit geschickten Flugmanövern erreichen. Wer besonders viele Punkte einheimsen konnte, darf sich im Internet in eine Highscore-Liste eintragen.
Aufrüstung
Durch die tief stehende Sonne werfen die Hindernisse mehr oder weniger große Schatten. Fliegt man mit dem Gleiter zu lange in solchen lichtarmen Bereichen, bremst man unweigerlich ab, bis schließlich der Flug und somit das Spiel beendet ist. Zum vorzeitigen Spielabbruch führt auch jede Kollision mit einem Hindernis. Ausnahmen sind kleine Rampen, die den Gleiter über die nachfolgenden Hindernisse katapultieren. Mit zunehmender Flugdauer geht auch die Sonne immer weiter unter. Verhindern kann man das nur kurzzeitig mit entsprechenden Bonusgegenständen.

… kann man auch auf einige Hindernisse springen. Dieses hier setzt sich erst im Laufe der Fluges zusammen.
Race The Sun verteilt nicht nur Punkte, sondern stellt dem Spieler auch immer drei Aufgaben. So muss er etwa 25 der blau leuchtenden Kegel in einem Flug einsammeln. Kann der Spieler diese Aufgaben lösen beziehungsweise erfüllen, schaltet er nützliche Bonusgegenstände frei. Neben den blauen Kegeln tauchen dann beispielsweise in der Welt auch grüne Pendants auf. Sobald man einen von ihnen einsammelt, kann man den Gleiter per Knopfdruck einen etwas längeren Sprung absolvieren lassen. Das ist besonders nützlich, wenn die Kollision mit einem Hindernis droht. Des Weiteren verteilt das Spiel für gelöste Aufgaben auch Ausrüstungsgegenstände für den Gleiter. So zieht etwa ein Magnet automatisch die Bonusgegenstände in der Nähe des Gleiters an. Abschließend lassen sich im Laufe des Spiels noch zwei weitere Spielmodi freischalten.
Neubau
Die endlose Welt ist in mehrere Regionen unterteilt. Wer in einer nachfolgenden Region scheitert, muss immer wieder komplett von vorne anfangen. Nach exakt 24 Stunden tauscht das Spiel die komplette Welt gegen eine andere aus. Man muss sich folglich jeden Tag aufs Neue die besten Routen durch den Hindernisparcours einprägen. Gleichzeitig löscht der Weltenwechsel auch die Highscore-Liste, womit jeden Tag ein anderer Spieler an die Spitze klettern kann. Wem diese Abwechslung noch nicht ausreicht, der darf mit dem eingebauten Level-Editor eigene Welten erschaffen und mit anderen Spielern tauschen.
Entwickler Flippfly verkauft sein Spiel für etwa 9 Euro im Humble Store [2] und für 10 Euro auf Steam [3]. Des Weiteren ist Race The Sun noch Teil des „Humble Weekly IndieGameMagazine Bundle“ [5]. Dort bekommt man für einen frei wählbaren Preis neben Race The Sun auch noch das Survival-Spiel Far Sky. Wer mindestens 10 Dollar berappt, erhält auch noch Freedom Planet dazu. In jedem Fall liegt das Spiel derzeit nur als 32-Bit-Version vor.
Fazit
Race The Sun ist ein simples Geschicklichkeitsspiel. Darüber täuschen auch nicht die vielen Bonusgegenstände, die abwechslungsreichen Aufgaben und die jeden Tag neu gestalteten Strecken hinweg. Die karge Grafik besteht aus einfachen, geometrischen Formen, was dem Spiel allerdings auch eine ganz spezielle, bedrückende Atmosphäre verleiht. Der Schwierigkeitsgrad steigt recht schnell an. Da das Spiel nach einer Kollision stets von vorne beginnt, müssen sich insbesondere Anfänger immer wieder durch die erste Region kämpfen. Teilweise existieren sogar unfaire Stellen, etwa wenn die Flügel aller Windmühlen gleichzeitig sämtliche Ausgänge versperren.

Der Vogel im Hintergrund lässt immer mal wieder einen ganzen Haufen mit leuchtenden Bonusobjekten fallen.
Wer diese Macken im Hinterkopf behält, bekommt mit Race The Sun dennoch einen soliden und durchaus spaßigen kleinen Geschicklichkeitstest. Liebhaber dieses Genres dürfte er aufgrund der freischaltbaren Bonusgegenstände sogar längere Zeit an den Bildschirm fesseln. Gelegenheitsspieler fliegen zudem immer mal wieder gerne zwischendurch eine Runde – vielleicht schafft man es ja heute an die Spitze der Highscore-Liste. Der Preis von 9 Euro beziehungsweise 10 Euro ist allerdings recht happig, zumal es ähnliche Spiele komplett kostenlos gibt – wie etwa Boson X [4].
Race The Sun
| Bezugsquelle: | http://flippfly.com/racethesun/ |
| Entwickler: | Flippfly |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 10 Euro (Steam) / 9 Euro (Humble Store) |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Dual-Core-Prozessor |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://flippfly.com/racethesun/
[2] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/p/racethesun_storefront
[3] Steam:
http://store.steampowered.com/app/253030/
[4] Das Spiel zum Wochenende: Boson X, Tim Schürmann: „Lauf, Forrest!“, LinuxCommunity, 05.04.2014:
http://store.steampowered.com/app/253030/
[5] Humble Weekly Bundle:
http://store.steampowered.com/app/253030/











