Das Spiel zum Wochenende: Ping 1.5+

Das Spiel zum Wochenende: Ping 1.5+

Gegen die Wand

In den 1970er Jahren schlug man in Pong ein Pixel mit zwei Stäbchen über eine gestrichelte Linie. Der Spieleentwickler Nami Tentou Mushi greift dieses Prinzip auf, fügt dem Spielfeld jedoch weitere bunte Kästchen hinzu, durch die man das arme Pixel in die Freiheit schnipsen muss.

Im Geschicklichkeitsspiel Ping 1.5+ muss der Spieler einen kleinen weißen Würfel durch einen Hindernisparcours zu einem orangefarbenen Ball bugsieren. Allerdings darf der Spieler den Würfel nicht direkt steuern, sondern kann ihm nur wie beim Billard einen Stoß versetzen. Vorgeben lässt sich dabei lediglich die Stoßrichtung und die Schussstärke. Trifft der Würfel während seiner Reise gegen eine Wand, prallt er von ihr wie eine Billardkugel ab. Durch eine geschickte Wahl von Geschwindigkeit und Schussrichtung muss man den Würfel so durch das Labyrinth prallen lassen, dass er zum Schluss auf die orangefarbene Kugel trifft. Anschließend geht es dann in einem neuen Level mit einem komplizierteren Spielfeld von vorne los.

Mit einem Mausklick erscheint die weiße Linie. Sie zeigt die Schussrichtung und Schussstärke an: Je länger die Linie, desto schneller flitzt das Kästchen über den Schirm.

Mit einem Mausklick erscheint die weiße Linie. Sie zeigt die Schussrichtung und Schussstärke an: Je länger die Linie, desto schneller flitzt das Kästchen über den Schirm.

Angezählt

Gemeinerweise ist die Anzahl der Kollisionen limitiert. Sind etwa nur zehn Wandberührungen erlaubt, explodiert der Würfel bei der elften Kollision. Je nach Level-Aufbau muss man dem weißen Kästchen mehrfach einen Schubs geben. Auch diese Anschubhilfen sind meist auf das minimal Notwendige limitiert. Immerhin verlangsamt sich kurz die Zeit, sobald man erneut zum Stoß ansetzt.

Ziel ist immer der orangefarbene Ball, der hier auf der rechten Seite wartet.

Ziel ist immer der orangefarbene Ball, der hier auf der rechten Seite wartet.

Im späteren Verlauf kommen weitere Hindernisse hinzu. So bewegen sich einzelne Blöcke über das Spielfeld, während man einige Wände erst mit einer Berührung einreißen muss. Bewegende Kästchen lassen sich allerdings anhalten, wenn man den Mauszeiger auf ihnen parkt. Um den Spieler abzulenken, blendet das Spiel im Hintergrund auch noch bunte Animationen ein.

Der Boss

Abwechslung bringen die „Boss-Level“. In ihnen muss der Spieler ein kleines Mini-Spielchen absolvieren, die sich an bekannten alten Arcade-Spielen orientieren. So gibt es unter anderem eine Breakout-Variante sowie Besuch von den Space Invaders. Insgesamt warten 100 Level auf den Spieler. Bereits gemeisterte Level darf noch einmal in Angriff nehmen und eine Lösung mit wenigeren Kollisionen suchen.

Ein Beispiel für eines der Boss-Level: Hier muss der Ball 20 Mal den schießenden Pac-Man treffen.

Ein Beispiel für eines der Boss-Level: Hier muss der Ball 20 Mal den schießenden Pac-Man treffen.

Ping 1.5+ vertreibt der Entwickler Nami Tentou Mushi auf seiner Homepage [1] und über Desura [2]. Derzeit gilt noch ein Einführungspreis von 2,10 Euro, regulär zahlen Käufer 3,50 Euro. Das Spiel ist zudem Teil der Debut 24 Bundle bei Indieroyale [3]. Bei dieser Sonderaktion bekommt man für kleines Geld gleich drei Linux- und mehrere weitere Windows- und Mac-OS-X-Spiele. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels waren gerade einmal knapp 2 Dollar aufgerufen. Ping 1.5+ liegt nur als 32-Bit-Programm vor.

Das blaue Ding auf der rechten Seite schießt unablässig die kleinen blauen Kistchen.

Das blaue Ding auf der rechten Seite schießt unablässig die kleinen blauen Kistchen.

Fazit

Ping 1.5+ bietet ein einfaches Spielprinzip, die Bedienung ist zudem schnell erlernt. Der Schwierigkeitsgrad steigt allerdings extrem schnell und stark an, von den ersten einfachen Leveln sollte man sich nicht blenden lassen. Ähnliches gilt für die Langzeitmotivation: Zu Beginn fesselt die Mischung aus Geschicklichkeits- und Denkspiel zu Beginn noch. Im späteren Verlauf kommen jedoch kaum neue Elemente hinzu. Das grundlegende Vorgehen wiederholt sich somit recht schnell, die karge Pseudo-3D-Grafik wirkt obendrein etwas billig. Wer darüber hinweg sehen kann und gerne schwierige Geschicklichkeitsspiele spielt, bei denen auch Köpfchen gefragt ist, der kann selbst beim Normalpreis von 3,50 Euro zugreifen.

Ping 1.5+

Bezugsquelle: http://namitentou.com/PING/
Entwickler: Nami Tentou Mushi
Lizenz: Kommerziell
Preis: 3,50 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://namitentou.com/PING/

[2] Desura:
http://www.desura.com/games/ping-15

[3] Indie Royale:
http://www.indieroyale.com/

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