In Arcade-Spielen ballert man normalerweise im Weltall auf angriffslustige Außerirdische. Die Brüder Jonathan und David Whiting versetzt den Spieler zur Abwechslung in eine etwas schwummerige Tiefsee und drücken ihm dort ein spärlich bewaffnetes U-Boot in die Hand.
Im Actionspiel Mussel steuert der Spieler mit den Pfeiltasten ein kleines, grünes U-Boot durch ein dunkles Meer. In regelmäßigen Abständen düsen futuristische Gegner über den Bildschirm, die es mit der im U-Boot eingebauten Waffe zu eliminieren gilt. Für jeden Abschuss schreibt das Spiel ein paar Punkte gut. Ziel ist es, möglichst lange im Wasser zu überleben und dabei möglichst viele Punkte zu ergattern. Besonders fleißige Spieler dürfen sich in einer Highscore-Liste verewigen.

Mussel ist ein typisches Shoot-em-up: Für jeden abgeschossenen Gegner gibt es Punkt, Bonusgegenstände wie hier der grüne Kreis links unten rüsten Spezialfähigkeiten nach.
Angriff der Wassertiere
Die Gegner verfügen jeweils über ganz spezielle Fähigkeiten und Flugbahnen. Kleine grüne Fische etwa schwimmen langsam von links nach rechts und blähen sich dann in der Mitte des Bildschirms zu größeren Kugelfischen auf. Andere Gegner fliegen in einer Formation ins Bild und ziehen dort einen Kreis. Jedes Monster hält zudem unterschiedlich viele Treffer aus. Während kleine Quallen sofort explodieren, muss man die größeren grüneren Brocken schon etwas länger unter Beschuss nehmen.

Die kleinen Fische schwimmen vom linken Bildschirmrand herein und blasen sich dann in der Mitte zu dicken grünen Kugeln auf.
Wehren kann sich der Spieler lediglich mit seiner Einheitskanone, die beim Druck auf [y] automatisch ein Dauerfeuer nach rechts abgibt. Durch den entstehenden Rückstoß drückt allerdings jeder Schuss das U-Boot langsam zum linken Bildschirmrand. Wer nicht aufpasst, der stößt dort versehendlich mit einem Monster zusammen. Jede dieser Kollisionen kostet eines von anfänglich zwei Spieleleben. Sind alle Leben verbraucht, ist der Tauchgang umgehend beendet.
Pixelbonus
Immerhin hinterlassen einige der vernichteten Gegner kleine Bonusgegenstände. Diese liefern ein neues Leben, rüsten für kurze Zeit ein Schnellfeuergewehr nach, lassen alle Gegner auf dem Bildschirm detonieren oder errichten ein Schutzschild aus rotierenden Bällen um das U-Boot. Alle diese Bonusgegenstände sollte man möglichst zügig aufsammeln, andernfalls lösen sie sich nach ein paar Sekunden im Wasser auf.
Mussel imitiert absichtlich die Pixelgrafik der Shoot-em-Up-Spiele aus den 1980er Jahren. Zusätzlich simuliert das Spiel auch noch das verwaschene und gebogene Bild eines alten Röhrenmonitors. Stilecht dudelt dazu eine pipsige Retro-Musik aus den Lautsprechern.

Manche Gegner fliegen in einer Formation. Die Unschärfe täuscht hier auf dem Standbild: Trotz der Simulation eines alten Fernsehers sieht man das Geschehen in Bewegung deutlich klarer.
Jonathan und David Whiting bieten ihr Spiel kostenlos auf ihrer Homepage an [1]. Dort muss man lediglich auf das passende Pinguin-Symbol klicken, dann das so erhaltene Archiv auf der Festplatte entpacken und dort Programm mussel startet. Mit [y] oder der Leertaste lässt man das U-Boot ins Wasser und feuert, die Pfeiltasten oder [w], [a], [s], [d] lenken das Raumschiff.
Fazit
Mussel ist ein klassisches kleines Ballerspiel, das ein wenig an X-Out aus dem Jahr 1989 erinnert [2]. Abwechslung in das extrem simple Spielprinzip bringen vor allem die vielfältigen Gegnertypen, fast ständig passiert etwas Neues. Der Schwierigkeitsgrad steigt langsam, aber doch recht schnell an.

Mit einer Hintergrundgeschichte hält sich Mussel nicht auf: Zu Spielbeginn wird das U-Boot-Raumschiff ins Wasser gelassen und dann umgehend geballert.
Die extrem grobe Pixelgrafik dürfte allerdings nicht jedermanns Geschmack sein. Insbesondere das verwaschene Bild des simulierten Röhrenbildschirms foltert bei längerer Spielzeit die Augen. Dennoch kramt man Mussel immer mal wieder gerne hervor – vielleicht schafft man es ja doch noch ein Stück weiter, als beim letzten Versuch.
Mussel
| Bezugsquelle: | http://jonathanwhiting.com/mussel/ |
| Entwickler: | Jonathan und David Whiting |
| Lizenz: | Eigene, Closed Source |
| Preis: | Kostenlos |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://jonathanwhiting.com/mussel/
[2] X-Out:
http://en.wikipedia.org/wiki/X-Out_%28video_game%29








