Die meisten Rollenspiele setzen dem Spieler einfach einen Truppe Monster vor die Helden. Den Behold Studios ging das zu weit: In ihrem klassischen Rollenspiel mit Retro-Grafik bestimmt der Spieler, was für einen Kampf er gegen wen bestreiten möchte.
Wie der Name schon dezent andeutet, simuliert Knights of Pen and Paper ein klassisches Pen-and-Paper-Rollenspiel: Zu Beginn rekrutiert der Spieler zwei Helden. Dabei hat er unter anderem die Wahl zwischen einem Pizzaboten, einer Oma und einem Nerd. Jeder von ihnen besitzt ganz eigene Vor- und Nachteile. Der Rocker etwa schlägt später besonders kräftig zu. Jeder gewählten Figur ordnet man anschließend eine Charakterklasse zu. So wird etwa aus dem Pizzaboten ein Magier.

Zu Beginn stellt man seine Heldentruppe zusammen. Der Rocker hier bringt zusätzliche 5 Trefferpunkte mit.
Qual der Wahl
Hat man das erste kleine Team um den Wohnzimmertisch versammelt, versetzt sie das Spiel in ein finsteres Gefängnis. Wie sie dort hineingekommen sind, lässt das Spiel zunächst offen. Natürlich gelingt der Ausbruch, die wenigen Wachen lassen sich mit gezielten Mausklicks angreifen und niederstrecken. Die Flucht führt direkt in ein kleines Dorf, das als Ausgangspunkt aller weiteren Missionen dient.
Die Teammitglieder bleiben zusammen mit einem Spielleiter (Game Master) immer an ihrem Tisch sitzen. Diesen verfrachtet das Spiel jeweils in die entsprechende Umgebung. Den Spielleiter bittet man um eine neue Aufgabe (Quest). Die Art und die zu erwartenden Gegner darf man dabei in Grenzen frei wählen: Die Anzahl der zu besiegenden Monster gibt zunächst die jeweilige Aufgabe vor. Der Spieler kann jedoch vor dem Beginn des Kampfes festlegen, gegen wie viele Gegner er auf einmal antreten möchte. Schreibt die Quest etwa vor, dass vier Fledermäuse zu erledigen sind, kann der Spieler zunächst gegen eine, anschließend gegen zwei und noch einmal gegen eine kämpfen.
Einer nach dem anderen
Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab: Reihum darf jeder Held und jedes Monster eine Aktion ausführen. Im einfachsten Fall greift der Charakter direkt einen Gegner an, alternativ beschwört der Held einen Zauberspruch. Dieser kostet allerdings Mana. Zaubertränke füllen das Mana wieder auf, Heiltränke stellen die Gesundheit wieder her. Letzteres bewirkt auch ein entsprechender Zauberspruch oder etwas Schlaf im Wirtshaus. Im Laufe der Kämpfe gewinnen die Helden Erfahrungspunkte, über die man gezielt ihre Fähigkeiten verbessern darf.
Müssen die Helden zur Erfüllung einer Aufgabe in eine andere Gegend reisen, kostet dies ein paar Goldstücke. Die wiederum verdient sich die Heldentruppe im Kampf oder als Gegenleistung für eine erledigte Quest. Gegen Geld lassen sich zudem nützliche Gegenstände erwerben – wie etwa ein Heiltrank. Darüber hinaus darf der Spieler weitere Helden hinzukaufen. Das geht allerdings nur solange, bis alle Stühle am Tisch besetzt sind.
Kostenpunkt
Die +1 Edition des Spiels rüstet neue Monster und Schauplätze nach. Darüber hinaus gibt es eine Taverne, in der man die Helden zwischenparken und somit austauschen kann. Abschließend gibt es noch eine erweiterte Kampagne.
Die Behold Studios verkaufen Knights of Pen and Paper für knapp 10 Euro auf Steam [2], im Humble Store [3] und auf Desura [4]. Bei den letzten beiden Online-Shops bekommt man zwar eine kopierschutzfreie Version, die dafür aber nur als 32-Bit-Fassung vorliegt. Wer mit der Steam-Version leben kann, sollte einen Blick auf das derzeit noch laufende „Humble Paradox Interactive Bundle“ werfen. Bei dieser Aktion darf man für Knights of Pen and Paper +1 Edition bezahlen, was man möchte und erhält als Bonus noch einige weitere Rollenspiele obendrauf [5].
Fazit
Knights of Pen and Paper löst sein Versprechen ein und holt das klassische Pen-and-Paper-Rollenspiel in knuffiger Pixel-Grafik auf den Linux-PC. Die Dialoge sind recht witzig geschrieben, die Bedienung ist schnell erlernt. Da man die Quests sowie die Anzahl der Gegner selbst bestimmen darf, kommt selten Frust auf. Allerdings kann man den Schwierigkeitsgrad so auch schnell zu weit herunterschrauben, wodurch wiederum Herausforderungen fehlen.
Die Quests selbst sind recht einfallslos und generisch, immer wieder muss man repetitiv die gleichen Monster besiegen. Das gilt insbesondere, wenn man die Gegnerzahl reduziert. Damit richtet sich Knights of Pen and Paper vor allem an Liebhaber von Pen-and-Paper-Rollenspielen, die keine Mitspieler finden oder schnell zwischendurch ein paar Monster vermöbeln wollen.
Knights of Pen and Paper +1 Edition
| Bezugsquelle: | http://beholdstudios.com.br/games/knights-of-pen-paper/” |
| Entwickler: | Behold Studios |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 10 Euro |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor mit 2 GHz oder schneller, mindestens 512 MByte Hauptspeicher, Auflösung ab 640 mal 480 Bildpunkten |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://beholdstudios.com.br/games/knights-of-pen-paper/
[2] Steam:
http://store.steampowered.com/app/231740/
[3] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/p/knightsofpenandpaper_storefront
[4] Desura:
http://www.desura.com/games/knights-of-pen-paper
[5] Humble Bundle:
https://www.humblebundle.com/












