Das Spiel zum Wochenende: Kill The Bad Guy

Das Spiel zum Wochenende: Kill The Bad Guy

Genau im richtigen Moment

Gefährliche Gangster auszuschalten ist gar nicht so einfach. In einem Spiel des französischen Entwicklers Exkee braucht man dazu vor allem gutes Timing, etwas Geschicklichkeit und ein Faible für extrem makabere Szenarien.

In Kill The Bad Guy muss der Spieler zahlreiche böse Leute um die Ecke bringen. Die haben allesamt extrem hässliche Verbrechen begangen. Dazu zählen unter anderem terroristische Anschläge und Mordversuche an Frauen und Kindern. Nach wie vor entziehen sich diese Verbrecher ihrer gerechten Strafe und leben unbehelligt ein ganz normales Leben. Eine Untergrundorganisation möchte das jedoch ändern und alle „Bad Guys“ ins Jenseits befördern. Dieser Gruppe hat sich auch der Spieler angeschlossen. Als Undercover-Killer versucht er möglichst unbemerkt, einen Gangster nach dem anderen auszuschalten.

Um den Bad Guy in der gelben Jacke zu erledigen, knackt man zunächst ein Auto ...

Um den Bad Guy in der gelben Jacke zu erledigen, knackt man zunächst ein Auto …

Häng dich tot …

Dazu stehen dem Spieler allerdings keine herkömmlichen Waffen, sondern nur Alltagsgegenstände zur Verfügung, wie etwa Autos, Abrissbirnen, explodierende Tankwagen oder ein schickes schwarzes Piano. Während der Bad Guy durch eine Kleinstadt schlendert, muss ihn der Spieler im richtigen Moment mit einem der verfügbaren Gegenstände überfahren, zerquetschen oder über den Haufen sprengen. Dabei gilt jederzeit die Physik: Ein Baugerüst zerfällt folglich an Ort und Stelle realistisch in seine Einzelteile.

… und lässt es im richtigen Moment losfahren. Das Spiel zeigt das Geschehen dabei unnötig martialisch und blutig.

… und lässt es im richtigen Moment losfahren. Das Spiel zeigt das Geschehen dabei unnötig martialisch und blutig.

Jeder Bad Guy nimmt zudem eine ganz bestimmte Route durch die Straßen und beobachtet seine Umgebung. Ein zu früh gestartetes Auto lässt den Bösewicht entweder geschockt stehen bleiben, neugierig näher kommen oder einfach davon rennen. Als wäre das noch nicht genug, wuseln durch die Stadt zahlreiche unbescholtene Bürger, die man unter keinen Umständen verletzen darf.

Die Abrissbirne kann man mit der Maus entsichern und umherpendeln lassen …

Die Abrissbirne kann man mit der Maus entsichern und umherpendeln lassen …

… und schieß mich auf

Immerhin stehen häufig mehrere Gegenstände bereit, mit denen man den Bad Guy ins Jenseits befördern kann. Die lassen sich zudem mitunter kombinieren. Ein schwarzer Flügel wird erst dann zu einer tödlichen Falle, wenn man es zuvor mit einem Seil an einer Stange über der Straße befestigt hat. Dies ermöglicht nicht nur verschiedene Vorgehensweisen und Taktiken, sondern auch mehrere Versuche – vorausgesetzt der Bad Guy ist nicht zuvor schon weggelaufen.

… und bei Bedarf dann das Seil durchtrennen.

… und bei Bedarf dann das Seil durchtrennen.

Die einzelnen Gegenstände muss der Spieler nicht nur im richtigen Moment starten, zünden oder losbaumeln lassen, sondern sie teilweise auch erst in Betrieb nehmen. Beispielsweise muss er parkende Autos erst zeitaufwendig kurzschließen, bevor er sie starten darf. Hin und wieder muss man den Verbrecher auch erst anlocken, etwa indem man absichtlich ein Geräusch auslöst.

Der Ablauf lässt sich aufzeichnen und aus mehreren Kamerawinkeln betrachten.

Der Ablauf lässt sich aufzeichnen und aus mehreren Kamerawinkeln betrachten.

Qual der Wahl

Insgesamt warten 60 Level auf den Spieler. Während in den ersten die Verbrecher noch alleine unterwegs sind, kommen im späteren Verlauf noch Bodyguards und Überwachungskameras hinzu. Erweckt der Spieler den Verdacht, es könnte sich nicht um einen Unfall handeln, ist das Spiel umgehend beendet und man muss den Level erneut in Angriff nehmen.

Immer wieder muss man mehrere Gegenstände miteinander kombinieren. In diesem Fall kann man etwa aus dem Baum, einem Seil …

Immer wieder muss man mehrere Gegenstände miteinander kombinieren. In diesem Fall kann man etwa aus dem Baum, einem Seil …

Entwickler Exkee vertreibt sein Spiel für 10 Euro auf Steam [2] und im Humble Store [3]. Wer im letztgenannten kauft, erhält eine kopierschutzfreie Version und darf Kill The Bad Guy auf Steam freischalten. Das Spiel liegt dabei in einer 32-Bit- und 64-Bit-Version vor, kommt allerdings als RAR-Archiv auf die Festplatte. Das passende Entpackprogramm halten die meisten Distributionen in ihren Repositories vor.

… und der Kiste an Katapult bauen.

… und der Kiste an Katapult bauen.

Fazit

Kill The Bad Guy ist eigentlich eine interessante und witzige Mischung aus Geschicklichkeits-, Denk-, und Taktikspiel. Es bereitet diebische Freude, wenn ein zurechtgelegter Plan funktioniert. Unverbraucht und witzig ist zudem die Idee, den Gangster nicht direkt über den Haufen schießen zu können, sondern ihn stattdessen mit Baukränen oder Autos ins Jenseits befördern zu müssen. Die sterile, weiße Grafik verpasst dem Spiel zudem seine ganz eigene Optik.

Zu jedem Bad Guy liefert das Spiel eine entsprechende Hintergrundgeschichte.

Zu jedem Bad Guy liefert das Spiel eine entsprechende Hintergrundgeschichte.

Kill The Bad Guy setzt allerdings massiv auf Selbstjustiz, ohne diese weiter zu hinterfragen. Die Tötungsszenen sind zudem unnötigerweise recht martialisch und mit mehreren Litern Blut inszeniert. Die arg konstruierte Hintergrundgeschichte mit den extrem bösen Gangstern versucht vergeblich dem Ganzen einen moralischen Anstrich zu geben. Dies alles zusammen hinterlässt beim Spielen zumindest ein etwas mulmiges Gefühl.

Kill The Bad Guy

Bezugsquelle: http://www.ktbg-thegame.com/?page_id=37
Entwickler: Exkee
Lizenz: Kommerziell
Preis: ca 10 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor der Klasse Intel Celeron 1,5 GHz oder besser, mindestens 1 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte der Klasse Intel HD oder besser.
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