Das Spiel zum Wochenende: Jinxter

Das Spiel zum Wochenende: Jinxter

Ziemlich verhext

Zu den etwas weniger bekannten Adventures aus dem Hause Magnetic Scrolls gehört das äußerst witzige Jinxter. Den Klassiker von 1987 hat Entwickler Strand Games nicht nur unter Linux reanimiert, sondern auch leicht verbessert.

Heute ist ein ausgesprochener Glückstag. Wenn auch ein sehr merkwürdiger. So wird man nicht nur fast von einem Bus überfahren, sondern anschließend auch gleich noch von einem komischen Mann angesprochen. Als sogenannter Wächter verpflichtet er im Adventure Jinxter den Spieler umgehend, fünf versteckte Teile eines Armbands zu finden. Letztgenanntes ist notwendig, um die herrschenden bösen Hexen aus dem Land zu vertreiben, das fehlende Glück zurückzubringen und so das komplette Land Aquitania zu retten.

Wenn Jinxter so erscheint, hilft es, einfach das Fenster größer zu ziehen. Eventuell vorhandene Bilder zieht man ebenfalls an der unteren grünen Leiste nach unten.

Glückskind

Da man heute ziemlich viel Glück hat, kann nicht viel danebengehen. Sollte man in eine missliche Lage geraten, wendet sie sich durch einen glücklichen Zufall plötzlich doch noch zum Guten. Auf diese Weise kann man noch nicht einmal sterben. Allerdings sollte man tunlichst aufpassen, dass einem das Glück nicht ausgeht. Das wiederum ist dringend notwendig, sind doch die Teile des magischen Armbands über ganz Aquitania verteilt. Obendrein scheint sich auch noch der beste Freund dringend Hilfe zu benötigen.

Da das ursprüngliche Bild vom Bus in höherer Auflösung nur aus einem Pixelbrei zu bestehen scheint, haben die Entwickler …

Jinxter war das dritte Textadventure des Entwicklers Magnetic Scrolls. Wie schon die Vorgänger The Pawn [3] und The Guild of Thieves [4] löste man die vielen Rätsel durch die Eingabe von Textkommandos. Einige ausgewählte Szenen illustrierten wunderschön gezeichnete Grafiken. Das Team hinter Stranded Games hat den witzigen Klassiker auf moderne Systeme portiert, dabei gleich noch die Bedienung vereinfacht und ein paar Optimierungen vorgenommen.

… ein komplett neues malen lassen. In den Einstellungen des Spiels können Puristen diese und viele weitere Neuerungen abschalten.

Es hat Klick gemacht

So erscheinen jetzt wichtige Gegenstände oder Himmelsrichtungen im Text hervorgehoben. Das nächste Kommando lässt sich so recht einfach mit der Maus zusammenklicken. Wer mag, kann aber auch weiterhin zur Tastatur greifen. Der Inhalt der eigenen Taschen listet eine Seitenleiste am linken Fensterrand auf. Das Spiel malt zudem eine Landkarte mit allen bislang besuchten Orten. Über diese Hilfe gelangt man in Windeseile zu einem gewünschten Punkt.

Auf der linken Seite finden sich alle eingesteckten Gegenstände, zudem schlägt das Spiel bei der Eingabe mögliche Aktionen vor.

Die Grafiken des ursprünglichen Spiels waren auf die damals geringen Bildschirmauflösungen zugeschnitten und wirken daher auf modernen Monitoren recht verpixelt. Stranded Games haben deshalb verschiedene Skalierungsverfahren eingebaut und gleich zehn neue Bilder hinzugefügt. Einige Szenen besitzen zudem jetzt Hintergrundgeräusche. So ist etwa in der Bibliothek das klingelnde Telefon zu hören. Nostalgiker können diese Neuerungen jedoch in den Einstellungen abschalten.

Auf der automatisch gezeichneten Karte reicht ein Klick auf einen Ort, um direkt dorthin zu springen.

Hinter Stranded Games stehen ehemalige Mitarbeiter von Magnetic Scrolls. Jinxter bieten sie für 2,49 Britische Pfund auf Itch.io zum Download an [2]. Käufer bekommen dabei ein AppImage – das verwendete Linux-System muss dieses Paket-Format folglich unterstützen. Darüber hinaus verlangt Jinxter zwingend nach einem 64-Bit-System. Um das Spiel zu starten, macht man die heruntergeladene Datei einfach ausführbar und startet sie.

Über die Kompassnadeln gelangt man ebenfalls schnell in die entsprechende Richtung.

Fazit

Jinxter ist auch nach über 30 Jahren ein erstklassiges und äußerst witziges Adventure. Spieler müssen allerdings bereit sein, viele englische Texte zu lesen. Sowohl die skalierten als auch die neu gezeichneten Grafiken wirken zwar nett, lassen aber nicht mehr wie einst vor Staunen die Kinnlade herunterklappen. Die inneren Werte des Spiels stimmen jedoch noch immer: Die Puzzle sind gut gestaltet und die Texte versprühen Witz. Durch das vorhandene Glück lassen sich zudem einige Rätsel auf verschiedene Arten lösen – wer an einer Stelle nicht weiter kommt, kann es mit der Holzhammer-Methode versuchen. Die Einnahmen fließen übrigens direkt in die Restaurierung der übrigen Magnetc-Scrolls-Adventures, wobei man die Arbeit im Blog von Stranded Games verfolgen kann [1].

Jinxter

Bezugsquelle: https://strandgames.itch.io/jinxter
Entwickler: Strand Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: 2,46 Britische Pfund (oder mehr)
Voraussetzungen: Linux-Distribution aus dem Jahr 2016 oder neuer

Infos

  1. [1] Projekt-Homepage: https://strandgames.com/
  2. [2] Itch.io: https://strandgames.itch.io/jinxter
  3. [3] Das Spiel zum Wochenende: The Pawn Remastered, Tim Schürmann: „Erschwerte Ausreise“, LinuxCommunity: https://www.linux-community.de/artikel/das-spiel-zum-wochenende-the-pawn-remastered/
  4. [4] Das Spiel zum Wochenende: The Guild of Thieves Remastered, Tim Schürmann: „Intelligenter Langfinger“, LinuxCommunity: https://www.linux-community.de/artikel/das-spiel-zum-wochenende-the-guild-of-thieves-remastered/
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben