Das Spiel zum Wochenende: Jazzpunk

Das Spiel zum Wochenende: Jazzpunk

Abgedrehte Agentenarbeit

Die Entwickler bei Necrophone Games müssen während der Produktion ihres Spiels eifrig Drogen konsumiert haben. Anders ist ihr vollkommen durchgeknalltes, aber auch durchaus witziges Adventure eigentlich nicht zu erklären.

In Jazzpunk schlüpft der Spieler in die Rolle eines Geheimagenten, der verschiedene Aufträge erledigen muss. Das ist jedoch auch schon das einzig Gewöhnliche im Adventure des kanadischen Entwicklerteams.

Der Chef erteilt dem Spieler neue Aufträge.

Der Chef erteilt dem Spieler neue Aufträge.

Missionar

So kommt der Spieler in einem Koffer auf einem vermutlich japanischen Flughafen an. Dort geht es sogleich zu seinem Chef, der in einem ausrangierten U-Bahn-Wagon residiert und genau wie alle anderen Personen im Spiel wie ein Pappaufsteller aussieht. Da in Jazzpunk immer noch der Kalte Krieg herrscht, gilt es gleich im ersten Auftrag die russische Botschaft zu infiltrieren.

Sämtliche Texteinblendungen schreibt das Spiel in großen Lettern direkt in die Landschaft.

Sämtliche Texteinblendungen schreibt das Spiel in großen Lettern direkt in die Landschaft.

Um die gestellten Missionen zu erfüllen, muss man lediglich ein paar kleinere Kombinationsrätsel lösen. Wer jedoch immer wieder vom Weg abweicht, trifft überall auf extrem abgedrehte Personen, Gegenstände und Situationen. So steht etwa in einer Seitenstraße eine Pizzaschachtel, die sich beim Öffnen als Computer entpuppt. Der saugt den Spieler umgehend ein und steckt ihn in einen simplen Ego-Shooter. Dort muss man sich wiederum mit einem Pizzamesser gegen (Papp-)Untote zu Wehr setzen.

In der Ego-Perspektive rennt der Spieler durch eine vollkommen bizarre Comic-Landschaft, die in den 1970er Jahren stecken geblieben zu sein scheint.

In der Ego-Perspektive rennt der Spieler durch eine vollkommen bizarre Comic-Landschaft, die in den 1970er Jahren stecken geblieben zu sein scheint.

Witzigkeit kennt keine Grenzen

In einer japanischen Großstadt wiederum darf man mit einer Fliegenklatsche bewaffnet in einem Porzellanladen dicke fette Fliegen erschlagen – mit dem entsprechenden, scherbenreichen Ergebnis. Je gründlicher und ausgiebiger man die Umgebung erforscht, in desto abgedrehtere Situationen gerät man. Dabei nimmt Jazzpunk ständig sich selbst, bekannte Kinofilme und andere Computerspiele auf die Schippe. Bei der Untersuchung eines kleinen Müllhaufens etwa bricht das Spiel plötzlich in Jubel aus und verkündet, man sei der 1032ste Spieler, der genau diesen Müllhaufen inspiziert hätte.

Zwischen den Missionen muss(!) man an diesem Gartenteich etwas entspannen.

Zwischen den Missionen muss(!) man an diesem Gartenteich etwas entspannen.

Necrophone Games verkaufen ihr durchgeknalltes Adventure im Humble Store für 12,50 Euro [2] sowie auf Steam für 15 Euro [3]. Wer im Humble Store kauft, spart nicht nur Geld, sondern erhält auch eine komplett kopierschutzfreie Version.

Wer nicht mehr weiterweiß, kann an diesen Terminals die Hilfe-Hotline anrufen.

Wer nicht mehr weiterweiß, kann an diesen Terminals die Hilfe-Hotline anrufen.

Fazit

Betrachtet man Jazzpunk als reines Adventure, müsste man angesichts des Preises vom Kauf abraten: Die Rätsel sind zu einfach, die Grafik minimalistisch und das komplette Spiel ist an einem Nachmittag gelöst. Die Hintergrundgeschichte bleibt recht belanglos, wenngleich sie stets zum Weitermachen animiert.

Wer jedoch gerne bizarre Orte erkundet und aberwitzige Geräte ausprobiert, der kommt bei Jazzpunk voll auf seine Kosten. Es ist schier unglaublich, was sich die Entwickler alles haben einfallen lassen. Der Humor ist derart platt und die Witze so dämlich, dass sie dann doch wieder ständig zum Schmunzeln animieren.

Mit der Fliegenklatsche im Porzellanladen

Mit der Fliegenklatsche im Porzellanladen

Obwohl Jazzpunk viele Kritiker überzeugt hat, dürfte es seine Spieler spalten: Während es die einen lieben, dürften es die anderen hingegen direkt wieder von Platte löschen. Mit einer Testversion ausprobieren darf man die abgedrehte Spionagegeschichte leider nicht.

Jazzpunk

Bezugsquelle:  http://necrophonegames.com/jazzpunk/
Entwickler: Necrophone Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: 12,50 Euro (Humble Store) / 15 Euro (Steam)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor mit 1,8 GHz oder schneller, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte mit mindestens 512 MByte Speicher
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