Seit 2011 taucht ein kleines rundenbasiertes Rollenspiel immer wieder recht hartnäckig in Verkaufsaktionen und Spielepaketen auf. Höchste Zeit, das Produkt von Gaslamp Games einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Mit einer Hintergrundgeschichte hält sich Dungeons of Dredmor gar nicht erst lange auf: Der fiese Lord Dredmor erlangt in seinem Gefängnis tief unter der Erde zunehmend wieder Macht. In seine Schranken weisen soll ihn ein neuer Held mit überdimensionalen Augenbrauen.

Direkt rechts neben dem Helden lauert eine Falle im Boden. Mit den entsprechenden Fähigkeiten lässt sich diese schnell entschärfen. Die Platte mit dem roten Symbol ist ein Teleporter.
Nacheinander
Eben jenen Helden muss der Spieler zu Beginn erst einmal zusammenklicken. Im Gegensatz zu anderen Rollenspielen reicht es in Dungeons of Dredmor aus, ein Bild zu wählen, einen Namen zu vergeben und dann sieben Spezialfähigkeiten auszusuchen. Mit ihnen kann der Held etwa besonders gut Angriffe parieren oder mit zwei Waffen gleichzeitig zuschlagen.

Die beiden Automaten am Eingang verkaufen Getränke und Snacks, welche die Lebensenergie wieder auffrischen.
Dredmors unterirdisches Reich setzt sich aus rechteckigen Spielfeldern zusammen. Aus einer leicht schrägen Vogelperspektive zieht der Spieler seinen Helden von Spielfeld zu Spielfeld. Nach jeder Aktion bewegt der Computer die Monster jeweils ein Feld weiter. Auch die Kämpfe laufen rundenbasiert ab: Zunächst greift der Held an, anschließend dürfen nacheinander die Gegner parieren. Dabei helfen die Spezialattacken des Helden, die er abhängig von seinen Fähigkeiten im Laufe des Spiels erlernt. Nach dem Einsatz einer solchen Spezialattacke muss der Spieler allerdings ein paar Sekunden warten, bis er sie erneut auslösen kann. Wie in jedem Rollenspiel gewinnt der Held im Laufe der Kämpfe an Erfahrung. Dabei verbessern sich seine Leistungen und Fähigkeiten, wie etwa seine Angriffskraft.

Holztüren lassen sich eintreten oder mit den entsprechenden Fähigkeiten und einem Dietrich auch knacken.
Tödliche Cocktails
Neben den Monstern finden sich in den Gängen auch zahlreiche andere Gegenstände. So lässt sich mit Sandwiches die im Kampf eingebüßte Gesundheit wieder auffrischen, während durchschlagkräftigere Waffen im Kampf helfen. Tränke können bestimmte Fähigkeiten verbessern – oder aber zum sofortigen Tod führen. Erbeutete Rüstungsteile streift man dem Helden direkt über, andere nicht sofort benötigte Gegenstände wandern in den Rucksack. Der hat allerdings nur ein begrenztes Fassungsvermögen, so dass man sich im Laufe des Spiels entscheiden muss, welche Objekte man einsteckt und welche man zurücklässt.

Das in der Kiste entdeckte Flanellhemd wandert erst einmal in den Rucksack (links). Die derzeit getragene Rüstung (rechts) bietet im Kampf deutlich mehr Schutz.
Zufällig erworben
Das Reich von Lord Dredmor besteht aus mehreren Stockwerken, die es sukzessive zu erforschen und erobern gilt. Jeden dieser Level erzeugt das Spiel per Zufall, wobei der Schwierigkeitsgrad von Level zu Level ansteigt. Dungeons of Dredmor spielt sich folglich immer wieder anders.
Entwickler Gaslamp Games vertreibt sein Spiel für knapp 5 Dollar über seine eigene Homepage [2], für 4 Euro auf Desura [3] und satten 5 Euro auf Steam [4]. Wer noch ein paar Cent drauflegt, erhält auch noch die mittlerweile zu Dungeons of Dredmor erschienenen Erweiterungspakete [5]. Das Rollenspiel ist zudem derzeit (mal wieder) Teil einer Sonderaktion [7]: Beim „Humble Weekly Bundle Rock, Paper, Shotgun“ darf man für Dungeons of Dredmor sowie ein paar weitere Spiele zahlen, was man möchte.
Fazit
Dungeons of Dredmor serviert Rollenspielern ausschließlich Standardkost. Die Grafik ist zwar nett gepinselt, man vermisst aber schnell neue Ideen. Gleichzeitig konkurriert das Spiel mit vielen ähnlichen kostenlosen Rollenspielen, die jedoch meist nur Textzeichen zur Darstellung verwenden. Die fehlenden Innovationen kompensiert Dungeons of Dredmor zumindest teilweise durch seinen schrägen Humor. So finden sich in den Gewölben zahlreiche Anspielungen und Seitenhiebe auf andere bekannte Videospiele, zudem nimmt sich Dungeons of Dredmor immer mal wieder selbst auf die Schippe.
Dank der einfachen Steuerung und des guten Tutorials gelingt ein schneller Spieleinstieg, der Schwierigkeitsgrad steigt jedoch schnell an. Das Spiel warnt sogar selbst, dass man zur Lösung mehrere Anläufe benötigen würde. Das eigentliche Spielziel sei sogar herauszufinden, wie lange man in den Verliesen überleben könnte. Diese Hinweise sollte man durchaus ernst nehmen: Nur wer sich mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Fähigkeiten beschäftigt, hat in den höheren Leveln eine Chance zu überleben.

Beim Händler mit dem karierten Anzug kann man viele interessante Gegenstände erwerben. Gleichzeitig ist er eine Anspielung auf einen Kollegen aus einem bekannten Adventure.
Unter dem Strich ist Dungeons of Dredmor ein nettes kleines rundenbasiertes Rollenspiel, das seine knapp 5 Dollar durchaus wert ist. Eine Sammlung mit unzähligen Informationen zum Spiel liefert das Dredmor-Wiki unter [6].
Dungeons of Dredmor
| Bezugsquelle: | http://dungeonsofdredmor.com |
| Entwickler: | Gaslamp Games |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 5 Dollar |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution, Prozessor der Klasse Intel Core 2 Duo oder besser, mindestens 1 GByte Hauptspeicher |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://dungeonsofdredmor.com
[2] Verkauf über die Homepage:
http://dungeonsofdredmor.com/#buy
[3] Desura:
http://www.desura.com/games/dungeons-of-dredmor
[4] Steam:
http://store.steampowered.com/app/98800/
[5] Dungeons of Dredmor Complete:
http://dungeonsofdredmor.com/#buy-complete
[6] Dredmor-Wiki:
http://www.dredmorwiki.com/
[7] Humble Bundle:
https://www.humblebundle.com/weekly








