Wenn sich ein bewaffneter Konvoi auf einem unbekannten Planeten auf die Suche nach Ersatzteilen für ein defektes Raumschiff begibt, dann ist Taktik, Forscherdrang und Verhandlungsgeschick gefragt – zumindest in einem Echtzeitstrategiespiel von Convoy Games.
Im Spiel Convoy erleidet ein großes Raumschiff mitten im Weltall Schiffbruch. Glücklicherweise ist ein bewohnter Planet in der Nähe, auf dem das Sternenkreuzer notlandet. Dort überträgt der Kapitän dem Spieler die Aufgabe, mehrere wichtige Ersatzteile zu besorgen. Um diese einsammeln zu können, erhält der Spieler einen dick gepanzerten, futuristischen Lastwagen. Diesen schützen zunächst zwei bewaffnete Begleitfahrzeuge gegen Angriffsversuche von Piraten und anderen unliebsamen Gesellen. Mit diesem Verband muss sich der Spieler schließlich auf die gefährliche Suche nach den Ersatzteilen machen.

Auf der Karte steuert man zunächst ein Ziel an. Die bunten Felder beherrschen die jeweiligen Fraktionen, gelb sind spezielle Orte, an denen es etwas zu holen gibt …
Unter Zugzwang
Auf einer in Hexfeldern aufgeteilten Karte zieht der Spieler zunächst seinen Konvoi zu einem interessanten Platz in der Nähe. Dort angekommen, hat der Spieler die Wahl zwischen verschiedenen möglichen Aktionen. So könnte man etwa einen verfallenen Saloon erkunden oder doch besser direkt die Weiterfahrt antreten. Jede Entscheidung hat Konsequenzen: Verlässt man den Saloon, nimmt man sich die Chance, darin interessante Gegenstände zu finden. Im Saloon könnten aber auch gerade hinterlistige Piraten ein Bierchen trinken.

… Zum Beispiel trifft man auf einen liegen gebliebenen anderen Konvoi. Diesem kann man helfen, ihn ignorieren oder aber direkt angreifen. Jede Entscheidung hat dabei Konsequenzen.
Auf dem Weg zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten durchquert man zwangsweise die Gebiete unterschiedlicher Nationen und Stämme, die sich teilweise sogar hartnäckig bekämpfen. Einige Einwohner sind friedlich, andere verlangen Wegezoll, während die dritten wiederum sofort das Feuer eröffnen.

Kommt es zum Kampf, schaltet das Spiel in diese Darstellung um. Nur Gegner im grünen Kreis greift das entsprechende Fahrzeug an. Das grüne Fadenkreuz markiert die neue Position des Fahrzeugs.
Von oben herab
Sobald es zum Kampf kommt, schaltet das Spiel in die Vogelperspektive. In der Mitte des Bildschirms sieht man den fahrenden Lastenwagen. Sobald ihn die von den Bildschirmrändern hereinströmenden Gegner zerstören, ist das Spiel unweigerlich verloren. Verhindern kann das der Spieler mithilfe der bewaffneten Begleitfahrzeuge, die stets brav neben dem LKW fahren. Mit der Maus dirigiert man sie an eine andere Position im Verbund oder erteilt passende Angriffsbefehle. Die auf ihnen montierten Kanonen haben allerdings nur eine begrenzte Reichweite. Man muss sich folglich den Gegnern erst entsprechend annähern, die dann ihrerseits wieder in Schlagdistanz kommen könnten. Im Notfall rammt man einfach einen Gegner. Dabei nimmt jedoch auch das eigene Fahrzeug großen Schaden, weshalb man sich dieses Manöver gut überlegen sollte.

Die Fahrzeuge haben Spezialfähigkeiten. In diesem Fall wurde der untere Gegner mit einer EMP-Kanone geschwächt, die sich allerdings erst langsam wieder auflädt.
Wer aus dem Kampf als Sieger hervorgeht, darf schließlich den Gegner plündern. Dabei fallen neben Waffen auch Benzin und Schrauben ab. Das Benzin verbraucht der eigene Konvoi während der Fahrt durch die Landschaft, mit den Schrauben lassen sich Schäden reparieren. Der Konvoi verbraucht zudem im Gebirge mehr Benzin als auf gut ausgebauten Straßen. Man muss folglich immer entscheiden, ob man einen Umweg in Kauf nimmt.

Die Totenköpfe auf der rechten Seite zeigen an, wo gleich ein Felsen oder ein anderes gefährliches Hindernis auftaucht. Weicht man ihm …
Benzin und Nieten dienen zudem als Bestechungsmittel, Wegezoll und als Zahlungsmittel in den immer mal wieder in der Landschaft anzutreffenden Camps. In ihnen lassen sich vor allem neue, durchschlagsstärkere Waffen kaufen. Dummerweise kann jedes Fahrzeug nur eine vorgegebene Anzahl Waffen aufnehmen, die es auch noch in drei verschiedenen Typen gibt. Nicht jede Waffengattung passt dabei auf jedes Vehikel.

… wie hier zu spät aus, zerschellt das eigene Fahrzeug unwiederbringlich am Felsen. Dies kann man allerdings auch ausnutzen, um Gegner zu eliminieren.
Kostenpunkt
Der niederländische Entwickler Convoy Games verkauft sein Spiel für rund 13 Euro auf Steam [2] und im Humble Store [4] sowie momentan für 12,70 Euro bei Gog.com [3]. In den beiden letztgenannten Online-Shops erhalten Käufer eine kopierschutzfreie Version. Wer im Humble Store ordert, erhält zudem einen Steam-Key obendrauf. In jedem Fall liegt das Spiel sowohl als 32-, als auch 64-Bit-Fassung vor. Im Humble Store läuft derzeit noch eine Rabattaktion, bei der man Convoy für gerade einmal 3,24 Euro bekommt.
Fazit
Convoy mischt Strategie-, Abenteuer- und Rollenspiel. Der Spieler kann dabei in Grenzen selbst bestimmen, ob er den Kämpfen eher aus dem Weg geht oder sie absichtlich sucht. Die Landschaft sowie alle Ereignisse erzeugt Convoy per Zufall. Von diesem hängt auch maßgeblich ab, in wie viele und wie starke Gefechte man verwickelt wird. Mit etwas Pech gerät man mit einem angeschlagenen Konvoi an eine Gruppe Piraten, die keine Flucht gestatten.

… kann man im Tausch gegen Schrauben neue Waffen und Benzin kaufen sowie sie Wagen reparieren lassen.
Die Pixel-Grafik ist einfach gehalten und eher zweckmäßig. Dennoch macht das Erkunden der großen Landschaft Spaß. Die Suche nach Gegenständen und das langsame Aufrüsten des eigenen Verbands motivieren zusätzlich. Für die gebotene Leistung erscheint der Preis von 13 Euro jedoch etwas hoch. Wer Echtzeitstrategiespiele mag und gerne unbekannte Planeten erkundet, kann jedoch bei einer Sonderaktion durchaus zugreifen. Wer sich nicht mit dem „Mad Max“-Szenario anfreunden kann, sollte sich das ähnlich aufgebaute, aber strikt rundenbasierte Curious Expedition ansehen [5].

Rote Waffen passen allerdings auch nur in einen roten Slot. Hier könnte man folglich nur die beiden roten Waffen tauschen.
Convoy
| Bezugsquelle: | http://convoy-games.com/index.php/convoy-3/ |
| Entwickler: | Convoy Games |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 12,99 Euro (Steam und Humble Store), 12,69 (Gog.com) |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor ab der Klasse Intel Core 2 Duo mit 2,4 GHz, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte mit Shader Model 2.0 oder besser |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://convoy-games.com/index.php/convoy-3/
[2] Steam:
http://store.steampowered.com/app/318230/Convoy/
[3] Gog.com:
https://www.gog.com/game/convoy
[4] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/convoy
[5] Fremde Länder im Strategiespiel “The Curious Expedition” erkunden, Tim Schürmann: „Entdeckungsreise“, EasyLinux 04/2017:
https://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Print-Artikel/EasyLinux/2017/04/Entdeckungsreise






