Kisten zu verschieben kann die kleinen grauen Zellen fordern und dabei sogar Spaß machen – das bewies schon 1982 das Spiel Sokoban. Der Berliner Entwickler GoldenTricycle hat das bewährte Konzept nicht nur aufgebohrt, sondern es auch noch in eine spannende Geschichte eingebettet.
Auf dem Mars lebt der kleine Wartungsroboter Clarc in einer ziemlich ramponierten Fabrik. Ein paar seiner Kollegen feiern dort gerade eine wilde Party, als ein maroder Schornstein umfällt und die Stromleitung kappt. Clarc wird umgehend zwangsverpflichtet, das Problem zu beheben. Dabei trifft er auf eine nette weibliche Rakete, die zwischen zwei Toren feststeckt. Da ist es doch Ehrensache, ihr aus der Klemme zu helfen. Und was hat es mit diesem riesigen merkwürdigen Raumschiff auf sich, das langsam auf den Mars zusteuert?
Schrittweise
Im Denk- und Geschicklichkeitsspiel Clarc steuert der Spieler den gleichnamigen Roboter durch die triste Fabrik. Die besteht aus labyrinthartig angeordneten quadratischen Fertigteilen. Über die Tastatur lässt man Clarc eine Bodenplatte weiterlaufen oder um sich selbst rotieren. Seine Bewegungsfreiheit schränken Wände und andere Hindernisse, wie etwa überdimensionale Rohre ein. Das klingt wenig überraschend, bildet aber die Grundlage für einige knackige Rätsel.
Clarc kann genau eine Kiste hochheben und vor sich her tragen. In einem engen Gang kann er sich mit der Kiste folglich nicht mehr umdrehen. Die Kisten lassen sich auf im Boden eingelassene Schalter stellen. Auf diese Weise öffnet Clarc Türen oder löst andere Ereignisse aus. Meist muss er dazu sogar mehrere Kisten auf mehrere Schalter bugsieren. In den engen Räumen klappt das häufig nur dann, wenn er die Kisten in der richtigen Reihenfolge auf die Schalter stellt.

… auf solchen Schaltern absetzen. Diese leiten dann den gelben Energiestrom auf der Erde weiter – beispielsweise zu einer Tür, die sich dann öffnet.
Lichtspiele
Einige Räume sind mit gefährlichen Laserstrahlen gespickt. Jede Berührung mit ihnen endet umgehend tödlich. Netterweise können die Kisten auch Laserstrahlen blockieren. Hin und wieder stößt Clarc zudem auf spezielle Kisten, die einen Strahl im 90-Grad-Winkel umlenken. Auf diese Weise kann man den Laser auf eine entfernte Platte richten, die wiederum durch das auftreffende Licht eine Aktion auslöst – und beispielsweise eine Tür öffnet. Sollte der kleine Clarc von einem Laser zerbröselt werden, setzt ihn das Spiel wieder an den Anfang einer Rätselpassage. Man muss folglich nicht wieder komplett von vorne beginnen. Das Spiel ist zudem in einzelne Level unterteilt. Bereits durchlaufene Level darf man jederzeit noch einmal in Angriff nehmen.

Mit den Kisten kann man auch Laserstrahlen blockieren. Dieser Würfel hier kann den Laserstrahl zudem um die Ecke lenken – vorausgesetzt Clarc hält ihn richtig herum in den Strahl.
Als die Arbeiten an dem kleinen Denkspiel vor mehreren Jahren begannen, firmierte es noch unter dem Namen Clark. Mitunter findet man es im Internet auch unter der Bezeichnung C.L.A.R.C., die offizielle Schreibweise lautet CLARC. 2012 ging der Entwickler GoldenTricycle eine Partnerschaft mit der Hahn Film AG ein – jenem legendären deutschen Trickfilmstudio, dass unter anderem für die Werner-Zeichentrickfilme und zahlreiche Kinderserien verantwortlich zeichnet. Clarc ist derzeit ausschließlich auf Gog.com für rund 7 Euro erhältlich [2]. Steam hat das Spiel angenommen, die Freischaltung dort steht allerdings noch aus [3]. Die auf Gog.com verkaufte Fassung enthält zwar keinen Kopierschutz, liegt dafür aber auch nur als 32-Bit-Version vor.

Hier kommt es darauf an, die Kisten in der richtigen Reihenfolge auf die richtigen Schalter zu legen. Andernfalls blockiert man sich selbst den Weg.
Fazit
Clarc erweitert das gute alte Sokoban-Prinzip um neue Elemente und eine spannende Hintergrundgeschichte. Fast jeder Level endet mit einem kleinen Cliffhanger, so dass man als Spieler unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Das Spielprinzip ist schnell erfasst, die Steuerung recht simpel. Der Schwierigkeitsgrad steigt langsam an, wobei man im späteren Verlauf neben dem Köpfchen auch etwas Geschick beweisen muss – etwa, wenn ein schießwütiger Roboterkollege den kleinen Clarc verfolgt.

In diesem Gang schaltet sich ein Laserstrahl ein und aus. Um durch den Gang zu laufen, braucht man ein gutes Timing und etwas Geschick.
Auf Dauer hält sich die Abwechslung jedoch arg in Grenzen: Man transportiert ständig Kisten von einer Ecke in eine andere. Die 3D-Grafik im Comic-Look ist zudem eher zweckmäßig. Wer jedoch Knobelspiele a la Sokoban mag, sollte unbedingt zugreifen. Die knapp 7 Euro ist das kleine deutsche Spielchen durchaus wert.
Clarc
| Bezugsquelle: | http://goldentricycle.com/ |
| Entwickler: | GoldenTricycle / Hahn Film AG |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 7,09 Euro |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor ab 2 GHz, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte mit mindestens 1 GByte Speicher |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://goldentricycle.com/
[2] Gog.com:
https://www.gog.com/game/clarc
[3] Steam Greenlight:
http://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=181414601
[4] Wikipedia-Eintrag zu Sokoban:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sokoban







