Das Spiel zum Wochenende: Clam Man

Das Spiel zum Wochenende: Clam Man

Redseliger Muschelmann

Wenn bei der Mayonaiseherstellung nicht alles ganz mit rechten Dingen abläuft, dann führt das zu einem urkomischen Point-and-Click-Adventure – insbesondere dann, wenn der Hauptdarsteller eine Muschel ist.

Unter dem Meer läuft es gerade für Herrn Clam Man nicht besonders gut. Der Mann mit dem Kopf in Form einer Muschel vermisst mehrere Tonnen Mayonaise, die spurlos verschwunden zu sein scheinen. Dann wird auch noch plötzlich eine Kollegin gefeuert, die mutmaßlich Gelder veruntreut hat. Als Clam Man zu seinem Chef gerufen wird, schwant ihm schon nichts Gutes: Nach einem kurzen Gespräch über Obstpasteten, feuert ihn sein Chef recht unvermittelt und ohne Begründung.

Nicht nur Lindsay wurde entlassen, Clam Man blüht das gleiche Schicksal.

Schmieriger Job

Wieder zu Hause verkündet die Tochter seines Vermieters, dass die Miete ab sofort nicht nur doppelt so hoch ausfällt, sondern auch noch weitere Zahlungen anstehen. In seiner Ratlosigkeit trifft sich Clam Man mit einem Kollegen, der über sonderbare Ereignisse in der Firma berichtet. Kurze Zeit später sieht sich der Muschelkopf auch noch einem italienischen Schlägertrupp gegenüber. Spätestens hier wird klar, dass in der Mayonaiseproduktion irgendetwas im Argen liegt.

Unterhaltungen laufen im Multiple-Choice-Verfahren ab, wobei man mit dem Mausrad durch die vorhandenen Antworten und Fragen blättert.

Im Point-and-Click-Adventure Clam Man steuert der Spieler den gleichnamigen Helden mit Mausklicks durch eine Unterwasserstadt, die extrem stark einer amerikanischen Großstadt über Wasser ähnelt. Durch zahlreiche Gespräche im Multiple-Choice-Verfahren sowie dem Lösen kleiner Rätsel muss man sukzessive den Grund für die Entlassung und die Geschehnisse in der Mayonaiseindustrie aufklären. Die Bedienung ist recht einfach gehalten: Ein linker Mausklick genügt, damit Clam Man zu entsprechende Stelle läuft, bei einem Rechtsklick auf einen Gegenstand benutzt der Held diesen oder gibt einen Kommentar ab.

Der Chef Mr. Bosman hortet viele Luxusgegenstände in seinem Büro.

Meeresfrüchte im Angebot

Entwickler Team Clam verkauft sein Adventure für 10 US-Dollar auf Itch.io [1] und 9 Euro auf Steam [2]. Beim erstgenannten Online-Shop gibt es einen kopierschutzfreie Fassung in einer 32- und 64-Bit-Fassung. Darüber hinaus läuft an diesem Wochenende auf Itch.io noch eine Sonderaktion, bei der man für 10 US-Dollar mehrere Adventures bekommt [3]. Die meisten davon laufen allerdings nicht nativ unter Linux. Wer die Katze nicht im Sack kaufen möchte, kann auf Itch.io eine Demo-Version direkt im Browser spielen [4].

Dieser Schlägertrupp möchte Clam Man dazu „überreden“, seine Nachforschungen einzustellen.

Fazit

Clam Man erzählt eine spannende, witzige und komplett abgedrehte Geschichte. Gegenüber der Genrekonkurrenz muss man in Clam Man viele englische Texte lesen. Die sind allerdings sehr gut geschrieben und enthalten nur selten seichte Kalauer, spielen aber häufig mit der englischen Sprache. Die Grafik ist im Comic-Look gehalten, die Animationen wirken äußerst hölzern. Wer durchgeknallte Geschichten mag und vor den Textmassen nicht zurückschreckt, sollte unbedingt zugreifen – schließlich enthält das Spiel „den bösesten Bösewicht in der Geschichte der bösen Bösewichte“. Und eine Ente.

Clam Man

Bezugsquelle: https://teamclam.itch.io/clam-man
Entwickler: Team Clam
Lizenz: Kommerziell
Preis: 9,99 US-Dollar (Itch.io) / 8,99 Euro (Steam)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution
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