Bis Mitte der 1990er Jahre standen sogenannte Metroidvania-Spiele hoch im Kurs. An diese Tradition knüpft Entwickler Nicalis mit einem spaßigen Jump-and-Run-Spiel im Retrostil an.
In Cave Story+ wacht ein junger namenloser Held ohne Gedächtnis in einer Höhle auf. Dort warten einige merkwürdige Kreaturen, die ihn bei jeder Berührung etwas von seiner Lebensenergie kosten. Mit gekonnten Sprüngen und zeitlich gut abgepassten Ausweichmanövern gelangt der Held schließlich an eine kleine Kiste mit einer Waffe. Dank ihrer Hilfe kann er sich den Weg zum Ausgang im wahrsten Sinne des Wortes freischießen. Allerdings fängt die Flucht damit erst an.

Zu Beginn muss der Held noch ohne Waffe auskommen. Um hier an den Fledermäusen vorbeizukommen, bleibt somit nur geschicktes Ausweichen.
Arme Häschen
Die vermeintliche Tür in die Freiheit führt zu einer recht großen Höhlenwelt. In ihr lebt ein Volk von Hasenwesen, das ein gewisser „Doktor“ tyrannisiert. Dieser sucht regelmäßig das Dorf der Mimiga genannten Hasenwesen heim und entführt eine Person. Um der Höhlenwelt zu entfliehen, bleibt dem jungen Helden nichts anderes übrig, als mit der charmanten wie selbstbewussten Sue gemeinsame Sache zu machen und ihre Familie aus der Gefangenschaft zu befreien.
Cave Story+ knüpft an die klassischen Jump-and-Run-Spiele aus den späten 1980er und frühen 1990er Jahre an. Der Spieler blickt dabei von der Seite auf die in Pixelgrafik gezeichnete Landschaft. Über die Tastatur oder ein Gamepad lässt er den Helden über Plattformen, Abgründe und fiese Dornenfallen springen.
Hüpfburg
Genretypisch sind die Höhlen mit zahlreichen fiesen Monstern vollgestopft. Jeder Gegner besitzt dabei ein ganz eigenes Angriffsmuster. So springen einige Exemplare wie Flummis auf den Helden zu, während futuristische Bienen ihre Bahnen in der Luft ziehen. Jede Berührung mit einem Gegner kostet Lebensenergie, manch besonders bösartigen Exemplare führen sogar sofort zum Verlust des Lebens. Im letzten Fall setzt das Spiel den Helden auf den letzten Speicherpunkt zurück. Die wiederum sind in ganz bestimmten Abständen in der Landschaft verteilt.
Wehren kann sich der Held, indem er den Gegnern ausweicht oder sie mit seiner Waffe niederstreckt. Im späteren Verlauf findet der Held weitere Kanonen, darunter etwa einen recht durchschlagskräftigen Raketenwerfer. Im Gegensatz zur Standard-Pistole verschießen diese zusätzlichen Waffen ihre Munition. Nachschub findet der Held versteckt in der Umgebung. Darüber hinaus lassen einige erlegte Monster immer mal wieder kleinere Munitionspakete fallen.

Die Hasenbewohner liefern immer wieder wertvolle Tipps und Hinweise – beispielsweise auf das Verhalten von Gegnern.
Rätselhaft
Alternativ hinterlassen besiegte Gegner zusätzliche Gesundheitspunkte oder aber kleine gelbe Diamanten. Sammelt man von letztgenannten genügend Exemplare ein, steigt der Held einen Level auf. Damit wird gleichzeitig der Schuss aus seiner Pistole deutlich durchschlagskräftiger.
In Cave Story+ muss der Spieler nicht nur durch die Landschaft hüpfen, sondern auch ein paar Rätsel lösen. Unter anderem gilt es einen Schlüssel zu finden, mit dem man dann wiederum Sue befreit. Auf diese Weise treibt man gleichzeitig die Hintergrundgeschichte voran. Meist muss man zur Lösung akribisch die Landschaft erkunden. An besonderen Schlüsselstellen warten zudem immer wieder besonders starke (Boss-)Gegner, die der Held nur mit einer guten Strategie besiegen kann.
Nicalis verkauft sein Spiel derzeit für rund 15 Euro auf Steam [2] und 13 Euro im Humble Store [3]. Im Letztgenannten erhält man neben einer kopierschutzfreien Version auch einen Steam-Key, mit dem man Cave Story+ auf Steam freischalten kann. Auf Steam läuft an diesem Wochenende zudem noch eine Sonderaktion, bei der das Jump-and-Run-Spiel für 10,04 Euro zu haben ist. In jedem Fall liegt Cave Story+ sowohl als 32-, als auch 64-Bit-Version vor.

Hinter mit einem Diskettensymbol gekennzeichneten Türen befinden sich Ruheräume, in denen der Spieler speichern und teilweise auch die Lebensenergie wieder aufladen kann.
Fazit
Cave Story+ fängt den Charme der alten Jump-and-Run-Spiele äußerst gut ein. Die Hintergrundgeschichte wirkt zwar etwas wirr und wenig innovativ, motiviert aber zum weiterspielen. Die Landschaften sind herausfordernd und abwechslungsreich gestaltet, gleiches gilt auch für die Monster. Allerdings dürfte die Pixelgrafik nicht jedermanns Geschmack sein. Zudem setzt sich die Umgebung aus den immer gleichen Blöcken zusammen, was Zwangsweise für Wiederholungen sorgt.

Arthurs Haus dient nicht nur als Rückzugsort, von hier aus kann sich der Held in andere Höhlen teleportieren lassen. Hier stehen zwei Ziele zur Auswahl.
In Cave Story+ lässt man den Helden mit der Taste [z] springen, während [x] einen Schuss auslöst. Da sich diese Belegung nicht ändern lässt, muss man auf einer deutschen Tastatur recht flexible Finger besitzen. Abhilfe schafft nur ein externer Controller oder der (vorübergehende) Wechsel auf eine englische Tastaturbelegung, bei der „z“ auf der Taste [y] liegt. Frustrierend ist zudem, dass einmal erlegte Gegner wieder auftauchen, sobald man einen Raum erneut betritt.
Unter dem Strich empfiehlt sich Cave Story+ für alle, die damals Rick Dangerous, Metroid oder Castlevania mochten oder sich für Jump-and-Run-Spiele mit Pixelgrafik begeistern können. Cave Story+ soll übrigens auch auf der neuen Videospielkonsole Gameshell laufen [4].
Cave Story+
| Bezugsquelle: | https://www.nicalis.com/games/cavestory+ |
| Entwickler: | Nicalis |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 14,99 Euro (Steam), 12,99 Euro (Humble Store) |
| Voraussetzungen: | Halbwegs aktuelle Linux-Distribution (ab Ubuntu 10.04), Prozessor der Leistungsklasse Intel Core Solo oder besser, mindestens 128 MByte Hauptspeicher, Grafikkarte mit mindestens 64 MByte Speicher |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
https://www.nicalis.com/games/cavestory+
[2] Steam:
http://store.steampowered.com/app/200900/Cave_Story/
[3] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/cave-story
[4] Tragbare Videospielkonsole GameShell imitiert Geräte der 90er Jahre, Tim Schürmann: „Game-Boy-Klon mit Linux“, LinuxCommunity, 30.11.2017:
https://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Tragbare-Videospielkonsole-GameShell-imitiert-Geraete-der-90er-Jahre











