Wie es sich anfühlt, in einer Zeichnung von M. C. Escher spazieren zu gehen, kann jeder in einem Knobelspiel von Alexander Bruce nachvollziehen. Bei der Erkundungstour muss man im wahrsten Sinne des Wortes immer wieder um die Ecke denken.
Im Spiel Antichamber findet sich der Spieler in einem Labyrinth aus weißen Räumen und Gängen wieder. Diese trotzen nicht nur der Logik, sondern häufig auch den physikalischen Gesetzen. Damit noch nicht genug muss der Spieler auf der Suche nach dem Ausgang auch noch immer wieder äußerst ungewöhnliche Logikrätsel lösen.
Orientierungslos
So steht der Spieler gleich zu Beginn an einer Gabelung: Eine rot beleuchtete Treppe führt nach unten, eine blau erleuchtete Treppe nach oben. Egal, welche der beiden Treppen der Spieler auch wählt, er landet immer wieder am gleichen Ausgangspunkt. Der Ausweg ist so einfach wie simpel: Der Spieler muss sich lediglich umdrehen und den Gang zurücklaufen. Wie in diesem Beispiel spielt Antichamber immer wieder mit der Wahrnehmung des Spielers.

Mit der Waffe kann man den kleinen blauen Würfel einsaugen und später wieder an eine Wand feuern. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Türen blockieren.
Zu Beginn kann man zunächst nur laufen und springen. Erst im weiteren Verlauf findet der Spieler eine Antimaterie-Waffe. Die kann wiederum kleine Blöcke aufsaugen und an einer anderen Stelle materialisieren lassen. Später gibt es weitere Waffen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. So verschießt das grüne Exemplar gleich mehrere Blöcke hintereinander. Auf diese Weise lassen sich etwa Löcher in Wände schneiden, kleine Treppen basteln oder Lichtschranken blockieren. Die Blöcke dienen sogar als Schlüssel, mit denen sich Tore öffnen lassen.
Historisch wertvoll
Eine frühe erste Version von Antichamber stellte sein Entwickler Alexander Bruce bereits 2009 auf der Tokyo Game Show vor. Damals firmierte das Spiel noch unter dem Namen „Hazard: The Journey Of Life“ und war eine Erweiterung für den Ego-Shooter Unreal Tournament 3. Im Laufe der Jahre entwickelte der Australier seine Knobelorgie zu einem eigenständigen Produkt weiter, dessen Windows-Version schließlich im Januar 2013 erschien.

Immer wieder stößt der Spieler auf solche Bilder, die beim Anklicken einen hilfreichen wie nachdenkenswerten Spruch liefern.
Die Linux-Version ist erst seit Kurzem über den Humble Store [2] erhältlich. Dort bekommt man für knapp 15 Euro nur eine 32-Bit-Version, die jedoch immerhin keinen Kopierschutz besitzt. Das Knobelspiel ist übrigens auch auf Steam vertreten, dort allerdings nur mit der Windows-Version [3]. Wer übrigens nach dem Start das Hauptmenü sucht, muss sich lediglich mit der Maus umschauen: Er steht mittendrin. Um das Spiel zu beenden, drückt man [Esc] und dann im Hauptmenü noch einmal etwas länger auf [Esc].

In Antichamber muss man manchmal alle Hemmungen fallen lassen und im Hinterkopf behalten, dass man nicht sterben kann.
Fazit
Wer Antichamber spielt, braucht vor allem Geduld, eine ordentliche Portion Forscherdrang und ein helles Köpfchen. Dass die Rätsel logisch sind, sieht man erst, wenn man die unlogische Lösung gefunden hat. Und genau das macht Antichamber so faszinierend. Der Schwierigkeitsgrad steigt allerdings schnell stark an. Zudem fordert das Spiel einen extrem guten Orientierungssinn.

Antichamber führt den Spieler auch immer wieder bewusst in die Irre. Hier führt der Gang ganz offensichtlich nach rechts.
Frustresistente Knobelexperten, die das Spiel noch nicht kennen und außergewöhnliche Rätsel lieben, sollten umgehend ihre Geldbörse zücken und zugreifen. Alle anderen Puzzlefreunde warten besser ab, bis das Spiel im Rahmen einer Aktion günstiger zu haben ist – der Standardpreis von 15 Euro ist nicht gerade ein Schnäppchen.
Antichamber
| Bezugsquelle: | http://www.antichamber-game.com/ |
| Entwickler: | Alexander Bruce |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 15 Euro |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://www.antichamber-game.com/
[2] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store
[3] Antichamber auf Steam:
http://store.steampowered.com/app/219890








Es wäre interessant zu wissen, was “Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik” bedeutet. Jedenfalls läuft es bei mit mit Debian Wheezy und Intel GMA 4500MHD leider nicht.
Steam sagt “Graphics:NVIDIA 8000 series or higher (Shader Model 3 Compatible)”, der 4500MHD unterstützt angeblich sogar Shader Model 4.
Dummerweise steht das nirgendwo, sonst hätte ich es mit aufgenommen.
Hier läuft Antichamber einwandfrei auf einem ca. vier Jahre alten Rechner mit NVidia-Karte und dem entsprechenden proprietären Treiber.
Als Unterbau nutzt das Spiel die Unreal-Engine, die recht hohe Ansprüche an den *Treiber* stellen dürfte. Die Open-Source-Treiber werden daher sehr wahrscheinlich nicht ausreichen.